HochwasserVersenkte Schiffe halten Wasser auf

Es wurde noch nie versucht, aber es scheint zu funktionieren: Zwei Frachtschiffe wurden in Sachsen-Anhalt versenkt, ein Loch im Deich ist so fast vollständig geschlossen.

Zwei Schiffe wurden in Sachsen-Anhalt in der Elbe versenkt, um ein Loch in einem gebrochenen Deich zu stopfen.

Zwei Schiffe wurden in Sachsen-Anhalt in der Elbe versenkt, um ein Loch in einem gebrochenen Deich zu stopfen.  |  ©Thomas Butzek/dpa

Um das Hochwasser am gebrochenen Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt zu stoppen, sprengten Einsatzkräfte zwei Lastkähne in der Elbe. Mit der Versenkung der Schiffe wurde nach Angaben des Kommandeurs des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi, eine rund 90 Meter lange Lücke im Deich auf etwa 20 Meter reduziert. "Das hat noch nie jemand versucht", sagte Körbi. Das Hochwasser kann sich jetzt nicht mehr so stark wie bislang ausbreiten.

Schätzungen zufolge ist eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern in der Region überflutet. Zahlreiche Ortschaften mussten bereits evakuiert werden, am Samstag kamen Jederitz und Kuhlhausen hinzu. Weiter südlich in Breitenhagen (Salzlandkreis) wurde ein Deichstück gesprengt. Damit wurde ein Loch im Deich vergrößert, damit das Hochwasser aus den überfluteten Gebieten besser in die Saale zurückfließen kann.

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Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte nach der Versenkung der Schiffe: "Es war eine extrem schwierige und gewagte Aktion, aber wir mussten handeln." Die sogenannten Schuten – Lastkähne ohne eigenen Antrieb – wurden per Sprengung auf den Grund des Flusses gesetzt. Bei einem Kahn gelang es komplett, der andere sollte besonders schnell mit der Hilfe von neun Hubschraubern mit großen Sandpaketen gefüllt werden. Im Minutentakt flogen die Hubschrauber. Geplant war, bis in die Nacht weiterzuarbeiten.

75 Prozent des Zieles erreicht

Die Schiffe konnten nicht vollständig die Lücke im Damm schließen – die verbliebene Öffnung von rund 20 Metern Länge soll nach Angaben Körbis an diesem Sonntag durch die Sprengung eines weiteren Kahns geschlossen werden. Ministerpräsident Haseloff sagte dazu: "Nach Aussagen der Bundeswehr wurden heute 75 Prozent des Zieles erreicht. Morgen besteht die Chance, die Deichlücke komplett zu schließen."

Die ungewöhnliche Aktion war am Freitag vom Krisenstab der Landesregierung beschlossen worden. Grund dafür ist, dass durch den Deichbruch bei Fischbeck seit vielen Tagen große Wassermengen in die Region geflossen sind. Ein Ende ist laut Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nicht abzusehen gewesen.

Die Wasserstände der Elbe gehen zwar zurück, der Fluss kann aber die Wassermassen der kleineren Flüsse, die in die Elbe münden, nicht aufnehmen. Es entsteht ein Rückstau. Diesem Problem sind nicht nur Menschen im Elbe-Havel-Winkel ausgesetzt, sondern auch Bewohner am Zusammenfluss von Elbe und Saale. 

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Leserkommentare
  1. Das war Mut zu einem einfachen und erfolgreichem Plan. Herr Oberst Claus Körbi, ich wünsche ihnen viel Glück für die Schließung der letzten 20 Meter großen Lücke. Auch den Piloten der Hubschraubern möchte ich meine Anerkennung aussprechen. Nicht zu vergessen sind die Soldaten unserer Bundeswehr, die beim Kampf gegen das Wasser eingesetzt wurden, und die vielen freiwilligen Helfer aus dem Volk. Wenn Not am Mann ist, dann zeigt sich das Bürger für Bürger einstehen.

    12 Leserempfehlungen
    • micmac
    • 16. Juni 2013 10:43 Uhr

    Diese Methode wurde bereits erfolgreich beim Bruch des Elbeseitenkanals eingesetzt! 1976

    5 Leserempfehlungen
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    http://www.ndr.de/geschic...

    wie der bericht sogar belegt

    Danke für den Hinweis.
    Wie ich dem Link entnehme wurde der Damm damals innerhalb von 15 Stunden wieder geschlossen.
    Mit dem Hintergrund erscheint die jetzige Aktion unter einem ganz andern Licht.

    • Lefty
    • 16. Juni 2013 10:44 Uhr

    schon gestern schrieb ich:Versuch macht klug,und wünschte Erfolg.Nun ist fast eingetreten.Den Rest wird man auch noch schaffen.

    3 Leserempfehlungen
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    • Piepen
    • 16. Juni 2013 11:16 Uhr

    Das ist nichts Neues!
    Machte man schon viel früher, vor allem auch in sogenannten Entwicklungsländern zum Molen- und Hafenbau goss die Kähne oder schwimmenden Gefäße mit Beton aus oder packte sie voll unbrauchbarer (alter) Zementsäcke . Bugsierte oder schleppte in Position und drehte dort die Seeventile auf, oft, ohne sie erst zu verankern. Bestimmt sicherer als sie zu sprengen.

  2. http://www.ndr.de/geschic...

    wie der bericht sogar belegt

    2 Leserempfehlungen
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    Da steht nix von Versenkung. Und erst recht nichts von Sprengung.

    sie nicht sagen nur schade das weder ich noch mein vorposter etwas derartiges gesagt haben

    es ging lediglich darum das es nicht das erste mal war das schiffe genutzt wurden um löcher zu verschließen

    also bitte lesen sie richtig bevor sie mit anschuldigungen um sich werfen

    • Piepen
    • 16. Juni 2013 11:16 Uhr

    Das ist nichts Neues!
    Machte man schon viel früher, vor allem auch in sogenannten Entwicklungsländern zum Molen- und Hafenbau goss die Kähne oder schwimmenden Gefäße mit Beton aus oder packte sie voll unbrauchbarer (alter) Zementsäcke . Bugsierte oder schleppte in Position und drehte dort die Seeventile auf, oft, ohne sie erst zu verankern. Bestimmt sicherer als sie zu sprengen.

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    Antwort auf "Da bin ich froh,"
  3. Danke für den Hinweis.
    Wie ich dem Link entnehme wurde der Damm damals innerhalb von 15 Stunden wieder geschlossen.
    Mit dem Hintergrund erscheint die jetzige Aktion unter einem ganz andern Licht.

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    • lufkin
    • 16. Juni 2013 13:08 Uhr

    denn damals hat es nicht funktioniert.
    Die Taue sind gerissen, das Schiff hat sich wieder längs gestellt und ist auf Grund gelaufen ohne das es das Wasser stoppen konnte.
    Das hat dann die Bundeswehr mit Bergepanzern gemacht, die sich quer ab in den Kanal gestellt haben.

  4. Da steht nix von Versenkung. Und erst recht nichts von Sprengung.

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    Antwort auf "das stimmt"
  5. 8. achwas

    sie nicht sagen nur schade das weder ich noch mein vorposter etwas derartiges gesagt haben

    es ging lediglich darum das es nicht das erste mal war das schiffe genutzt wurden um löcher zu verschließen

    also bitte lesen sie richtig bevor sie mit anschuldigungen um sich werfen

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    Antwort auf "das stimmt"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/sam

    "es ging lediglich darum das es nicht das erste mal war das schiffe genutzt wurden um löcher zu verschließen"

    Nein, darum ging es nicht. Es ging ausdrücklich um die Sprengung/Versenkung. Zitat: "Schiffe versenken gegen Deichbruch". Und Sie antworteten darauf sinngemäß: "Stimmt, hier wird das sogar belegt."

    Nur steht in Ihrem Artikel eben nichts von Versenkung und erst recht nichts von Sprengung. Tatsächlich steht sogar drin, dass das Schiff per Seil befestigt wurde und sich losgerissen hat.

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  • Quelle dpa, dk
  • Schlagworte Reiner Haseloff | Fluss | Hochwasser | Schiff | Elbe | Sachsen-Anhalt
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