Die Bundespolizei und das hessische Landeskriminalamt haben vor Explosionen von Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn gewarnt. Unbekannte Täter hätten in den vergangenen Monaten mehrfach Automaten abgedichtet, mit Gas gefüllt und zur Explosion gebracht, hieß es in einer Mitteilung.

Die Täter dichteten die Geräte demnach ab, indem sie alle Spalten, Schlitze und Öffnungen mit Klebestreifen verschlossen. Anschließend seien die Geräte mit Gas zur Explosion gebracht worden. Die Täter flüchteten mit dem erbeuteten Bargeld.

Eine besondere Gefahr gehe von Automaten aus, deren beabsichtigte Sprengung nicht funktioniert habe, hieß es weiter. Wegen des explosiven Gasgemischs in diesen Geräten könne es jederzeit unbeabsichtigt zur Zündung kommen. Die Polizei rät deshalb, Automaten mit Klebestreifen weiträumig zu meiden und die Polizei zu informieren.

Vorfälle an hessischen Bahnhöfen

Spiegel Online berichtet, in Hessen habe es mehrere Vorfälle dieser Art gegeben. Am Dienstag sei ein Bahngleis im hessischen Groß-Karben gesperrt worden, da an einem Fahrkartenautomaten Gasgeruch zu riechen war. Ein Sprengtechniker des Landeskriminalamts wurde verständigt.

Am Bahnhof im hessischen Ortenberg sei Anfang Mai bereits ein Automat explodiert, wenige Wochen später habe sich zudem eine Explosion am Bahnhof im südhessischen Münster ereignet.

Die Bahn bestätigte, es habe in den vergangenen Monaten immer wieder "Aufsprengungen von Fahrkartenautomaten" gegeben. "Obwohl die Täter keine große Summen Bargeld aufgrund der kurzen Leerungsintervalle erbeuten, scheint hier eine Gruppe Krimineller aktiv zu sein", hieß es in einer Mitteilung.

"Die vom LKA geschilderte missglückte Zündung" stelle aber "einen Ausnahmefall dar". "Die Bahn hat auf die Angriffe durch ein verstärktes Sicherheitskonzept reagiert und die Bestreifung der Automaten verstärkt", teilte das Unternehmen mit.