IntegrationFriedrich will Islamkonferenz regionalisieren

Die Bundesländer sollen stärker an der Islamkonferenz beteiligt werden, sagte Innenminister Friedrich. Die Zuständigkeit soll trotz Kritik bei seinem Ministerium bleiben.

Innenminister Hans-Peter Friedrich unterhält sich vor Beginn der Islamkonferenz mit Mahada Wayha, einer Delegierten der Jungen Islam Konferenz.

Innenminister Hans-Peter Friedrich unterhält sich vor Beginn der Islamkonferenz mit Mahada Wayha, einer Delegierten der Jungen Islam Konferenz.  |  © Soeren Stache/dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die Forderung muslimischer Verbände zurückgewiesen, die Islamkonferenz nach der Bundestagswahl aus dem Innenressort auszugliedern. Sein Ministerium sei zuständig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit auch für die Islamkonferenz, sagte der CSU-Politiker bei dem letzten Treffen mit muslimischen Verbänden in dieser Legislaturperiode.

Stattdessen will Friedrich die Deutsche Islam Konferenz (DIK) nach der Bundestagswahl stärker in den Ländern verankern. Die DIK solle sich regionalisieren. "Dies ist eine der strukturellen Aufgaben insbesondere der nächsten Legislaturperiode", sagte er.

Anzeige

Der Innenminister begrüßte zugleich die von der DIK angestoßene Initiative zur Förderung von Projekten im Jugendbereich gegen Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und Extremismus. Prävention auf diesen drei Gebieten sind die Schwerpunkte des diesjährigen DIK-Plenums.

Unterstützt wird die DIK-Projektinitiative von einem Förderkreis aus Bundesinnenministerium, Bundesfamilienministerium, Auswärtigem Amt, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Bundeszentrale für politischen Bildung und der Robert Bosch Stiftung.

Zurückgewiesen hat Friedrich dagegen die Forderung mehrerer muslimischer Organisationen, Sicherheitsthemen künftig aus dem Gesprächsforum auszuklammern. Das sei "völlig unsinnig", sagte der Innenminister. Die Themen Terror und Sicherheit hätten auf der DIK noch nie eine Rolle gespielt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Hätte er mal die Christlichen Kirchen stärker an dem Dialog beteiligt.
    Ach ja, das kann er ja gar nicht, Staat und Kirche sind ja bekanntlich in Deutschland zwei paar Gebetsstiefel.

    Aber warum leitet er dann überhaupt diese Konferenz?

  2. "Sein Ministerium sei zuständig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit auch für die Islamkonferenz, sagte der CSU-Politiker" -

    wer sonst, wenn Kolat, Mazyek und andere sich nicht für die Gesellschaft sondern nur für die EIGENE Gesellschaft ins Zeug werfen - Integration von der Mehrheitsgesellschaft fordern und eigene Schritte als überhöhte Forderungen ansehen.

    Friedrich macht es richtig: verhandeln, Selbstverständliches aussprechen und das, was gerne übersehen wird - der Eigenanteil BEIDER Seiten - konkret nicht nur aus- sondern konsequent ansprechen und einfordern.

    Wann wird, wenn Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen wird, auch die Deutschenfeindlichkeit zur Debatte gestellt? Kolat sieht Probleme - will diese aber nur in der Mehrheitsgesellschaft verankern - das muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden: deutsche Gesellschaft - das sind auch unsere muslimischen Mitbürger - und die müssen in die deutschen Befindlichkeiten einbezogen werden - wollen sie doch! Dann müssen diese Befindlichkeiten aber genauso wie die der Mehrheitsgesellschaft untersucht werden - wenn dann z.B. herauskommt, dass große Teile lieber mehr Muslime sehen, dann sagt das auch etwas über deren Bild von der Mehrhheitsgesellschaft aus - und dann kann das auch bedeuten, dass in DER Mitte ebenfalls Fremden- nämlich Deutschenfeindlichkeit ausgeprägt ist.
    Ist doch möglich - oder? Dann muss das benannt und debattiert werden - gleichrangig!

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Integration | Antisemitismus | Bundesinnenministerium | Extremismus | Innenminister | Ministerium
Service