Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München © Martin Rose/Getty Images

Bayern-Präsident Uli Hoeneß kann sich nach Informationen des Spiegels offenbar Hoffnungen auf eine milde Strafe in seiner Steueraffäre machen. Dem Magazin zufolge will die Münchener Staatsanwaltschaft eine Verurteilung zu zwei Jahren auf Bewährung beantragen. Außerdem soll eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen hinzukommen, dies entspräche einer weiteren Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Wie der Spiegel berichtet, will die Staatsanwaltschaft eine Vorschrift des Strafgesetzbuches nutzen, mit der sich Geld- und Bewährungsstrafe unabhängig voneinander bewerten lassen. Grundsätzlich ist es ausgeschlossen, eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren zur Bewährung auszusetzen. Die genannte Vorschrift eröffnet offenbar ein Schlupfloch.

Zugutekommen könnte dem Bayern-Präsidenten dabei zudem eine Verjährungsfrist: Weil die Hinterziehung von rund 2,3 Millionen der insgesamt etwa 3,2 Millionen Euro geschuldeten Steuern bereits länger als fünf Jahre zurückliege, sei diese Schuld bereits verjährt. Somit würde der strafrechtlich relevante Anteil nur noch rund 900.000 Euro betragen – und damit unterhalb der vom Bundesgerichtshof festgelegten Grenze von einer Million Euro liegen. Bei Steuerhinterziehungen über diesem Betrag ist keine Bewährungsstrafe mehr möglich.

Nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens wegen Steuerhinterziehung könnte die Staatsanwaltschaft im August Anklage erheben. Der Prozess könne dann bereits im September beginnen.

Hoeneß hatte sich im Januar wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt. Nachdem er Mitte März vorläufig festgenommen wurde, ist er nur gegen eine Millionen-Kaution auf freiem Fuß.