San Francisco : Zwei Tote und viele Verletzte bei Flugzeugabsturz

Eine Boeing 777 ist bei einer Notlandung auf dem Flughafen von San Francisco verunglückt. Zwei Menschen starben, 182 Passagiere wurden teilweise schwer verletzt.
Die verunglückte Boeing 777 auf dem Flughafen von San Fransisco © Jed Jacobsohn/Reuters

Zwei Menschen sind bei der Bruchlandung eines Passagierflugzeugs in San Francisco ums Leben gekommen. Alle anderen 305 Menschen an Bord überlebten nach US-Angaben das Unglück am Samstag. Insgesamt seien 182 Menschen verletzt worden. Die beiden Toten seien außerhalb des Flugzeugs auf der Landebahn gefunden worden, sagte Feuerwehrchefin Joanne Hayes-White laut CNN. Nach Angaben des Chefs der Asiana Airlines, Yoon Young-doo, handelte es sich um zwei Chinesinnen im Teenager-Alter. Bei dem Unglücksflieger handelt es sich um eine Boeing 777 der südkoreanischen Asiana Airlines, die aus Seoul kam.

Nach dem Unglück wurden laut CNN 182 Menschen in Krankenhäuser gebracht, einige wegen schwerer Verletzungen. Insgesamt seien 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord gewesen, niemand werde mehr vermisst. Unter den Passagieren seien 61 US-Amerikaner, 77 Südkoreaner, 141 Chinesen und ein Japaner, teilte die Fluggesellschaft mit.

Wie es zu dem Unglück gekommen ist, ist noch unklar. Der Airline-Chef sagte, es habe seines Wissens keinen Triebwerksschaden gegeben. Die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB hat damit begonnen, die Ursache zu ermitteln. 

Einen Terroranschlag schloss die Bundespolizei FBI aus. Die Flugaufsichtsbehörde FAA stufte den Vorfall offiziell als Bruchlandung ein.

Augenzeugen berichteten, dass es bei dem Aufsetzen einen Knall oder eine Explosion am Fahrwerk gegeben habe. Weißer Rauch sei zu sehen gewesen, dann habe sich das Flugzeug mehrfach gedreht. Die Flughafenfeuerwehr löschte die Brände mit Schaum und Wasser. Manche Beobachter sagten hinterher, das Flugzeug sei zu tief angeflogen, sodass das Fahrwerk gegen eine Mauer geprallt sei.

Flugverkehr stark beeinträchtigt

Der Flugverkehr auf dem internationalen Airport musste stundenlang unterbrochen werden. Ankommende Flüge wurden auf andere Ziele an der Westküste umgeleitet. Nach dem Nationalfeiertag am vergangenen Donnerstag und wegen der Schulferien gehört das Wochenende zu den geschäftigsten Reisetagen. US-Präsident Barack Obama dankte laut einer Mitteilung den Ersthelfern für ihr schnelles Eingreifen.

Ein Manager, der nach eigenen Angaben an Bord des Flugzeugs war, berichtete via Twitter von dem Unglück. "Ich bin gerade in SFO bruchgelandet. Heck abgerissen. Den meisten scheint es gut zu gehen. Mir geht's gut. Surreal...".

Asiana ist nach Korean Air die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas und Mitglied der Star Alliance, in der auch die Lufthansa ist. Sie fliegt besonders an der Westküste der USA viele Ziele an. Asiana operiert mit zwölf Boeing 777-200, die jeweils ungefähr 300 Passagiere aufnehmen können. Sowohl der Flugzeugtyp als auch die Airline gelten bei Luftfahrtexperten als sehr sicher. 


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Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Möglicher Ablauf

Wie bereits geschrieben, liegt die Ursache möglicherweise im Bereich der fehlenden Gleitpfadinformationen per Funk und damit auf dem Display der Piloten.
Jedenfalls scheint das Flugzeug mit dem Heck auf den Wall zwischen Wasser und Landebahn gekracht zu sein. Augenzeugen meinen, die Nase sei in den Sekunden vor dem Aufprall nach oben gegangen.
Der gesamte hintere Teil hinter der Druckkammer der Passagiere, also das gesamte Leitwerk, ist wohl bei dem Aufprall auf diesen Wall abgebrochen. Am linken Flügel sind Triebwerk und Klappen abgebrochen. Bei dem Aufprall auf die Landebahn (bzw. den geteerten Bereich davor) verlor das Flugzeug auch das Hauptfahrwerk.
Dann ist es in seine Endposition gerutscht. Über das ebenfalls abgebrochene rechte Triebwerk neben dem Rumpf fing der Rumpf Feuer.

So zumindest mein Eindruck bei Betrachtung der Bilder.

Herzliches Beileid

Zurerst möchte ich meine Kondelenzbekundungen den Angehörigen und Freunden der verstorbenen Passagiere machen und den überlebenden gute Besserung wünschen.

Ich glaube, dass es verfrüht ist darüber zu spekulieren, was genau passiert ist. Man sollte die NTSB zusammen mit Boeing ihren Job machen lassen und nicht voreilig Schlüsse aus den unvollständigen Informationen ziehen.