Südafrika bangt um seine Freiheitsikone. Nelson Mandela sei in Lebensgefahr, teilte Präsidentensprecher Mac Maharaj mit. Mediziner hatten Präsident Jacob Zuma demnach bei einem Besuch am Krankenbett des 94-Jährigen informiert. Der Zustand des Friedensnobelpreisträgers, der wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus liegt, habe sich in den vergangenen 24 Stunden verschlechtert.

"Die Ärzte tun alles ihnen Mögliche, damit sich sein Zustand verbessert, und sie versichern, dass Madiba gut betreut wird und sich wohlfühlt. Er ist in guten Händen", erklärte Zuma. Madiba ist der Clanname Mandelas.

Mandela war vor rund zwei Wochen in das Krankenhaus eingeliefert worden. Vergangene Woche hatten Präsident Zuma und Angehörige Mandelas den Zustand des 94-Jährigen als stabil bezeichnet. Ihm gehe es wieder etwas besser, hieß es noch vor wenigen Tagen, er spreche auf die Behandlung an. Eine Zeitung hatte sogar unter Berufung auf seinen Enkel gemeldet, dass er bald aus dem Krankenhaus entlassen werden solle. Für den ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas ist es bereits der vierte Krankenhausaufenthalt seit Dezember.

Mandelas Lungenprobleme reichen bis in seine Zeit als politischer Gefangener zurück, als er an Tuberkulose erkrankt war. Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem hatte er 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheid-Regimes besiegelt. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2010 beim Finale der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg.