Ein Streit zwischen zwei Passagieren und der Besatzung des Flugzeugs war offenbar Auslöser für den Vorfall im Luftraum über London. Eine aus Pakistan kommende Passagiermaschine war wegen eines Notrufs aus dem Cockpit kurz vor der Landung in Manchester von einem britischen Kampfjet abgefangen und nach London-Stansted umgeleitet worden.

Ein Passagier der Maschine sagte nach der Landung dem Sender Geo TV, der Pilot habe die Flugleitung in Manchester über den Vorfall informiert, und das Flugzeug sei daraufhin umgeleitet worden.

Zwei Männer wurden nach der Landung in London-Stansted festgenommen. Die britische Polizei hatte zuvor nur von einem "Vorfall an Bord" der Maschine gesprochen. Details hatte die Polizei zunächst nicht genannt – nur dass den beiden Männern eine Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen werde.


Das britische Verteidigungsministerium hatte einen Kampfjet vom Typ Typhoon aufsteigen lassen, um den Vorfall an Bord der Maschine aufzuklären und das Flugzeug der pakistanischen Fluglinie PIA mit knapp 300 Passagieren an Bord nach Stansted zu begleiten. Eigentlich sollte die Maschine um 14 Uhr Ortszeit in Manchester landen.

Philip Baum vom Magazin Aviation Security Internationalsagte der BBC, es handele sich definitiv um einen schwerwiegenden Vorfall – "auch wenn es nicht unüblich sei, dass Abfang-Jets losgeschickt werden." Das geschehe bei Bombendrohungen genauso wie bei Flugzeugentführungen oder wenn die Maschine nicht mehr mit den Kollegen am Boden kommunizieren könne. Oft sei der Grund ein widerspenstiger Passagier. Die Tatsache, dass das Flugzeug aber nur wenige Minuten vor der Landung umgeleitet worden sei, sei ein Anzeichen für einen schwerwiegenden Vorfall, sagte Baum.

Ein Sprecher der Pakistanischen Fluglinie PIA sagt dem Nachrichtensender CNN: "Wir haben erfahren, dass es sich möglicherweise um eine Bombendrohung handelt." Genauere Angaben machte er allerdings nicht. Der Betrieb auf dem Flughafen in Stansted lief trotz des Einsatzes ohne Probleme.