Champions-League-FinaleFriedrich weist Bericht über Terrorwarnung zurück

Besucher von Fanmeilen müssen beim Champions-League-Finale strenge Sicherheitsmaßnahmen erwarten. Hinweise auf Anschlagspläne hat der Innenminister allerdings nicht.

Aufbau der Tribüne für die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin

Aufbau der Tribüne für die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin  |  ©Stephanie Pilick/dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat einen Bericht von Spiegel Online über angebliche Anschlagspläne von Islamisten auf Fanmeilen dementiert. Es gebe dazu keine konkreten Erkenntnisse: "Deutschland steht seit Längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Es gibt derzeit keine Hinweise auf Anschlagspläne oder Anschlagziele in Deutschland", sagte Friedrich am Samstag nach Angaben seines Ministeriums. 

Spiegel Online hatte behauptet, das Bundeskriminalamt (BKA) habe Hinweise auf Anschlagspläne gegen Fußball-Fans in Deutschland. Islamisten könnten die Fanmeilen zur heutigen TV-Übertragung des Endspiels der Champions League für Anschläge nutzen. Das habe BKA-Chef Jörg Ziercke den Innenministern von Bund und Ländern in einer vertraulichen Sitzung am Freitag berichtet.

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Ziercke habe von einem "ernstzunehmenden Hinweis" gesprochen. Gefährdet seien öffentliche Veranstaltungen in Deutschland rund um das Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund in London. Mehrere Verdächtige planten demnach einen Bombenanschlag.

Information kam vom russischen Geheimdienst

Der Radiosender SWR Info berichtet, bei der BKA-Information habe es sich um eine allgemeine Warnung aus Russland gehandelt. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB nenne weder einen konkreten Ort noch einen möglichen Zeitpunkt für einen Anschlag.

Es gebe keinen Hinweis darauf, dass irgendein Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale bestehen könnte, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise. Allerdings nenne der FSB eine konkrete Person in Deutschland als möglichen Terroristen. Diese Person habe das Bundeskriminalamt inzwischen identifiziert.

Die Warnung des FSB werde auch deshalb sehr ernst genommen, weil russische Sicherheitsbehörden die USA auf die tschetschenischen Islamisten hingewiesen hatten, die dann Mitte April den Anschlag auf den Marathon in Boston verübten. Das BKA habe den Vorgang als so brisant eingeschätzt, dass Ziercke die Innenminister von Bund und Ländern über den Vorgang informierte.

Auffällige Taschen werden kontrolliert

Besucher öffentlicher Veranstaltungen müssen sich heute ohnehin auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Die Berliner Polizei will den Zustrom zur Fanmeile genau beobachten und auffällige Taschen kontrollieren. Damit solle verhindert werden, dass Extremisten einen Sprengsatz in die Menschenmenge schmuggeln und zünden könnten. Taschenkontrollen gehörten bei Großveranstaltungen zur Routine, sagte ein Sprecher: "Wir bewegen uns in Berlin bei der Sicherheit grundsätzlich auf einem hohen Niveau."

In London herrscht seit Tagen Alarmbereitschaft, nachdem zwei mutmaßliche Islamisten einen britischen Soldaten auf offener Straße ermordet hatten. In Boston waren Mitte April bei einem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon drei Menschen getötet worden

Hunderttausende beim Public Viewing

Dortmund erwartet 50.000 Menschen zum Public Viewing. In den ausverkauften Westfalenhallen werden 18.000 das Spiel verfolgen. Die mit 40 Quadratmetern größte Leinwand wird auf dem Friedensplatz stehen, kleinere Leinwände gibt es an der Reinoldikirche und auf dem Hansaplatz.

In München werden 45.000 Fans das Finale in der Allianz-Arena erleben. Der FC Bayern hat die Eintrittskarten verschenkt, das Spiel wird auf zwei 100 Quadratmeter großen Monitoren übertragen. Weitere 30.000 Karten hat die Stadt für die Übertragung auf der Theresienwiese verkauft.

In Berlin stehen fünf Videoleinwände auf der Straße des 17. Juni bereit: Neben der Übertragung aus dem Londoner Wembley-Stadion ist auch ein Musikprogramm geplant.

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Leserkommentare
  1. Schon 2010 wollten uns Behörden und Experten weismachen, dass deutsche Konvertiten aus Neukölln, Wedding oder dem Ruhrgebiet den Reichstag stürmen und zukünftig auch in deutschen Kitas Blutbäder anrichten werden:

    https://www.freitag.de/au...

    Passiert ist nichts.Es gibt keine 100% Sicherheit aber maximale Verunsicherung und inflationäre Terrorwarnungen ohne konkrete Gefahr.Apropos Islamisten:

    "Der britische Geheimdienst MI5 soll versucht haben, den mutmaßlichen Londoner Soldatenmörder Michael Adebolajo anzuwerben."

    http://www.sueddeutsche.d...

    7 Leserempfehlungen
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    Vor verrückten Personen kann auch
    eine Terrorwarnung wenig schützen.
    Durchgeknallte Menschen gibt es mehr
    als genug.
    Das Attentat in London hat gezeigt, religiös
    motivierte Menschen werden zu Mördern,
    zu Bestien. Das ist die Problematik einer
    Religionen, dessen Anhänger sich durch
    UN-Beschluss aller Kritik der freien Welt entziehen wollen.

    Nur durch die dt. Sicherheitskräfte und Behörden ist nicht passiert.
    Was war denn mit der Bombe am Bonner Bahnhof?
    Der Sauerland-Zelle?
    Das terroristische Attentat am Frankfurter Flughafen?

    Und denn wäre da noch die andere Seite der Sicherheit.
    Was geschah denn nach dem Attentat auf den britischen Soldaten?
    250 extremistische EDL-Mitglieder zogen durch die Straßen, das Motiv war Rache und Wut.
    Nun ist in Deutschland zwar gerade mal ein Promille Rechts-Extrem, aber die vorherschende Meinung zum Thema Islam ist in der Gesammtbevölkerung eindeutig.

    Allerdings will ich nicht wissen was die Konsequenz (für beide Seiten) eines größeren Terroranschlags in Deutschland wäre.

    Terrorismus ist immer eine Kettenreaktion, Islamisten töten Menschen - Rechtsextreme rächen sich an Moslems für den tot der Menschen - und Islamisten sehen den Westen als Gefahr, während der Westen den Islam als Gefahr sieht.

  2. hier wird von gewissen medien ganz bewusst versucht menschen gegeneinander auszuspielen. ich finde es gut, dass politiker endlich aufwachen und dieses spiel nicht mehr mitmachen.

    radikale gruppierungen gibt es seit es menschen gibt, wir dürfen uns nicht zum spielball machen lassen. die geschichte der menschheit zeigt, dass kriege niemals vom volk ausgehen, sondern von oben herab beschworen werden.

  3. Vor verrückten Personen kann auch
    eine Terrorwarnung wenig schützen.
    Durchgeknallte Menschen gibt es mehr
    als genug.
    Das Attentat in London hat gezeigt, religiös
    motivierte Menschen werden zu Mördern,
    zu Bestien. Das ist die Problematik einer
    Religionen, dessen Anhänger sich durch
    UN-Beschluss aller Kritik der freien Welt entziehen wollen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Terrorwarnungen"
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    Klar vor verrückten Personen kann auch
    eine Terrorwarnung wenig schützen.
    Durchgeknallte Menschen gibt es mehr
    als genug.
    Das Attentat in London hat gezeigt, religiös
    motivierte Menschen werden zu Mördern,
    zu Bestien. Das ist die Problematik einer
    Religionen, dessen Anhänger sich durch
    UN-Beschluss aller Kritik der freien Welt entziehen wollen.

    • hairy
    • 25. Mai 2013 13:14 Uhr

    macht da weiter ihre Profite, und der Steuerzahler darf weiter die Kosten für die ganze Sicherheit tragen.

    Eine Leserempfehlung
  4. Klar vor verrückten Personen kann auch
    eine Terrorwarnung wenig schützen.
    Durchgeknallte Menschen gibt es mehr
    als genug.
    Das Attentat in London hat gezeigt, religiös
    motivierte Menschen werden zu Mördern,
    zu Bestien. Das ist die Problematik einer
    Religionen, dessen Anhänger sich durch
    UN-Beschluss aller Kritik der freien Welt entziehen wollen.

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    • edgar
    • 25. Mai 2013 13:44 Uhr
    6. Wow !

    Das ist ziemlich mutig von dem Minister.

    2 Leserempfehlungen
  5. Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn man in einer autoritären Familie aufwächst , was in manchen Kulturen leider gang und gäbe ist (eine harte Hand führt die Familie), man dann mit dem Erwachsenenalter schnell in eine Islamistischer Supersekte gerät (eine Art Kultur ist das ja schon) und weil die Aussichten so düster sind für des Menschenseele in dieser Welt an manchen Plätzen, er dann weiterhin mit Hass aufgeladen ist und mit Hass das Bedürfnis hat, diesen zu kanalisieren, wenn man ihn nicht auflösen kann. Vielleicht wäre Boxen das Richtige. Mit Hass aber auf Dauer zu leben geht nicht gut, weil er einen auffrisst.

    Wie kann man aber Hass auflösen, wenn einem da unten in den Elendsländern bei Abkehr von der Tradition der Hassprediger nur Staub entgegen schlägt: nichts zu essen, kein Halt?

    Das ist für mich eine rücksichtslose Art des Kapitalismus, wenn dieser zulässt, dass Leute mit schlimmem Erfahrungen (Kriege usw. Verluste von Familien und Freunden usw, sagen wir : im Kopf kranke Menschen) nicht etwa sich selbst sondern ihrem Schicksal überlassen werden.Die geraten dann in die Finger der Hasser, anderen weil sie keine Möglichkeit finden, durch gute Vorbilder und durch geschaffene Realität einer unabhängigen und sicheren Existenzgrundlage durchs Leben zu kommen.

    Und während manche das Geld zählen, brennt bei jemand woanders irgendwo eine Sicherung durch, durch den ganzen Druck seines Leidens.
    Provokativ an dieser Meinung ist vlt., dass man mal auf die Täter schaut

  6. ein Innenminister, der immer und überall Panik verbreitet ("Wir haben eine klare Terrorwarnung - wir wissen nicht, wann und wo und in welcher Weise etwas passieren wird, aber die Lage ist ernst") und bei jedem Quatsch Vorratsdatenspeichernug und Kamerawachung fordert, oder der erste Moment, an dem er mal sagt, daß alles sicher sei.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, sc
  • Schlagworte Fußball | Borussia Dortmund | FC Bayern München | Bundeskriminalamt | Innenminister | Marathon
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