Leben mit KindernAdieu Familie!

Weniger als die Hälfte der Deutschen lebt noch mit ihren Eltern oder Kindern zusammen. Kein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen des Zeit, findet Ludwig Greven.

Eine junge Familie auf dem Wave-Gotik-Treffen 2013 in Leipzig

Eine junge Familie auf dem Wave-Gotik-Treffen 2013 in Leipzig  |  © Marco Prosch/Getty Images

Deutschland diskutiert wieder einmal heftig über die Familienpolitik. Sollen Homo- und Hetero-Ehen rechtlich gleichgestellt werden? Soll das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ersetzt werden? Ist die klassische Familie heute überhaupt noch zeitgemäß?

Dazu passt, was das Statistische Bundesamt anlässlich des Internationalen Familientages dieser Tage vermeldete. Danach lebte 2011 nur noch knapp die Hälfte (49 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland in Familien. 15 Jahre zuvor waren es noch 57 Prozent. Besonders stark ist der Rückgang in Ostdeutschland. Wohnten dort 1996 noch in 58 Prozent der Haushalte Mütter und/oder Väter mit Kindern zusammen, sind es jetzt nur noch 42 Prozent. Ähnlich gering ist der Familienanteil in den Großstädten. Rund 60 Prozent der Bewohner von Berlin oder Hamburg wohnen allein ohne Kinder oder Eltern. 

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Ist die Familie also ein Auslaufmodell? Stirbt Deutschland aus, weil bald niemand mehr Kinder haben möchte? Solche Schreckensszenarien sind zumindest übertrieben. Denn der sinkende Anteil der Familienhaushalte hat – neben der niedrigen Geburtenrate – vor allem demografische und soziale Gründe.

Länger leben ohne Kinder

Erstens: Die Menschen leben immer länger. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, verbringen Eltern häufig noch 30, 40 Jahre allein, mit ihrem Partner oder am Ende im Seniorenheim, aber nicht unbedingt jenseits ihrer Familie. Nur wohnen sie eben nicht mehr mit ihren Kindern zusammen. Die leben für sich, haben vielleicht irgendwann eigene Kinder, die ihre Großeltern besuchen und von denen sie manchmal oder regelmäßig betreut werden. Die Familie existiert also weiter, nur eben nicht mehr wie in früheren Zeiten unter einem Dach.

Ludwig Greven
Ludwig Greven

ist Politik-Redakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Zweitens: Frauen und Männer bekommen ihre Kinder heute später und bilden daher auch erst später Familien. Viele Ehen und Beziehungen scheitern zudem. Zurück bleiben Väter und Mütter ohne ihre Kinder, die bei der früheren Partnerin oder dem früheren Partner leben. Oder die Eltern teilen sich das Sorgerecht. Gezählt werden solche Alleinerziehenden aber nur einmal.  

Drittens: Die Mobilität hat deutlich zugenommen. Kinder ziehen zum Studieren oder Arbeiten weg; ein Elternteil wohnt möglicherweise die Woche über in einer anderen Stadt, weil es nur dort einen Job gefunden hat. Familien werden dadurch räumlich getrennt, aber sie lösen sich deshalb nicht automatisch auf.  

Dieser Trend gilt vor allem in Ostdeutschland. Viele Dörfer und kleinere Städte dort entvölkern sich. Vor allem die Jungen ziehen weg. 1996, wenige Jahre nach der Einheit, hatte Mecklenburg-Vorpommern noch mit 63 Prozent den höchsten Familienanteil. Inzwischen ist er um ein Drittel auf 42 Prozent gesunken. Ähnlich ist es in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Menschen dort entscheiden sich nicht unbedingt gegen die Familie, sie finden nur in vielen Fällen keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in der Nähe.

Leserkommentare
    • Fdgo1
    • 18. Mai 2013 11:57 Uhr

    Aufgabe der Familienpolitik Kinder bekommen ...

    Das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein.
    Sinn einer Familienpolitik ist es mindestens auch, dass vorhandene Familien anständig behandelt werden. Wer bekommt denn Kinder, wenn er - sobalb diese da sind, spätestens wenn sie das Haus verlassen - einen Tritt in den Hintern von dieser ideologisch verdrehten Gesellschaft erhält.

    Um es mal gerade zu rücken, dass Grundgesetz schützt Ehe, Familie, Freiheit, Leben, körperliche Unversehrtheit usw., ohne dass hier Gewichtungen vorgenommen werden. Kinder sind also nicht das oberste Ziel und Maß einer Gesellschaft, sondern neben anderen Werten ein Wert.

    Kinder werden im Übrigen auch erwachsen. Sind sie dann weniger "wert", wenn sie heiraten und eine Ehe gründen? Ist eine Ehe, immerhin ein Wert von Verfassungsrang, so kleinzureden, dass von dieser Solidar- und Verantwortungsgemeinschaft nichts mehr bleibt, sie vielmehr gar - wie hier von dem Autor in seinen Beiträgen - diskriminiert werden kann?

    Wer nicht heiraten will, tut das aus vermutlich gutem Grund. Er sollte aber dann so viel Anstand haben, neben den Vorteilen damit zu leben, dass er eben nicht die Rechte in eine Ehe hat. Die Ehe ist aus guten Grund ein Rechtsinstitut, an das der Gesetzgeber Pflichten und Rechte knüpft, die den Staat massiv entlasten.

    Es ist deshalb zwingend, dass der Gesetzgeber die Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft steuerlich wegen der Progression angmessen einordnet.

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    • bayert
    • 18. Mai 2013 14:05 Uhr

    neben den Ehegattensplitting ist die kostenlose Mitversicherung in den Blickpunkt gerückt. Hier soll ein Splitting eingeführt werden, damit Ehepaare höhere Beiträge zahlen. Die kostenlose Mitversicherung endet bei Eltern mit Vollendung des 3. Lebensjahres, da dann ein Kita-Platz garantiert ist (das hätte ich nicht einmal von einer radikal-neoliberalen Partei erwartet). Kann man alles in der FAZ nachlesen: http://www.faz.net/aktuel...

    vertretenes lebensmodell, in dem fall die heteroehe, gesellschaftlich gesponsert werden muss, und anderen lebensmodelle, unter anderem auch mit kindern, fuer sie in die geldbörse gegriffen wird.

    aber Entscheidung und damit Privatsache

    Ich finde, dass die Ehe, welche Funktion sie auch mal gehabt haben mag, inzwischen nur noch als das gesehen werden sollte, was sie ist: Ein gegenseitiges Versprechen, zusammenzuleben und füreinander da zu sein. Und da ist es eben meiner Meinung nach wieder egal, ob es Hetereos oder Homos sind oder ob sie Kinder haben oder nicht.

    Was die Steuern angeht: Wenn man mal wirklich gerecht sein soll, ist es doch so, dass jeder Mensche, ob verheiratet oder nicht, ob Kind oder Erwachsener, Ressourcen unserer Gesellschaft verbraucht. Ja, auch und gerade Kinder! Und wenn man gerecht sein will, sollte für jeden Steuern gezahlt werden. Eine (völlig willkürliche) Bevorzugung von Leuten, die zum Standesamt gerannt sind gegenüber Menschen, die einfach so zusammen leben, ist nicht zu rechtfertigen (ich bin verheiratet, um da gleich persönliche Interessen auszuschließen). Und warum Eltern große steuerliche Vorteile dafür bekommen, dass sie sich ihren Wunschtraum vom eigenen Kind (oder mehreren) erfüllt haben, kann ich auch nicht einsehen.

    Also: Ehegattenplitting und Kinderfreibetrag ade!

    PS: Gesellschaftliche Gerechtigkeit bedeutet natürlich auch, dass ALLE gleichermaßen in Rentenversicherungen, Sozialversicherungen und Krankenkassen einzahlen. Also ebenfalls: Weg mit Deckelung von Krankenkassenbeiträgen und der Bevorzugung von Unternehmen (insbesondere Großunternehmen) und auch Politikern.

  1. Wenn wir nämlich mal den Horizont auf die ganze Erde erweitern.
    Unsere Spezies hat sich in der sehr sehr kurzen Zeit seit der Industrialisierung mehr als versiebenfacht. Das ging nur weil wir durch die neuen technischen Möglichkeiten, inklusive Kunstdünger Traktor etc. in der Landwirtschaft, die natürlichen Limitierungen "überwinden" konnten. Das heißt natürlich im Umkehrschluss dass wir als Spezies insgesamt über dem leben, was dieser Planet dauerhaft aushält. Alle, wir als Art. Auch die Ärmsten - mag ja sein dass das BIP/Kopf eines Deutschen das Vielfache beträgt, wenn aber Millionen Menschen in den riesigen Slums der Metropolen in Entwicklungs- und Schwellenländern riesige Mengen an Nahrung, Wasser etc. benötigen und riesige Mengen an Abfall, Fäkalien etc. produzieren dann geht das ja trotzdem enorm zu Lasten der Natur. Wenn die Ärmsten in Lateinamerika die Regenwälder abholzen durch Brandrodung, um neues Ackerland zu gewinnen, wenn die einfachen Bauern in Afrika mit ihren Herden das weite Land abgrasen, zertrampeln und auch den letzten kleingewachsenen Baum abholzen um Abends damit ein Feuer zum Kochen zu entfachen.

    Egal wohin man schaut, es gibt einfach zuviel von uns.
    Der Hoffnungsschimmer den ich habe ist dass wir offenbar weniger Nachkommen haben, siehe auch Japan etc., wenn wir wohlhabender werden. Wäre dem nicht so dann wäre ich mir sicher dass wir uns als Art in nicht all zu ferner Zukunft selbst ausrotten, inkl. dem Großteil aller Lebewesen auf Erden.

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    • Thetis
    • 18. Mai 2013 13:46 Uhr

    Wenn man propagandistisch und einem vermeintlichen Zeitgeist folgend alle Kulturen gleichsetzt, indem es als völlig egal deklariert von wem und wo die Kinder geborgen werden, verdummt man sich selbst.
    Ein wieviel besserer Ort ist die Welt denn, wenn auf einmal alle 80 Millionen Einwohner Deutschlands verschwinden und dazu noch ca. 350 weitere Europäer, aber dafür sich der Rest der Welt von Ägypten über Indien, Brasilien bis Nigeria und Somalia 200 Millionen Kinder geboren werden.
    Was wird damit erreicht?
    Mehr Wohlstand, Glück, Lebensqualität, Gerechtigkeit?
    Oder gibt es einfach noch mehr Bürgerkriege und Kriege?
    Warum kamen denn im letzten Jahr über eine Million Menschen nach Deutschland?
    Weil es hier im Vergleich mit den Ländern aus denen sie kommen, das Paradies ist.
    Und wer hat das geschaffen?
    Und warum machen sie sich nicht selbst ein Paradies?

    • Paxvo
    • 18. Mai 2013 13:46 Uhr

    Zitat von like-a boss:
    " Zeitgemäß oder nicht, es gibt zuviele Kinder
    Wenn wir nämlich mal den Horizont auf die ganze Erde erweitern."

    Ja, so wird gelegentlich argumentiert. Nach meinem subjektiven Eindruck
    merkwüdigerweise gerade von solchen Menschen, die es gar nicht gerne
    hören, wenn man darauf hinweist, dass - weltweit gesehen -
    es in unserem Lande selbst den Ärmsten der Armen gut geht.

    Da heißt es dann "Das kann doch nicht UNSER Maßstab sein!"

    Jedenfalls. es tut mir leid, wenn ich zuviel produziert haben sollte.
    paxvo, Vater von sieben Kindern

    haben sich leider den vollkommen irrelevanten Absatz mit den Entwicklungsländern rausgepickt. Kann mein Kommentar denn so mißverständlich sein?
    Wenn Sie mit vielen Kindern glücklich sind ist das doch toll. Aber wenn dann sollte man Kinder haben weil man eine Familie gründen will und das sollte politisch und gesellschaftlich auch so betrachtet werden, als menschliche Bereicherung. Stattdessen geht es immer um Rentenkassen etc., ein furchtbares Menschen- (und Kinder-) Bild. "Gebären für die Rentenkasse". Ähnlich bei der Einwanderungsdebatte, immer geht es nur darum dass man Arbeitskräfte brauche, so fing es schon damals mit den Gastarbeitern an. Nie war die Frage was brauchen die Leute damit sie sich hier wohlfühlen, was bringen die in unsere Gesellschaft ein etc., und genau diese Fehler wiederholen wir nun. Kann doch nicht sein dass ich der einzige bin der das alles so sieht?!

    Nach ihrer Analyse gäbe es nur einen Schluss: Wir müssten die Geburtenrate der Menschheit niedriger halten als ihre Sterberate. Dies ist im Bauplan der Menschen nicht vorgesehen, weder im Wollen noch vom Können her. Sie sehen es überall: Die Natur bringt ständig mehr hervor, als momentan für ihre Arten-Reproduktion notwendig ist. Sie müssen nur genau hinschauen, überall wo man hinspuckt keimt es im Überfluss. Da ist die Vermehrung der Menschen als Teil der Natur keine Ausnahme. Die Natur braucht diese Verschwendung zu ihrer Erhaltung, denn erst durch sie kann sie die notwendige Kombination, Selektion und Stabilisation durchführen. Wobei ihr eigentliches Ziel von uns nicht erkennbar ist.
    Fazit: Genauso wenig wie sie dem Seidenwurm das Spinnen verbieten können, genauso wenig können sie global gesehen den Menschen den Kinderwunsch ausreden, um die Geburtenrate unter die Sterberate zu drücken. Eine Reduktion ist temporär nur möglich, durch Krieg oder durch eine Viren-Pandemie ähnlich wie die Pest im Mittelalter, die ein Drittel der Menschheit in Europa auslöschte. Diese Gefahr ist aufgrund der kurzen Reproduktionszeit der Viren, worin ihre hohe Überlegenheit gegen Impfstoffe aller Art besteht, evidenter denn je. Dies gelt insbesondere ab einer bestimmten globalen Bevölkerungsdichte. Wir können noch hoffen!

    "Zeitgemäß oder nicht, es gibt zuviele Kinder Wenn wir nämlich mal den Horizont auf die ganze Erde erweitern."
    -------------------
    Wenn, dann erweitern Sie doch bitte noch weiter. Es gibt nicht mal einen Menschen pro Sonnensystem. Von Überbevölkerung zu sprechen zeugt nur vom ziehen falscher Grenzen

    ...wenn die paar Europäer meinen, das Problem der weltweiten Überbevölkerung dadurch in den Griff bekommen zu können, indem sie die Zahl ihrer eigenen Kinder von einem bis zweien auf Null reduzieren.

    Wenn es darum gehen soll, der weltweiten Überbevölkerung entgegenzuwirken, wäre es wesentlich zielführender, wenn diejenigen, die zur Zeit zehn bis fünfzehn Kinder pro Individuum in die Welt setzen, ihre Kinderzahl auf “nur” fünf reduzierten.

    Und ein bißchen Vielfalt an Sprachen und Hautfarben macht die Welt auch lebenswert und abwechslungsreich. Ich hielte es für moralisch vertretbar, wenn die Europäer sich ein Recht auf Fortpflanzung zugestehen :-)

  2. Der Trend sollte uns unbedingt beunruhigen, denn:

    1) zum Einen bedeutet das, dass mehr Ehen mit Kindern geschieden werden, mit nicht messbaren Schmerzen und psychologischen Folgen für ebendiese Kinder, und,

    2) wenn wir als Eltern heute den Generationsvertrag einseitig kündigen, dann
    ist nicht klar, wer unserer Aller Altersversorgung nachkommen wird, wenn wir mal an die Reihe sind.

    Bei aller Liebe zum Liberalismus und Toleranz für unterschiedliche Lebensvarianten will ich gerade als Vater mit zwei Kindern an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es mal wieder an die Zeit wäre, dass sich die Eltern, und damit meine ich insbesondere die Väter, mehr Zeit für ihre Kinder nehmen und ihre eigenen individualistischen Wünsche in angemessener Weise nach Hinten stecken.

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    Redaktion

    Ich sehe es wie Sie: Kinder sind das schönste Geschenk im Leben. Sie sind ein Wert an sich und mit Kosten für ihren Unterhalt nicht aufzurechnen. Aber leider entscheiden sich heute viele Menschen - aus unterschiedlichen Gründen - für ein Leben ohne Kinder.
    Wie kann man das ändern? Vermutlich nicht durch noch weitere finanzielle Leistungen des Staates, schon gar nicht durch ein "Betreuungsgeld". Sondern nur, indem wir unsere Gesellschaft wieder kinder- und familienfreundlicher gestalten. Dann werden vielleicht auch die, die ihren Kinderwunsch jetzt zurückstellen oder aufgegeben haben, umdenken.

    • cm30
    • 18. Mai 2013 13:45 Uhr

    > wenn wir als Eltern heute den Generationsvertrag einseitig
    > kündigen, dann ist nicht klar, wer unserer Aller Altersversorgung
    > nachkommen wird, wenn wir mal an die Reihe sind.

    Oha, das ist aber Denken aus der vorindustriellen Zeit, oder? Als ob wir heute noch so viele Arbeiter benötigen wie vor 200 Jahren, die für die älteren Generationen aufkommen müssen. Schauen Sie sich nur die Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern an! Kinder im Spätkapitalismus sind vorrangig Kostenfaktoren (s. Artikel). Und was sie an Schulen, Kindergärten etc. einsparen, bleibt mehr für die Renten. Zudem ist die Umverteilung generell in Schieflage, wenn es wenige alte Reiche und Superreiche gibt und zunehmend Arme.

  3. Ja wir werden immer mehr egoistischer auf uns selbst bezogen und Kinder in die Welt setzen davor steht die Kostenrechnung. Welch Sackgassen-denken.
    Doch unsere Regierungen sollten sich mehr darum kümmern, dass der Vorschulkindergarten ohne Ausnahmen den Familien bezahlt wird mit anderen Vorzügen, dann steigt auch bei uns bald die Geburtenrate.
    Das Schwinden von Familien bei uns sehe ich als verkehrte Richtung ist aber
    gekoppelt an unser Kaltes lebloses wirtschaftliches denken.

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  4. 5. [...]

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    Im Falle von Überbevölkerung ist Fortpflanzung nicht gleich Arterhaltung.

    Der wichtigste Schritt zur Arterhaltung wäre es, die ungehemmte Vermehrung des Menschen solange zu zurück zu fahren, bis die Gesamtpopulation wieder im Gleichgewicht mit den natürlichen Ressourcen steht (bei derzeitigem Ressourcenverbrauch auf dem Lebensstandard der westlichen Welt: max. 2 - 2,5 Milliarden Menschen).

    Im Gegensatz zu jeder anderen Spezies ist der Mensch zu einer solchen Selbstkontrolle fähig. Bei Tieren und Pflanzen, die dazu nicht in der Lage sind führt exzessive Vermehrung langfristig zum Zusammenbruch der Population. Im Hinblick auf die Kollateralschäden, die der Mensch in einem solchen Falle an der Natur anrichten kann (und wird), sollte das keine Option sein.

    • Oakman
    • 18. Mai 2013 13:44 Uhr

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  5. Warum sollte man denn Familien gründen?
    Kein Land ist so Kinderfeindlich wie Deutschland.
    Die Perspektiven der Kinder die heute geboren werden waren nie so schlecht.
    Auch die Aussicht auf ein Job ist schlecht, und wenn man einen bekommt ist man ohnehin wochenlang auf Montage und sieht die Familie kaum.
    Warum also sollte ich mich mit Anfang 20 darum bemühen eine Familie zu gründen? Die Regierung löst das Problem mit mehr Migration und damit hat es sich, Problem gelöst.

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    • sauce
    • 18. Mai 2013 14:14 Uhr

    Die Aussichten für Kinder waren noch nie so schlecht ?
    Offenbar hat die Lektüre der ZEIT Ihren Horizont nicht deutlich erweitert.
    Ich will die zur Zeit nicht einfache Situation nicht schönreden... aber :
    In Deutschland geborene Kinder müssen keine Angst haben zu verhungern, können unabhängig von Geschlecht /Religion zur Schule gehen und die Aussichten auf einen Job waren auch schonmal schlechter (googeln Sie mal Facharbeitermangel).... und niemand kann vorhersagen wie die Jobsituation in 15 oder 20 Jahren ist.
    Wie definieren Sie genau "kinderfeindlich" ?
    Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben auch Familien in Frankreich oder Italien. Die Kinderbetreuung könnte besser sein, das stimmt. Trotzdem sollte man sich vor Jammerei auf sehr hohem Niveau hüten.

    "Kein Land ist so Kinderfeindlich wie Deutschland."

    Das ist schlicht quatsch. Sage ich als Mutter von drei Kindern. Zum einen bezweifle ich, daß Sie alle Länder der Erde bereist haben, um eine repräsentative Studie zu diesem Thema vorweisen zu können. Haben Sie schon mal was von Strassenkindern in Brasilien gehört? Von Flüchtlingskindern in Kriegsgebieten, die keine Eltern mehr haben? Von Kindersoldaten? Von Kinderprostituierten in Thailand? Von billigen Kindersklaven und Kinderarbeit in Indien? Von verhungernden Kindern in Afrika, von skandalös hohen Kindersterblichkeitsraten generell in armen Ländern?
    In großen Teilen der Welt werden arme Kinder geradezu barbarisch behandelt, im Vergleich zu unserem Land. Ihre Aussage ist somit haltlos.

    Hier muss ich Ihnen entschieden widersprechen. Ich möchte fast behaupten, dass kein Land kinderfreundlicher ist. Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik - z.B. die noch unzureichende Versorgung mit Kindertagesstätten. Auch die Vereinbarung von Beruf und Familie ist noch sehr verbesserungswürdig.Hauptgrund für die mangelnde Kinderzahl und für den Zerfall der traditionellen Familie sind m.E's allerdings die unsicheren Arbeitsverhältnisse und der zunehmende Individualismus. Die materielle Ausstattung ist dagegen vergleichsweise sehr gut.

    Wenn Sie meinen, daß dies eine extrem schlechte Zeit und ein extrem schlechtes Land sei, um Kinder in die Welt zu setzen, möchte ich daran erinnern, daß Sie heute nur existieren, weil Ihre Vorfahren einst Kinder mitten im Dreißigjährigen Krieg bekommen und großgezogen haben!

    Das soll ja wohl ein Witz sein.

    Und dann dieser letzte Satz: “Die Regierung löst das Problem mit mehr Migration und damit hat es sich, Problem gelöst.”

    Migration “löst” überhaupt nichts. Sie kann allenfalls, wenn es denn auch so läuft wie beabsichtigt, als eine “Notlösung” temporäre Engpässe abmildern. Aber ein dauerhaftes Konzept ist es nicht, anderen Gesellschaften die qualifizierten Arbeitskräfte wegzunehmen statt sich aus sich selbst heraus zu reproduzieren. “Das Problem” würde darüberhinaus eher gelöst, auf Langzeitarbeitslose fortgeschrittenen Alters zu verzichten und einheimische ältere Semester in Lohn und Brot zu halten bzw. weiterzubilden, statt laufend junge sogenannte “Fachkräfte” aus dem Ausland zu importieren.

    Außerdem ist die Regierung nicht für alles verantwortlich. In Irland käme niemand auf die Idee, auf Familiengründung und privates Glück zu verzichten, nur weil “die Regierung” nicht hinreichend gut ist. Wenn zwei Menschen gegen ihren eigentlichen Willen kinderlos sind, ist nicht der Staat schuld, sondern der “Mindset” in den Individuen, oder – auch wenn das wieder ins Nebulöse abgleitet – “die Gesellschaft”.

  6. 7. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

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    Antwort auf "[...]"
  7. Redaktion

    Ich sehe es wie Sie: Kinder sind das schönste Geschenk im Leben. Sie sind ein Wert an sich und mit Kosten für ihren Unterhalt nicht aufzurechnen. Aber leider entscheiden sich heute viele Menschen - aus unterschiedlichen Gründen - für ein Leben ohne Kinder.
    Wie kann man das ändern? Vermutlich nicht durch noch weitere finanzielle Leistungen des Staates, schon gar nicht durch ein "Betreuungsgeld". Sondern nur, indem wir unsere Gesellschaft wieder kinder- und familienfreundlicher gestalten. Dann werden vielleicht auch die, die ihren Kinderwunsch jetzt zurückstellen oder aufgegeben haben, umdenken.

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    Antwort auf "Doch, unbedingt"
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    • _bla_
    • 18. Mai 2013 15:05 Uhr

    Vermutlich nicht durch noch weitere finanzielle Leistungen des Staates, schon gar nicht durch ein "Betreuungsgeld".

    Warum nicht? Um weiterzukommen müsste man sich vielleicht mal von der Vorstellung abschieden, das politische Maßnahmen, die einem Bereichen einen gesellschaftlichen Fortschritt darstellen unbedingt auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenfalls einen Fortschritt oder zumindest keinen Rückschritt darstellen. Das Betreuungsgeld ist vermutlich hinderlich für eine höhere Beteiligung von Frauen am Berufsleben, das bedeutet aber gleichzeitig nicht, das es nicht jungen Familien das Leben erheblich erleichtern kann und Kleinkinder sehr davon profitieren können, wenn sie den ganzen Tag eine Bezugsperson verfügbar haben. Hier kann man durchaus auch versuchen, politisch darauf hinzuwirken, das diese Person öfters auch mal der Vater und nicht die Mutter ist.

    Die Gesellschaft wird nicht kinder- und famillienfreundlicher werden ohne das an anderen Stellen Abstriche gemacht werden.

    • karoo
    • 18. Mai 2013 16:06 Uhr

    Erziehungsgeld hat ermöglicht, dass unser Kind in den ersten zwei Jahren halbtags in der Familie betreut werden konnte, nicht als Säugling in einer Krippe versorgt werden musste.

    Wollte man Frauen überzeugen, Mütter zu werden, müsste dieser Umstand auch im Berufsleben positiv bewertet werden.

    Man müsste Sicherheit schaffen, dass der andere Partner bei Trennung tatsächlich die Hälfte der Lasten trägt:

    Die Erziehungsarbeit (nennen wir das einmal so) besteht aus Arbeit wie: Bereitschaftsdienst auch nachts, Haushaltung, Kleiderpflege, Organisation, Transportdienste, Nachhilfeleistungen, etc., die von Kita nicht abgedeckt wird. Aber deren Mehrwerterbringung nicht finanziell, weder durch Unterhalt, noch Altersversorgung reflektiert wird. Genau das Gegenteil ist der Fall: Zur Erbringung der Arbeitsleistung kommt der Verdienst- und Versorgungsverlust noch hinzu.

    Der sorgeberechtigte Elternteil arbeitet sich also altersarm.

    Der nichtsorgeberechtigte Elternteil muss Kindesunterhalt überweisen, der meist noch nicht einmal die Kinderzimmermiete decken würde, geschweige denn Schulsachen, Spielsachen, Kinderzimmermöbel, Kleidung für das wachsende Kind, Ausflüge, Fahrräder u.ä. Und schon gar nicht ab und zu einen Babysitter, damit der sorgeberechtigte Elternteil pausieren kann.
    Ansonsten kann der nichtsorgeberechtigte Elternteil jede nötige Überstunde leisten, Geschäftsreise machen, Karriere verfolgen, fürs Alter vorsorgen.

    Solange das so ist, ist Frau dumm wenn sie Mutter wird.

    Der finanzielle Anreiz ist nicht zu vernachlässigen, denn Kinder kosten nun mal Geld und dies sollte der Staat fördern, denn unsere Kinder sind die Steuerzahler der Zukunft und und die Zukunft unseres Landes.

    Es gibt kostenlose Schulen und Unis, wir schaffen es aber nicht kostenlose Kindergartenplätze zu schaffen. Es gibt einen Steuervorteil wenn man heiratet - zumindest wenn ein Partner nichts oder weniger verdient, werde ich Vater ohne zu heiraten und trage nun die Verantwortung für das Kind bekomme ich keine steuerlichen Vorteile. Lasse ich mich scheiden und muss Unterhalt für die Kinder bezahlen, dann werde ich in die Steuerklasse 1 zurückgestuft.

    Es gibt da sehr viel Benachteiligungen für Familien. Man sollte einfach die Eltern, die einer geregelten Arbeit nachgehen steuerlich mehr fördern. Dies würde auch den Anreiz steigern, dass Eltern die arbeiten Kinder bekommen und schließt damit aus, dass man Kinder nur aufgrund von Transferzahllungen in die Welt setzt.

    Wir haben ein Kind und wir zahlen beide Steuern als wären wir Singles. Es gib für ein arbeitendes Ehepaar keine steuerlichen Vorteil - im Gegenteil.

    So kann das ja nicht laufen.

    Da stimme ich Ihnen zu. Der erste Schritt der dazu getan werden muss:
    Frauen zurück an den Herd.

    • HeidiS
    • 20. Mai 2013 10:18 Uhr

    50 DM Kindergeld, welches in dem halben Jahr, in dem ich Sozialhilfe bezog, auf diese angerechnet wurde, also wegfiel. Ich habe gejobbt, ohne in die Rentenversicherung einzuzahlen (schon damals gab es 'geringfügige Beschäftigungen'). Als mein Sohn acht Jahre alt war, bekam ich einen Hortplatz für ihn, und erst da konnte ich Vollzeit arbeiten und einzahlen. Die zu erwartende Minirente wird nicht einmal für die Miete reichen, also hoffe ich, dass es in fünf Jahren noch freie Sozialwohnungen geben wird. Bitte nicht falsch verstehen: die Zeit, die ich mit meinem Kind verbracht habe – bei Halbtagsunterbringung in einem privat und selbst organisierten Kindergarten – möchte ich nicht missen. Aber die Altersarmut war in dem Moment, als ich meinen Sohn zur Welt brachte, schon vorprogrammiert. Die Rentenbeiträge waren einfach zu gering.

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