TürkeiPolizei räumt Protestcamp in Istanbul gewaltsam

Tausende Demonstranten wollen verhindern, dass eine der letzten Grünflächen im Zentrum Istanbuls bebaut wird. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

In Istanbul ist die Polizei mit Gewalt gegen Tausende Demonstranten vorgegangen, die sich gegen die Neugestaltung eines Parks im Stadtzentrum wehren. Nach Angaben eines Ärzteverbandes wurden mehr als 100 Menschen leicht verletzt.

Die Beamten räumten ein Protestcamp im Gezi-Park und setzten dabei Tränengas und Wasserwerfer ein, berichteten Nachrichtensender. Demonstranten hätten daraufhin mit Steinen geworfen. 

Anzeige

Die Beamten riegelten den Park ab, um eine Rückkehr der Protestler zu verhindern. Der Istanbuler Polizei wird seit Längerem vorgeworfen, auch bei friedlichen Protesten mit übertriebener Härte zu reagieren.

Amnesty International kritisierte "exzessive Gewalt"


Die Demonstranten hatten den Park am zentralen Taksim-Platz im europäischen Teil von Istanbul seit Montag besetzt, um die Abholzung von Bäumen zu verhindern. Sie organisierten sich vor allem über Facebook und Twitter. Mittlerweile haben sich die Demonstrationen zu einem generellen Protest gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ausgeweitet.  

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte das Vorgehen der Polizei. Sie habe "exzessive Gewalt" eingesetzt, um gegen die ursprünglich friedlichen Demonstranten vorzugehen.

Auf dem Gelände des Parks soll ein Kasernengebäude aus dem 18. Jahrhundert neu errichtet werden, in dem später unter anderem ein Einkaufszentrum untergebracht werden soll. Die Protestbewegung kritisiert, dass die Umgestaltung eine der letzten Grünflächen im Stadtzentrum vernichten würde. Auch gegen andere große Bauprojekte in Istanbul regt sich Widerstand in der Bevölkerung. So soll unter anderem ein historischer Stadtteil modernen Bürobauten weichen.

Ministerpräsident Erdoğan hatte die Einwände der Kritiker jedoch diese Woche abgewiesen und gesagt, die Entscheidung zum Parkumbau sei gefallen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. stark an die Proteste in Stuttgart wo ein alter Mann aufgrund von Wasserwerfern fast ein Auge verloren hat.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und die ,,starken" Parallelen sind jetzt wo? Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein?

    Bevölkerung wehrt sich gegen Baumfällen zum Erhalt innerstädtischer Grünanlage...

    • effsun
    • 31. Mai 2013 22:16 Uhr

    Die Türkei wird morgen nicht mehr die Selbe sein.

  2. 3 Leserempfehlungen
  3. .... hätten wir doch schon Drohnen, dann könnte de Maiziére die (selbstverständlich nur zum Schutz der inneren Sicherheit) der Türkei leihen!

    Spaß beiseite....

    3 Leserempfehlungen
  4. Der Link zur Facebook-Seite ist falsch - dies ist der richtige: https://www.facebook.com/taksimgeziparkidernegi

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Liebe Anouk Conta!

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben nun den Link geändert.

    Beste Grüße,

    Die Redaktion

  5. 5. [...]

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen weniger polemischen Kommentarstil. Die Redaktion/mak

    2 Leserempfehlungen
  6. 6. Aha..

    Und die ,,starken" Parallelen sind jetzt wo? Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein?

    Antwort auf "Erinnert"
    • Kenzen
    • 31. Mai 2013 16:22 Uhr

    Auch wenn es aus D. so aussieht als wäre dies eine occupy Bewegung a la Frankfurt oder Wallstreet hinkt der Vergelich. Viel zutreffender ist das Beispiel des Tahrir Platzes in Egypten. Denn auch der Taksim Platz steht für Freiheit (besonders für das linke Spektrum) um den auch jeden ersten Mai Straßenschlachten geführt werden.

    Und eigentlich dieser Protest die Fortsetzung zu den Protesten um den Bombenanschlag in Reyhanli an der Syrischen Grenze. Türkische Cyber-Aktivisten haben dort Dokumente veröffentlicht die klar bezeugen dass die AKP Regierung von der Planung des Attentats wusste und der Nusra Front doch freie Hand lies. Die Regierung verhüllte sich in schweigen und versuchte durch eine Anti-Alkohol Kampagne abzulenken.

    Das ist aber, wie man sieht nicht geglückt. So haben die Protestierenden gestern Abend auch immer wieder ihre Solidarität mit Reyhanli bekundet.

    Wie gesagt, dies ist keine Occupy-Bewegung. Es ist ein Flächenbrand der bald auch durch andere Anlässe an zulauf gewinnen wird. Denn sowohl die Befürworter als auch die Gegner der AKP haben begriffen dass Erdogan's Schutzengel (Obama) ihn verlasen hat, dass seine Außenpolitik ein komplettes Desaster ist und dass auch seine einstigen Verbündeten -Die Gülen Bewegung- ihn nicht mehr tragen wird.

    Wir werden bald den letzten Tanz eines polarisierenden, machtsüchtigen, Möchtegern - Khalifas erleben. Es wird ein kein schöner Tanz...

    Anmerkung: Bitte verweisen Sie auf Quellen, die Ihre Darstellung bestätigen können. Danke, die Redaktion/ds

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kenzen
    • 31. Mai 2013 19:23 Uhr

    Der Beweis das Al Nusra hinter den Anschlägen steckt.

    http://www.bianet.org/english/world/146827-redhack-releases-cables-on-re...

  7. Redaktion

    Liebe Anouk Conta!

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben nun den Link geändert.

    Beste Grüße,

    Die Redaktion

    Antwort auf "Falscher Link"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, rav
  • Schlagworte Polizei | Türkei | Istanbul | Bevölkerung | Abholzung | Facebook
Service