Die drei europäischen Frauenrechtlerinnen, die in Tunesien zu vier Monaten Haft verurteilt waren, kommen auf Bewährung frei. Ein Gericht in der Hauptstadt Tunis hat die Haftstrafe im Berufungsverfahren zur Bewährung ausgesetzt, wie Souhaib Bahri, Anwalt der Deutschen Josephine Markmann und ihrer beiden französischen Mitstreiterinnen, sagte.

Zu insgesamt vier Monaten und zwei Wochen waren die Aktivistinnen verurteilt worden, weil sie Ende Mai mit nackten Brüsten vor dem Justizpalast in Tunis für die Freilassung einer tunesischen Femen-Aktivistin demonstriert hatten. Das Urteil wurde sowohl von Deutschland als auch von Frankreich scharf kritisiert. Gleichzeitig wurde die Protestaktion der Frauen von Aktivistinnen in Tunesien verurteilt.

Im Berufungsprozess entschuldigten sich die Aktivistinnen für ihren barbusigen Protest. "Wir wollten die Tunesier nicht schockieren und werden es bestimmt nie wieder tun", sagte Pauline Hillier, eine der beiden inhaftierten französischen Femen-Aktivistinnen. Die Angeklagten trugen bei ihrer Anhörung traditionelle Gewänder, die sie von Kopf bis Fuß verhüllten. 

Wann die Frauen das Land verlassen können, sei dennoch zunächst unklar. Ein Anwalt der drei Frauen, Patrick Klugman, verlangte ihre umgehende Freilassung. Sie hätten es nicht für möglich gehalten, dass sie in einem Land, "das sich gerade für die Freiheit erhoben hat", mit ihrem Protest etwas riskieren würden. Die Femen-Mitglieder seien schon "viel zu lange" festgehalten worden, sagte Klugman. Eine weitere Anwältin, Leila Ben Debba, sagte: "Der Richter hat Milde walten lassen."