Mehrere Tausend Menschen haben in Frankfurt gegen einen Polizeieinsatz von letzter Woche protestiert. Die Demonstration verlief entlang der Route, auf der die Polizei bei einer Blockupy-Demonstration fast 1.000 Menschen stundenlang eingekesselt hatte. Der Protest richtete sich auch gegen Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), dem die Demonstranten in Reden und auf Plakaten einen Angriff auf die Demonstrationsfreiheit vorwarfen.

An dem Protestzug nahmen laut Polizeiangaben etwa 6.500 Menschen teil, ein Sprecher der Occupy-Bewegung sprach von 12.000 Teilnehmern. Die Occupy-Bewegung hatte zu der Demonstration aufgerufen. Gewerkschaften, Die Linke, Grüne, Piratenpartei und die SPD beteiligten sich an dem Aufruf. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle, die Polizei hielt sich im Hintergrund.

Blockupy-Vertreter hatten nach dem Polizeikessel von mehr als 200 Verletzten gesprochen. Frankfurter Medien berichteten über Übergriffe auf Journalisten. Innenminister Rhein hatte den Einsatz dagegen als angemessen bezeichnet. Die Demonstranten forderten Konsequenzen für Rhein und eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten.

Der Organisator der Demonstration, Jan Umsonst, forderte eine Aufklärung der Umstände des Polizeikessels durch einen Untersuchungsausschuss. Auch die Fraktionschefin der Linken im Wiesbadener Landtag, Janine Wissler, sagte, im Zweifel müsse dieser Weg beschritten werden.

Die kapitalismuskritische Blockupy-Bewegung kämpft für eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes, dessen Geschäfte für die Finanzkrise der vergangenen Jahre mitverantwortlich sind.