Die Kleinstadt Moore im US-Bundesstaat Oklahoma gleicht einem Trümmerfeld. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern in der Stunde fegte der Tornado am Montagnachmittag über den Vorort von Oklahoma City hinweg und tötete mindestens 91 Menschen. Mehr als 230 Menschen sollen verletzt worden sein.

Der gewaltige Sturm wirbelte Autos durch die Luft und machte ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich. Mehr als 300 Häuser sollen zerstört worden sein, zwei Grundschulen und ein Krankenhaus wurden verwüstet.

Zur Stunde suchen Rettungskräfte in der Plaza-Towers-Grundschule in Moore weiter nach Überlebenden, einem Fernsehbericht zufolge werden noch etwa 20 bis 30 Schulkinder vermisst. Mehrere Kinder wurden bereits aus den Trümmern geborgen. Die gleiche Szenerie gab es vor dem schwer beschädigten Gebäude der Briarwood-Schule.

"Das war ein gewaltiger Tornado", sagte die Gouverneurin des Bundesstaates, Mary Fallin. Es habe viele Opfer und immense Schäden gegeben, sowohl in Moore als auch im Rest des Staates. Insgesamt hinterließ der Wirbelsturm im dicht besiedelten Gebiet vor den Toren von Oklahoma City eine mehr als drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung.


In Moore zeigten Live-Bilder der Fernsehstationen Menschen in der Trümmerlandschaft umherlaufen. Der Polizeichef der 55.000-Einwohner-Stadt forderte die Bewohner auf, die Zone der Zerstörung zu verlassen. "Es gebe "eine Menge Sicherheitsprobleme" wie beschädigte Gas- und Stromleitungen.


Oklahoma City und die umliegenden Ortschaften liegen in der sogenannten Tornado-Passage, Wirbelstürme sind in der Gegend mit ihren weiten Ebenen häufig. Der Tornado vom Montag folgte ungefähr derselben Route, die schon 1999 ein Wirbelsturm durch das Gebiet genommen hatte. Damals waren 44 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Rund tausend Häuser wurden zerstört.

Seit dem Wochenende wird der Mittlere Westen der USA von einer Serie schwerer Wirbelstürme heimgesucht. Am Sonntag waren zwei Männer ums Leben gekommen, als ein Tornado den Ort Shawnee im Bundesstaat Oklahoma getroffen hatte. Seit Sonntag wurden Dutzende Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa und Illinois und Missouri gemeldet.

Für das betroffene Gebiet hat der Präsident inzwischen den Notstand ausgerufen. In Washington sagte ein Vertreter des Weißen Hauses, Barack Obama werde ständig über die Lage informiert. Die US-Behörde für Katastrophenschutz (FEMA) stehe bereit, um Hilfe zu leisten. Die Nationalgarde wurde zur Unterstützung der Rettungsteams mobilisiert.