Nach einem Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt steht die Gemeinde etwa einen Meter unter Wasser. Etwa 1.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schossen in die Fläche. Rund 3.000 Menschen mussten sich in der Region in Sicherheit bringen. Der Krisenstab widersprach aber Meldungen, nach denen die Deichverteidigung eingestellt sei. 

Im Kampf gegen das Hochwasser hatte sich die Lage im Landkreis Stendal erneut verschlimmert (Bilder hier). Neben Fischbeck wurde auch in drei anderen Dörfern in der Nähe vorsichtshalber die Evakuierung angeordnet, sagte ein Sprecher. Darunter sei der Ort Schönhausen mit etwa 1.000 Einwohnern. Betroffen sind somit insgesamt etwa 2.500 Menschen.

Zunächst war der Deich bei Fischbeck auf einer Länge von zehn Metern gerissen. Die Kraft der Wassermassen habe den Bruch dann auf "massive 50 Meter" erweitert, sagte der Sprecher. Das nur 800 Meter entfernte Fischbeck ist inzwischen völlig überflutet.

Helfer begannen in den frühen Morgenstunden mit dem Bau eines Notdeichs auf 3,5 Kilometern Länge, wie Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement, sagte. Großflächige Überflutungen sind aber weiter möglich.

Auch im nördlicher gelegenen Hohengöhren (auch Landkreis Stendal) ist die Lage an der Elbe kritisch. Nach dem Abrutschen eines Deichs auf 30 Metern Länge wird derzeit versucht, einen Bruch abzuwenden.   

Zugverkehr nach Berlin unterbrochen

Da die Bahn eine Brücke sperren musste, ist der Zugverkehr von Hannover nach Berlin und von Frankfurt nach Berlin auf dieser Strecke unterbrochen.

In Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg bleibt die Lage weiter angespannt. Zwar sei das Wasser in der Nacht schneller zurückgegangen als erwartet. Dennoch könne noch keine Entwarnung gegeben werden, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs. "Die Situation in Magdeburg ist im Moment unter Kontrolle", hieß es. Doch die Einwohner könnten noch nicht in ihre Häuser zurück.

Das Umspannwerk in dem Stadtteil Rothensee konnte gesichert werden. Es versorgt 30.000 Haushalte und eine Pumpstation mit Strom. "Wir haben einen sinkenden Pegelstand, der auch unmittelbaren Einfluss auf das Umspannwerk hat", sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Der Pegel hatte zuvor einen Höchststand von 7,48 Metern erreicht, am Vormittag sank er auf 7,12 Meter. Nach Angaben des Sprechers ist die Bundeswehr mit 1.500 Soldaten in der Landeshauptstadt im Einsatz, im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt seien es 9.000. Der Deichbruch in Fischbeck habe auf Magdeburg keine Auswirkung.