Uniklinik GöttingenStaatsanwalt erhebt Anklage im Organspende-Skandal

Versuchter Totschlag in elf Fällen: Die Justiz hat einen früheren leitenden Chirurgen der Uniklinik Göttingen angeklagt. Ermittlungen gegen weitere Ärzte laufen.

Gut ein Jahr nach Beginn der Ermittlungen zu Unregelmäßigkeiten bei Organtransplantationen am Uniklinikum Göttingen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage erhoben. Sie wirft dem früheren leitenden Transplantations-Chirurgen versuchten Totschlag in elf sowie Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen vor.

Die Ermittlungen gegen vier weitere Ärzte seien noch nicht abgeschlossen, teilte die Anklage mit.

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Der Mediziner, der seit Januar in Untersuchungshaft sitzt, soll bewusst und geplant falsche Daten von Patienten an die Eurotransplant gemeldet haben – die Stelle, die Transplantationen europaweit koordiniert. Auf diese Weise erreichte er, dass Patienten auf der Warteliste für Spenderlebern nach oben rückten.

Bei den Ermittlungen fand die Staatsanwaltschaft keine Beweise dafür, dass Patienten Geld für eine schnellere Transplantation zahlten. Die Verfahren gegen rund ein Dutzend Betroffene seien eingestellt, sagte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft. Möglicherweise sei aber Geltungssucht oder Eitelkeit ein Motiv des Arztes gewesen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
    • Schlagworte Arzt | Ermittlung | Geld | Körperverletzung | Mediziner | Staatsanwaltschaft
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