IndienKinder sterben an Gift im Schulessen

Im nordindischen Bundesstaat Bihar sind mindestens 21 Schüler an dem Essen in der Kantine gestorben. Die Regierung bestätigte, dass Insektengift im Reis war.

Mindestens 21 Kinder sind in Ostindien gestorben, nachdem sie in der Schulkantine Reis und Linsen gegessen hatten. Das Bildungsministerium des betroffenen Bundesstaates Bihar bestätigte, dass Spuren von Insektengift in den Zutaten des kostenlosen Mittagessens gefunden worden waren. Neun Schüler starben bereits am Dienstag, zwölf weitere in der Nacht zum Mittwoch. Alle waren zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Mehrere Kinder werden derzeit noch im Krankenhaus behandelt. Raja Yadav, der Vater eines kranken Kindes, sagte, sein Sohn habe sich übergeben und über Bauchschmerzen geklagt, als er von der Schule nach Hause gekommen sei.   

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In vielen der 29 indischen Bundesstaaten erhalten Kinder aus armen Familien kostenloses Essen an staatlichen Schulen. Die Regierung subventioniert die Mahlzeiten, damit mehr Eltern ihre Kinder in den Unterricht schicken. In Bihar seien dabei immer wieder verdorbene und minderwertige Lebensmittel verwendet worden, sagte Jagdambika Pal, Sprecher der auf Bundesebene regierenden Kongresspartei. Es komme immer wieder zu Lebensmittelvergiftungen.

In Bihar gingen Hunderte Menschen auf die Straße und protestierten. Nach einem Bericht der Times of India machten sie die Behörden für die Tragödie in dem Dorf Masrakh verantwortlich. Die Regierung des Bundesstaates versprach den Familien der Opfer jeweils eine Entschädigung von umgerechnet etwa 2.500 Euro.  

In Indien leben nach offiziellen Angaben 455 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze. Bihar gehört zu den ärmsten Bundesstaaten.

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Leserkommentare
  1. im Spiele sein - wenn die Regierung Schulessen subventioniert, muß irgendein Verantwortlicher da sein, der für dieses Geld die Zutaten des Essens einkauft - und vermutlich selber kräftig dabei absahnt.

    3 Leserempfehlungen
  2. In einem vermeindlichen Hort der Sicherheit kommt es zu Todesfällen.

    Weiter Einzelheiten findet man hier: http://www.spiegel.de/pan...

  3. Das dies in unseren Medien der "zivilisierten ersten Welt" mal wieder nur zu einer Randnotiz reicht.

    Umgerecht 2.500 Euro für ein Kinderleben ... ich bin zutiefst erschüttert. Als Vater umso mehr

    5 Leserempfehlungen
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    • shtok
    • 17. Juli 2013 20:33 Uhr

    Kinderleben 9000 Euro Wert, http://www.volksstimme.de..., da reicht es nicht mal zu einer Randnotiz.

    • shtok
    • 17. Juli 2013 20:33 Uhr

    Kinderleben 9000 Euro Wert, http://www.volksstimme.de..., da reicht es nicht mal zu einer Randnotiz.

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    Antwort auf "Erschütternd"
  4. unserer Welt. Ich frage mich wie viele Kinder dort jeden Tag sterben, sei es an Vergiftung, Hunger oder Gewalt?

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  5. 6. So so,

    angeblich verhungern allein 4657 pro Tag, allein in Indien (1,7 Mio im Jahr). was für ein fortschrittliches und demokratisches Land? Wachstum läuft, nur in allen Richtungen!!

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  6. Mir scheint, als ob bei diesem tragischen Fall an indischen Kindern das Mittel E 605 eine Rolle gespielt hat. Produzent sitzt in Deutschland. Frau Bundeskanzlerin hat gerade der Chemieindustrie für ihre "hohen" Leistungen ihre anerkennenden Worte ausgesprochen.
    Das große Bienensterben auf der Welt hat gleiche Ursachen, wie diese Sache mit den indischen Kindern: die Chemiegiganten produzieren, verkaufen, verdienen unendlich.... In meinen Augen wiederholt sich Zeitgeschichte: Die Nazis haben auch Menschen mit Chemiekalien umgebracht....

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    • marfan
    • 17. Juli 2013 23:00 Uhr

    würden sie "deutsche" vergiftete schulkinder genauso würdelos ablichten?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sig
  • Schlagworte Armutsgrenze | Bildungsministerium | Dorf | Entschädigung | Essen | Familie
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