Ein Junge verkauft Früchte in den Straßen von Peschawar, Pakistan. © Fayaz Aziz/Reuters

Auf 10,5 Millionen schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Zahl der Kinder weltweit, die als Hausangestellte arbeiten müssen – oftmals unter sklavenähnlichen Bedingungen. 6,5 Millionen dieser Kinderarbeiter seien unter 15 Jahren alt, mehr als 71 Prozent von ihnen Mädchen, heißt es in einem Bericht der Organisation zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am heutigen Mittwoch.

Die Kinder müssen in fremden Haushalten putzen, bügeln, kochen, gärtnern oder Wasser holen, sich um andere Kinder oder Pflegebedürftige kümmern. Weil sie von ihren Familien und der Öffentlichkeit getrennt seien, seien sie stark von ihrem Arbeitgeber abhängig. "Aus der Arbeitsausbeutung droht häufig auch eine sexuelle Ausbeutung zu werden", erklärte die ILO.

ILO-Direktorin Constance Thomas forderte "einen tragfähigen Gesetzesrahmen zur Identifikation, Prävention und Abschaffung von Kinderarbeit in Privathaushalten". In vielen Ländern werde Beschäftigung von Minderjährigen nicht als Kinderarbeit wahrgenommen.  

"Es ist erschreckend, dass weltweit 215 Millionen Kinder jeden Tag arbeiten müssen, um sich oder ihre Familien zu unterstützen", sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning. Er rief zu größeren Anstrengungen auf, um Kindern ein kindgerechtes Leben zu ermöglichen.

Insgesamt 177 Staaten hätten die Koventionen zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert. "Aktuell sehen wir jedoch, dass Kinder weiterhin als billige Arbeitskräfte missbraucht und ausgebeutet werden, zum Beispiel auf Baumwollfeldern in Usbekistan, an Nähmaschinen in Bangladesch oder bei der Herstellung von Lehmziegeln in Pakistan."