Fotostrecke Hochwasser : Bangen in Bitterfeld

Bitterfeld ist nach einem Deichbruch durch das Wasser eines Sees bedroht. Tausende sollen aus den Häusern. Bilder zeigen die Lage in einer Stadt voller Angst.

Der Katastrophenstab hat Einwohner im Ostteil von Bitterfeld aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Grund sind Bau- und Sicherungsarbeiten an einem Kanal, um einen bereits seit Tagen bestehenden Deichbruch zu verschließen. Dadurch besteht die Gefahr eines Wassereinbruchs in den Goitzschesee, in dessen Folge Teile der Stadt überschwemmt werden könnten.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Müssen Hochwasser-Opfer sich schämen?

@ tom lubliner

Sorry, aber ich glaube, der Mann faßte sich an den Kopf, als hätte er geahnt, daß mal jemand fragen wird, ob Betroffene mit ihrem Foto in einem seriösen Medium ihre Würde einbüßen. - Es ist keine Schande, von einem Hochwasser geschädigt zu werden. Und es ist wichtig, daß Medien über Schicksale aufklären, hautnah, authentisch. Auch Politiker reagieren mehr auf Bilder, die unter die Haut gehen, als auf Anregungen von Bürgern oder Petitionen.

Mir hat ein Jahrhunderthochwasser mein Büro fortgespült, meine einzige Erwerbsquelle, die ich unter jahrelangen Entbehrungen aufgebaut habe, nachdem die Folgen eines schweren, schuldlos erlittenen Verkehrsunfalles meine wirtschaftliche Existenz vernichtet hatten. Zwei Jahre nach dem Hochwasser fuhr mich ein junger Mercedesfahrer über den Haufen, als ich als Radfahrer unterwegs war und von einer vorfahrsberechtigten Straße abbog. Mir hätte es nie etwas ausgemacht, wenn Medien mit meinen Foto auf das hingewiesen hätten, was so häufig passiert, daß man mit mehr Prävention sehr viel erreichen könnte für Opfer, Steuerzahler und die Gemeinschaft der Versicherten.

Solche und solche

"Und es ist wichtig, daß Medien über Schicksale aufklären, hautnah, authentisch."
Ist das Satire, oder schreiben Sie für die Zeitung mit den 4 Großbuchstaben? ;)

Unter Aufklärung verstehe ich es nicht unbedingt(!), Menschen in einer Notunterkunft zu fotografieren, womöglich ohne deren Einverständnis. Vergessen Sie doch mal für einen Moment das große, politische Bild und versetzen Sie sich in die Lage der betroffenen Individuen. Natürlich gibt es solche, die gerne vor die Kamera treten und in der öffentlichen Schilderung ihres Leids bzw. ihrer Erlebnisse auch eine Art Katharsis erleben oder es zumindest in Kauf nehmen, so abgebildet zu werden, wenn damit eine politische Änderung einhergeht. Ebenso wird es allerdings Leute geben, die ihr Schicksal nicht medial in einer Klickstrecke für die Nachwelt aufbereitet sehen wollen, egal, ob danach Politiker die üblichen Krokodilstränen weinen. Zu welcher Kategorie die abgebildeten Menschen gehörten, weiß ich nicht. Daher ja auch der eher als kritische Frage formulierte Kommentar.

Das Interessen-Management der Natur

Nach dem letzten Jahrhunderthochwasser wurden viele Maßnahmen angedacht. Was wirklich geholfen hätte, konnte nicht durchgesetzt werden. Kein Wunder. Wo so viele Menschen ihre Interessen sehr unterschiedlich gewichten, weil es bis heute keine allgemeinverbindliche Definition für Gerechtigkeit gibt, folgt die Natur dem RECHT DES STÄRKEREN. Vernunftwesen könnten mit ihren Hirnleistungen der Natur auch bei der Steuerung des Regenabflusses trutzen. Nicht aber, solange jede r was anderes unter gerecht versteht.