Großbritannien : Britischer Kampfjet fängt pakistanisches Flugzeug ab

Die Passagiermaschine habe den Luftverkehr gefährdet, teilte die Polizei mit. Kampfjets eskortierten das Flugzeug nach London. Dort wurden zwei Männer festgenommen.
Ein Kampfjet des Typs Eurofighter Typhoon © Christopher Furlong/Getty Images

Ein Streit zwischen zwei Passagieren und der Besatzung des Flugzeugs war offenbar Auslöser für den Vorfall im Luftraum über London. Eine aus Pakistan kommende Passagiermaschine war wegen eines Notrufs aus dem Cockpit kurz vor der Landung in Manchester von einem britischen Kampfjet abgefangen und nach London-Stansted umgeleitet worden.

Ein Passagier der Maschine sagte nach der Landung dem Sender Geo TV, der Pilot habe die Flugleitung in Manchester über den Vorfall informiert, und das Flugzeug sei daraufhin umgeleitet worden.

Zwei Männer wurden nach der Landung in London-Stansted festgenommen. Die britische Polizei hatte zuvor nur von einem "Vorfall an Bord" der Maschine gesprochen. Details hatte die Polizei zunächst nicht genannt – nur dass den beiden Männern eine Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen werde.


Das britische Verteidigungsministerium hatte einen Kampfjet vom Typ Typhoon aufsteigen lassen, um den Vorfall an Bord der Maschine aufzuklären und das Flugzeug der pakistanischen Fluglinie PIA mit knapp 300 Passagieren an Bord nach Stansted zu begleiten. Eigentlich sollte die Maschine um 14 Uhr Ortszeit in Manchester landen.

Philip Baum vom Magazin Aviation Security Internationalsagte der BBC, es handele sich definitiv um einen schwerwiegenden Vorfall – "auch wenn es nicht unüblich sei, dass Abfang-Jets losgeschickt werden." Das geschehe bei Bombendrohungen genauso wie bei Flugzeugentführungen oder wenn die Maschine nicht mehr mit den Kollegen am Boden kommunizieren könne. Oft sei der Grund ein widerspenstiger Passagier. Die Tatsache, dass das Flugzeug aber nur wenige Minuten vor der Landung umgeleitet worden sei, sei ein Anzeichen für einen schwerwiegenden Vorfall, sagte Baum.

Ein Sprecher der Pakistanischen Fluglinie PIA sagt dem Nachrichtensender CNN: "Wir haben erfahren, dass es sich möglicherweise um eine Bombendrohung handelt." Genauere Angaben machte er allerdings nicht. Der Betrieb auf dem Flughafen in Stansted lief trotz des Einsatzes ohne Probleme.

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15 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Britisches Regime in Terror-Panik

Gestern die Hinrichtung eines britischen Soldaten und eine Kriegserklärung an die britische Führung. Cameron nimmt die Kriegserklärung an, bricht Hals über Kopf seinen Auslandsbesuch ab und ruft Terroralarm aus. Sogar der Generalsekretär der NATO springt ihm wegen dieses(!) Vorfalls unterstützend zur Seite. Allein das Verhalten Rasmussens' kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Heute wird eine Passagier-Maschine durch einen Kampfjet abgefangen. Es muss während des Fluges also eine Situation entstanden sein, die äusserst bedrohlich und potentiell katastrophal gefährlich war.
Denn dass wegen eines simplen Störers Kampfjets die Maschine abfangen, mag ich nicht glauben. Normalerweise.
Ich der derzeitigen Stimmung ist es aber auch sehr wohl möglich, dass es sich tätsächlich nur um einen Bagatell-Vorfall an Bord gehandelt hat.
Dann wäre die Reaktion allerdings völlig überzogen und würde dafür sprechen, dass in der britischen Führung und den Behörden helle Panik herrscht.

Wo ist Ihr Problem?

Tut mir leid, aber ich verstehe Ihr Problem nicht.

Wenn beispielsweise Soldaten des syrischen Regimes vor laufender Kamera der Kopf abgeschnitten wird, ist die gängige Wortwahl zu diesem Vorgang doch ebenfalls Hinrichtung, oder etwa nicht?
Und ich wüsste jetzt nicht, warum ich die Hinrichtung eines britischen Soldaten nicht ebenfalls als Hinrichtung bezeichnen sollte.

Ich will ja noch nicht einmal so weit gehen, wie die Berichterstatter von beispielsweise al-Jazeera, die solche Täter sogar als "Executioner" bezeichnen.
Denn hiesse das ja, dass entsprechend des al Jazeera-Jargons die Täter von Woolwich Vollstrecker waren, also ausdrücklich keine Straftäter.