Sachsen-AnhaltPolizei verstärkt Deichkontrollen nach Anschlagsdrohung

Ein Drohbrief sorgt für weitere Aufregung im Hochwassergebiet: Unbekannte kündigen darin an, Dämme gezielt zu beschädigen. Die Polizei will ihre Patrouillen verstärken.

Sachsen-Anhalt hat wegen einer Anschlagsdrohung die Überwachung der Deichanlagen verstärkt. Dies teilte der Innenminister des Bundeslandes, Holger Stahlknecht, mit. Ein Drohschreiben sei mehreren Medien übermittelt worden. Darin werde angekündigt, Dämme und Deiche auch in Sachsen-Anhalt mit dem Ziel beschädigen zu wollen, bundesweit Menschen zu schaden. Die Verfasser bezeichnen sich selbst als "Germanophobe Flutbrigade".

"Wir nehmen das in der jetzigen Situation ernst", sagte Stahlknecht. Die Deiche würden aus der Luft und am Boden stärker überwacht. Ohnehin seien an jedem Damm und Deich in Sachsen-Anhalt rund um die Uhr Deichwachen unterwegs. Sie wurden aufgefordert, "jegliche Erkenntnisse" über Auffälligkeiten unverzüglich an die Krisenstäbe und die Polizei weiterzuleiten.

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Vor allem in Sachsen-Anhalt kämpfen Tausende Helfer gegen die Wassermassen der Elbe. Südlich von Magdeburg brach am Morgen ein Damm. Die Behörden riefen die 150 verbliebenen Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Von dem Dammbruch betroffen ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern.

Bundespräsident Gauck spricht Hochwasseropfern Mut zu

Unterdessen hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Reise durch die vom Hochwasser betroffenen Gebiete begonnen. Bei einem Besuch in Halle an der Saale zeigte er sich zuversichtlich für den Wiederaufbau und sprach den Menschen Mut zu. "Dass wir es wieder packen, das haben wir auch bei der Flut 2002 bewiesen", sagte Gauck.  

Er vertraue auf den weiteren Zusammenhalt der Menschen in der Not. "Deutschland ist ein solidarisches Land", betonte er. Diejenigen, die nicht überlegen müssten, wenn sie eine teure Flasche Wein aufmachen, sollten auch für andere ihre Herzen und Geldbörsen öffnen. "Wir werden es schaffen, die zerstörten Gebiete wieder aufzubauen."

Am Morgen hatte er in der Marktkirche mit Hunderten Hallensern, freiwilligen Helfern und Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff einen Gottesdienst besucht. Dabei wurde des Leids der vielen Hochwasseropfer in Ost- und Süddeutschland gedacht. Am Nachmittag wollte Gauck nach Meißen in Sachsen weiterfahren, um dort mit Helfern und Betroffenen zu reden.

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Leserkommentare
    • osmos
    • 09. Juni 2013 16:13 Uhr
    1. […]

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  1. das heißt: Löcher im Himmel und ist bei 2001 erschienen.
    Wers nicht glaubt, ist der Deutsche Michl, blöd geblieben wie gehabt.

    2 Leserempfehlungen
  2. Das ist ja krank, wer hätte denn ein politische Interesse das die Deiche brechen?
    Und sind die Drohungen ernst gemeint oder ist das ein Trittbrettfahrer der nur seine 5 Minuten Aufmerksamkeit will?

    "Die Verfasser bezeichnen sich selbst als "Germanophobe Flutbrigade"."

    Könnte alles darstellen, Linksextremisten, abgelehnte Asylanten, Neonazis mit False Flag Strategie oder ein Einzelner Irrer mit Aufmerksamkeitsdefizit.

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  3. 4. [...]

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    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sabotage im Flutgebiet"
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    • Vibert
    • 09. Juni 2013 17:16 Uhr

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  4. 5. [...]

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    3 Leserempfehlungen
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    [...]

    Natürlich sollte man Drohungen in so einer Situation immer ernst nehmen, allerdings auch nicht zu ernst - besonders, wenn man sich den Stil anschaut, in dem der Brief geschrieben ist. Es ist mehr eine Provokation und die ist ja auch gelungen. Und nein, mein Verständnis für solche Scherze hält sich in Grenzen. Aber für mich bleibt es ein provokativer Scherz.

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  5. 6. [...]

    [...]

    Natürlich sollte man Drohungen in so einer Situation immer ernst nehmen, allerdings auch nicht zu ernst - besonders, wenn man sich den Stil anschaut, in dem der Brief geschrieben ist. Es ist mehr eine Provokation und die ist ja auch gelungen. Und nein, mein Verständnis für solche Scherze hält sich in Grenzen. Aber für mich bleibt es ein provokativer Scherz.

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    8 Leserempfehlungen
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    • Sven77
    • 09. Juni 2013 17:00 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und mit serösen Quellen beim konkreten Artikelthema. Danke. Die Redaktion/kvk

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    • Sven77
    • 09. Juni 2013 17:00 Uhr
    7. [...]

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    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    es kommt darauf, wie ernst man das Ganze nimmt.

    Ich hatte schon geschrieben, dass ich das für einen arg provokativen Scherz halte.

    Mein Beitrag bezog sich auf diesen Foristen: Sven77

    • mores
    • 09. Juni 2013 17:05 Uhr

    Anstatt teure Deicherhöhungen vorzunehmen, wäre es sinnvoll, Länder-übergreifend ACKERflächen zu fluten u. deren Eigentümer zu entschädigen, als UNGLEICH MEHR für GEBÄUDEschäden auszugeben!

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, ds
  • Schlagworte Joachim Gauck | Polizei | Sachsen-Anhalt | Bundespräsident | Flut | Hilfsorganisation
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