Knapp eine Woche nach dem brutalen Mord an einem britischen Soldaten auf offener Straße in London ist einer der beiden mutmaßlichen Täter erstmals vor Gericht erschienen. Michael Adebowale muss sich wegen Mordes und Waffenbesitzes verantworten.

Hinweise auf die Beweggründe der Tat gab er aber nicht. Dem Bezirksgericht des Stadtteils Westminster wollte er nur Angaben zu seiner Person bestätigen, bevor er wieder in seine Haftzelle gebracht wurde. Die nächste Anhörung folgt am Montag vor einem Strafgericht.

Dem 22-jährigen Adebowale wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem sechs Jahre älteren Michael Adebolajo vergangene Woche den Soldaten Lee Rigby getötet zu haben. Die beiden Männer waren nach der Tat im Bezirk Woolwich von der Polizei angeschossen und danach in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden. Adebowale wurde am Dienstag aus der Klinik entlassen und von der Polizei befragt. Adebolajo liegt noch im Krankenhaus. Sein Zustand gilt als stabil. 

Der Soldat, ein 25-jähriger Familienvater, war am helllichten Tag auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden: Augenzeugen zufolge wurde er enthauptet. Die beiden mutmaßlichen Täter, von denen sich einer nach der Tat mit blutverschmierten Messern in den Händen filmen ließ, sind nigerianischer Abstammung. Der 28-jährige Adebolajo hatte gesagt, er habe den Soldaten als Vergeltung für die Tötung von Muslimen ermordet. Nach Angaben der Polizei starb Rigby an zahlreichen Schnittwunden. Vor dem Angriff wurde er von einem Auto angefahren. Als die Polizei eintraf, fand sie die beiden Verdächtigen bei der Leiche.

Rigbys Verlobte Aimee West zeigte sich in einer Erklärung am Mittwoch "am Boden zerstört" wegen des Verlusts ihres Partners. "Ich bin sehr stolz auf ihn", sagte West und bedankte sich für die Blumen und Ehrbekundungen vor Rigbys Kaserne.