In dem eingestürzten Gebäude in Bangladesch wurden auch Benetton-Hemden hergestellt. Das räumte nun der Chef des italienischen Modeunternehmens, Biagio Chiarolanza, gegenüber der Huffington Post ein.  

Etwa 200.000 Benetton-Hemden seien von der Firma New Wave Company produziert worden. Diese war eine der vielen Textilfabriken in dem Gebäude in Dhaka. Das achtstöckige Gebäude war vor zwei Wochen eingestürzt, mittlerweile wurden mehr als 900 Tote geborgen.

Benetton könnte durch die Produktion in dem Unglücksgebäude ein Imageproblem bekommen. Schließlich wirbt das Unternehmen mit dem Slogan "United Colors of Benetton" für einen Wohlfühl-Multikulturalismus.  

Die Firma Benetton hatte zunächst bestritten, dass sie dort Kleidung produzieren ließ. Dann waren aber Fotos aufgetaucht, die Hemden mit Benetton-Label in den Trümmern zeigten. Chiarolanza erklärte das falsche Dementi mit der komplexen Lieferkette. Das Unternehmen operiere in 120 Ländern und arbeite mit 700 Herstellern zusammen, diese gäben Aufträge oft an Subunternehmer weiter.  

Das sei auch bei der New Wave Company der Fall gewesen, sagte Chiarolanza: Die Firma sei zum Zeitpunkt der Tragödie kein Vertragspartner von Benetton gewesen. "Aber einer unserer indischen Zulieferer hatte zwei Aufträge an die Firma weitergereicht."

Laut Chiarolanza müssen alle Lieferanten, auch deren Subunternehmer, sehr ausführliche Bedingungen unterschreiben, dazu zähle auch die Arbeitssicherheit. Benetton habe aber bei der New Wave Company noch nicht überprüft, ob die Standards eingehalten wurden, weil die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen erst vor sehr kurzer Zeit begonnen habe.

Zuvor war bekannt geworden, dass der Textildiscounter Kik in dem Unglücksgebäude produzieren ließ.

Acht Tote bei Brand in Textilfabrik

In Bangladesch kam es zu einem weiteren Unglück. Bei einem Feuer in einer Textilfabrik in Dhaka starben nach Angaben der Feuerwehr mindestens acht Menschen, sechs weitere wurden verletzt. Der Brand sei am späten Mittwochabend vermutlich wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen.  

Unter den Toten sei auch der Besitzer der Firma. Als das Feuer ausbrach, war die Fabrik geschlossen und die meisten Angestellten auf dem Nachhauseweg. Die Flammen waren nach zwei Stunden gelöscht.