HochwasserVersenkte Schiffe schließen Elbdeich

Die riskante Reparatur eines Deiches in Sachsen-Anhalt ist gelungen: Drei Schiffe wurden versenkt und halten das Wasser auf. In anderen Flut-Gebieten sinken die Pegel.

Rauch steigt nach der Sprengung am Elbdeich in Fischbeck auf.

Rauch steigt nach der Sprengung am Elbdeich in Fischbeck auf.  |  © Christian Wohlt/Altmark-Zeitung/dpa

Die drei versenkten Schiffe am gebrochenen Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt halten das Wasser weitgehend auf. Das etwa 90 Meter lange Leck sei "so gut wie geschlossen", teilte eine Sprecherin des Krisenstabs mit. Man habe eine Abdichtung zu rund 80 Prozent erreicht.

Die überflutete Fläche sei innerhalb von 24 Stunden um fünf Quadratkilometer geschrumpft. "Wir sind sehr zufrieden, dass das funktioniert hat", sagte die Sprecherin weiter. Insgesamt stünden aber 145 Quadratkilometer im Elbe-Havel-Winkel noch immer unter Wasser.

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Mit Tagesanbruch wollten die Einsatzkräfte ihre Arbeit am gebrochenen Elbdeich wieder aufnehmen. Mit Hubschraubern waren bis zum späten Sonntagabend Sandsäcke abgeworfen worden.

Auch in Brandenburg gibt es noch keine Entwarnung. Das Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam sieht eine anhaltende Gefahr für die Deiche durch Treibgut auf der Elbe. Ganze Baumstämme würden von der Flut mitgerissen und könnten die Deiche ernsthaft beschädigen, hieß es im Krisenstab.

Wo ist das Hochwasser am schlimmsten?



Sinkende Wasserpegel

Allgemein entspannt sich die Hochwasserlage aber langsam. Der Pegel in Wittenberge erreichte am Sonntagmittag 6,88 Meter. Beim historischen Höchststand vor einer Woche lag er bei 7,85 Metern. Auch die Pegelstände der Flüsse in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gingen allmählich zurück.

Die Sperrzonen um Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern wurden am Sonntagabend aufgehoben. Der Katastrophenalarm im Landkreis Ludwigslust-Parchim sollte aber noch bis Montag um 12.00 Uhr bestehen bleiben. Die stark durchweichten Deiche durften noch nicht wieder betreten werden. 

Aufräumarbeiten in den Städten

Derweil gehen andernorts die Aufräumarbeiten weiter. In Magdeburg, wo die Alarmstufe 4 bereits seit Freitag nicht mehr gilt, entsorgten Hunderte Helfer unzählige Sandsäcke. Auch in Lauenburg in Schleswig-Holstein transportieren Helfer Sandsäcke ab, nach und nach soll auch der Strom wieder angestellt werden. Im Laufe des Tages sollen Abfallcontainer in der Altstadt bereitgestellt werden, darunter auch solche für Sonderabfälle wie verdorbene Lebensmittel oder Parkettreste. Der Katastrophenalarm bleibt zunächst aber bestehen.

In Mecklenburg-Vorpommern soll der Katastrophenalarm im Landkreis Ludwigslust-Parchim um 12.00 Uhr aufgehoben werden. Zwischen der Bundesstraße 5 und der Elbe hatte es schon am Sonntagabend Entwarnung gegeben. Helfer hatten am Wochenende damit begonnen, Sandsackbarrieren abzubauen. Ab Dienstag beginnt an den Schulen wohl wieder der reguläre Unterricht.

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Leserkommentare
  1. wird immer um die Lehren gestritten, die man daraus ziehen könnte.
    Es wundert mich sehr, wie schnell die unzählige Befürworter von unterirdischen Hochspannungsleitungen sich in ihre Löchern gekrochen haben. Jetzt wäre der richtige Moment um aufzustehen und den Zauderer klar zu machen, daß auch in einer solchen Katastrophe keine Gefahr aus den Kabel hervorgegangen wäre.
    Ein paar Beispiele über die Zuverlässigkeit von unterirdischne Leitung (Telephon oder internet) wäre auch von Nutzne gewesen.

    • output
    • 17. Juni 2013 15:37 Uhr

    hätte man besser der Marine überlassen. Die können das. So wie die Kähne jetzt da liegen bringt das überhaupt nichts. Vielleicht später noch riesige Probleme den Schrott da wieder weg zu schaffen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Diametral entgegengesetzt zur Behauptung des Artikels behaupten Sie, dass die Reparatur gerade _nicht_ gelungen sei. Mehr noch: Sie unterstellen indirekt allen zivilen Stellen generell Unfähigkeit in dieser Hinsicht.

    Das ist m.E. doch eine recht mutige Ferndiagnose, die Sie da stellen.

    Da ich von dieser Materie selbst keine Ahnung habe, wäre ich wirklich sehr an einer Begründung Ihrer These interessiert.

    nach einer richtig guten Fotostrecke zu diesem Ereignis.

    Bisher habe ich nur ein Luftbild gesehen, wo einer der Kähne mit einem 20°-Winkel zur Bruchstelle im Deich lieb, ein weiterer schräg dahinter

    und so richtig gut sieht das eigentlich nicht aus.

    Hat wohl nicht so richtig geklappt, oder?

  2. Diametral entgegengesetzt zur Behauptung des Artikels behaupten Sie, dass die Reparatur gerade _nicht_ gelungen sei. Mehr noch: Sie unterstellen indirekt allen zivilen Stellen generell Unfähigkeit in dieser Hinsicht.

    Das ist m.E. doch eine recht mutige Ferndiagnose, die Sie da stellen.

    Da ich von dieser Materie selbst keine Ahnung habe, wäre ich wirklich sehr an einer Begründung Ihrer These interessiert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Das Schiffe-Versenken"
  3. nach einer richtig guten Fotostrecke zu diesem Ereignis.

    Bisher habe ich nur ein Luftbild gesehen, wo einer der Kähne mit einem 20°-Winkel zur Bruchstelle im Deich lieb, ein weiterer schräg dahinter

    und so richtig gut sieht das eigentlich nicht aus.

    Hat wohl nicht so richtig geklappt, oder?

    Antwort auf "Das Schiffe-Versenken"

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  • Quelle dpa, ds
  • Schlagworte Flut | Mecklenburg-Vorpommern | Sachsen-Anhalt | Brandenburg | Elbe | Magdeburg
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