Die Staatsanwaltschaft in Schweden ermittelt gegen einen Polizisten wegen versuchten Totschlags. Der Polizist hatte am 13. Mai im Stockholmer Vorort Husby einen 69-jährigen Mann erschossen – nach eigenen Angaben aus Notwehr. Anwohner hingegen vermuten einen rassistischen Hintergrund hinter dem Tod des Immigranten aus Portugal

Die Tat gilt als Auslöser für die nächtlichen Krawalle, die sich in der vergangenen Woche von den Vororten der Hauptstadt auch auf andere Städte Schweden ausgeweitet haben.

Der Polizist bestreitet nach Angaben seines Anwalts die Anschuldigung. Er soll Ende der Woche vernommen werden.

Die Unruhen hatten am 20. Mai begonnen und sich von den Stockholmer Vorstädten bis ins südschwedische Malmö ausgeweitet. In sozial schwachen Gegenden mit hohem Migrantenanteil hatten Randalierer Autos und auch Schulen in Brand gesetzt, Feuerwehrleute und Polizisten wurden attackiert. Örtliche Aktivisten warfen der Polizei übertriebene Gewaltanwendung vor und gaben an, von den Beamten als "Herumtreiber" und "Affen" beschimpft worden zu sein.

Die Gewalt führte zu einer landesweiten Debatte über die Integration von Immigranten, die rund 15 Prozent der schwedischen Bevölkerung ausmachen und überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt. In Stockholm seien "nur noch einige Autos angezündet worden, weniger als zehn", sagte Polizeisprecher Kjell Lindgren. Aus anderen schwedischen Städten lagen keine Angaben zu Krawallen vor. "Nun sind wir wieder im Normalzustand", sagte Lindgren.