GroßbritannienMutmaßlicher Woolwich-Attentäter erstmals vor Gericht

Nach dem Mord an einem britischen Soldaten ist der erste mutmaßliche Täter vernommen worden. Der zweite Verdächtige liegt noch mit Schussverletzungen im Krankenhaus.

Ein Polizist hält einen Zettel mit Information zum Mord an dem britischen Soldaten in Woolwich in der Hand.

Ein Polizist hält einen Zettel mit Information zum Mord an dem britischen Soldaten in Woolwich in der Hand.  |  © Andrew Cowie/AFP/Getty Image

Knapp eine Woche nach dem brutalen Mord an einem britischen Soldaten auf offener Straße in London ist einer der beiden mutmaßlichen Täter erstmals vor Gericht erschienen. Michael Adebowale muss sich wegen Mordes und Waffenbesitzes verantworten.

Hinweise auf die Beweggründe der Tat gab er aber nicht. Dem Bezirksgericht des Stadtteils Westminster wollte er nur Angaben zu seiner Person bestätigen, bevor er wieder in seine Haftzelle gebracht wurde. Die nächste Anhörung folgt am Montag vor einem Strafgericht.

Anzeige

Dem 22-jährigen Adebowale wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem sechs Jahre älteren Michael Adebolajo vergangene Woche den Soldaten Lee Rigby getötet zu haben. Die beiden Männer waren nach der Tat im Bezirk Woolwich von der Polizei angeschossen und danach in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden. Adebowale wurde am Dienstag aus der Klinik entlassen und von der Polizei befragt. Adebolajo liegt noch im Krankenhaus. Sein Zustand gilt als stabil. 

Der Soldat, ein 25-jähriger Familienvater, war am helllichten Tag auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden: Augenzeugen zufolge wurde er enthauptet. Die beiden mutmaßlichen Täter, von denen sich einer nach der Tat mit blutverschmierten Messern in den Händen filmen ließ, sind nigerianischer Abstammung. Der 28-jährige Adebolajo hatte gesagt, er habe den Soldaten als Vergeltung für die Tötung von Muslimen ermordet. Nach Angaben der Polizei starb Rigby an zahlreichen Schnittwunden. Vor dem Angriff wurde er von einem Auto angefahren. Als die Polizei eintraf, fand sie die beiden Verdächtigen bei der Leiche.

Rigbys Verlobte Aimee West zeigte sich in einer Erklärung am Mittwoch "am Boden zerstört" wegen des Verlusts ihres Partners. "Ich bin sehr stolz auf ihn", sagte West und bedankte sich für die Blumen und Ehrbekundungen vor Rigbys Kaserne.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. dass der Soldat nicht gewehrt hat. Sonst hätte London nun auch mit wochenlangen "Krawallen gegen Rassismus" rechnen müssen.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    http://www.the-coli.com/h...

    Gut, dass der Pakistaner sich nicht gewehrt hat, sonst könnte man sich in Deutschland wieder wochenlang Hassreden über die generell gewalttätigen Muslime anhören.

    Können wir dann bitte wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren?

  2. Tja, das ist wie bei Huhn oder Ei – was war zuerst da. Die sehr subjektiv empfundene "Diskriminierung" oder "Ausbeutung" oder so durch den Westen oder die nicht-islamischen Länder? Oder ist die Bevölkerung in diesem Ländern etwas misstrauischer geworden, weil man nicht mehr so recht weiß, wem man trauen kann? Angeblich soll der Islam eine friedliche Religion sein – aber wieso morden dann so viele Irre im Namen des Islam? Und sagen dann noch, sie seien Opfer?

    2 Leserempfehlungen
  3. Letztendlich nutzt es nur den Radikalen, sowohl den radikalen Islamisten als auch den Rechtsradikalen von der EDL, wenn diese schreckliche Tat mit Ideologie und Religion aufgeladen wird.

    Solange das Gerichtsverfahren nicht beweist dass da ein Netzwerk hinter steht, gehe ich von der Einzeltat zweier komplett irrer Psychopathen aus.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn das Verfahren letztendlich nur den Radikalen nutzt, frage ich mich
    a) Was die Alternative ist? Die beiden laufen lassen? Oder sie zu Anti-Gewalttraining auf Urlaub schicken, betreut von 5 deutschen Sozialarbeitern?
    b) Ob nicht doch eine Netzwerk (oder besser: eine ganze Ideologie) dahintersteckt, wenn den Islamisten durch den Prozess Auftrieb verliehen wird.

    • natte
    • 30. Mai 2013 22:06 Uhr
    4. Infos

    3."Solange das Gerichtsverfahren nicht beweist dass da ein Netzwerk hinter steht, gehe ich von der Einzeltat zweier komplett irrer Psychopathen aus."

    Das wäre allen hier natürlich am liebsten,wenn es einfach nur zwei "irre Einzeltäter"wären,aber die Fakten sind anders.
    Informieren Sie sich am besten im Internet,BBC und Schweiz haben unabhängigere Presse.

    http://www.20min.ch/ausla...

    5 Leserempfehlungen
  4. Wenn das Verfahren letztendlich nur den Radikalen nutzt, frage ich mich
    a) Was die Alternative ist? Die beiden laufen lassen? Oder sie zu Anti-Gewalttraining auf Urlaub schicken, betreut von 5 deutschen Sozialarbeitern?
    b) Ob nicht doch eine Netzwerk (oder besser: eine ganze Ideologie) dahintersteckt, wenn den Islamisten durch den Prozess Auftrieb verliehen wird.

    Eine Leserempfehlung
  5. http://www.the-coli.com/h...

    Gut, dass der Pakistaner sich nicht gewehrt hat, sonst könnte man sich in Deutschland wieder wochenlang Hassreden über die generell gewalttätigen Muslime anhören.

    Können wir dann bitte wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren?

    Antwort auf "Nur mal gut, "
  6. Ungeheuerlich!

    Das war bestenfalls schwere Körperverletzung mit Todesfolge - wir haben es alle gesehen! Ein guter Anwalt kann daraus sogar *Notwehr* machen.
    Was, wenn die beiden eine schlimme Kindheit hatten oder Lee Rigbys bloße Anwesenheit schon unzumutbar war?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tis
  • Schlagworte Mord | Polizei | Soldat | Waffenbesitz | Auto | Gericht
Service