Polizisten sperren den Tatort ab. © Francois Guillot/AFP/Getty Images

Ein französischer Soldat ist am Samstag in Paris von einem Unbekannten angegriffen worden. Dieser habe den 23-Jährigen von hinten mit einem Messer am Hals verletzt und sei dann geflüchtet, teilte die Polizei mit. Der Soldat habe viel Blut verloren, es bestehe aber keine Lebensgefahr.  

Der Vorfall ereignete sich im Geschäftsviertel La Défense, wo der Soldat im Rahmen des Anti-Terror-Programms Vigipirate patrouillierte. Er trug eine Uniform. "Man hat einen Soldaten töten wollen, weil er ein Soldat ist", sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian.

Präsident François Hollande sagte während eines Auslandsaufenthalts in Äthiopien, die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt, ein Zusammenhang mit dem Mord an dem britischen Soldaten, der vor wenigen Tagen in London von mutmaßlich islamistischen Tätern getötet wurde, sei bisher nicht erkennbar.

Der Innenminister Manuel Valls verwies auf Parallelen zu dem Fall in London, warnte aber vor voreiligen Schlüssen. "Es wird gerade alles daran gesetzt, den Täter zu fassen." 

Weitere Festnahmen in London

Ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte, der Angreifer sei von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Demnach handle es sich um einen etwa 35-jährigen Mann, der ein traditionell-arabisches Gewand getragen habe und offenbar aus Afrika stamme.

In London hatten am Mittwoch zwei Briten mit nigerianischen Wurzeln einen Soldaten ermordet. Sie fuhren ihr Opfer zunächst mit einem Auto an und töteten ihn dann mit einem Fleischerbeil und Messern. Gegenüber Passanten sagten die Männer, sie hätten aus Rache gehandelt, um die Taten britischer Soldaten in muslimischen Ländern zu sühnen. Sie wurden am Tatort von der Polizei angeschossen und festgenommen.

Im Zusammenhang mit der Tat nahm die Polizei am Samstag drei weitere Verdächtige fest. Zwei 24 und 28 Jahre alte Männer seien am Samstag in einem Haus in London gefasst worden, ein 21 Jahre alter Mann auf der Straße, teilte die Polizei mit. Ihnen werde die Beteiligung an einem Mordkomplott zur Last gelegt.