Das Bild des mutmaßlichen Boston-Attentäters Dschochar Zarnajew nahe des Tatorts in Boston. © Mario Tama/Getty Images

Gegen den mutmaßlichen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew ist Anklage erhoben worden. Dem 19-Jährigen werden vierfacher Mord und der Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe vorgeworfen. Eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern erhebe gegen Zarnajew schwere Vorwürfe in insgesamt 30 Anklagepunkten, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in der US-Ostküstenstadt mit. Allein auf 17 der Anklagepunkte stünden die Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Zarnajew soll spätestens ab Februar dieses Jahres gemeinsam mit seinem 26-jährigen Bruder Tamerlan den Anschlag auf den Bostoner Marathon geplant haben. Am 15. April hätten die Brüder dann zwei Sprengsätze inmitten der jubelnden Menge bei dem Wettlauf gelegt und diese im Abstand von wenigen Sekunden gezündet. Die Bomben bauten die beiden den Angaben zufolge selbst aus Schnellkochtöpfen, Schwarzpulver und Splittern zusammen.

Bei dem Anschlag gab es drei Tote und mehr als 260 Verletzte. Auf ihrer Flucht sollen die Brüder einen Polizisten erschossen und einen weiteren Beamten schwer verwundet haben. Die Brüder stammen aus einer tschetschenischen Familie und sollen radikalen Islamisten nahegestanden haben.

Dschochar Zarnajew war wenige Tage nach dem Attentat auf der Flucht schwer verletzt festgenommen worden. Medienberichten zufolge soll er kurz zuvor in seinem Versteck ein Bekennerschreiben verfasst haben. Er habe den Anschlag darin als Vergeltung für US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan bezeichnet. Sein Bruder wurde während einer Verfolgungsjagd der Polizei getötet.

Am 10. Juli soll Dschochar Zarnajew erstmals bei einer Anhörung vor Gericht erscheinen, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. US-Justizminister Eric Holder sagte, die 74 Seiten umfassende Anklageschrift sei das Ergebnis einer vorbildlichen Zusammenarbeit unterschiedlicher Ermittlungsbehörden. "Die heutige Maßnahme beweist unsere eiserne Entschlossenheit, jeden (...) zur Verantwortung zu ziehen, der das amerikanische Volk bedroht oder versucht, unsere großartigen Städte zu terrorisieren", sagte Holder.