Gustl Mollath bei einer Anhörung im Juni im bayerischen Landtag © Joerg Koch/Getty Images

Der seit Jahren gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebrachte Gustl Mollath hat vor Gericht erfolgreich seine weitere Zwangseinweisung angefochten. Das Oberlandesgericht (OLG) Bamberg hob einen Beschluss des Landgerichts Bayreuth vom 10. Juni auf, der die Fortdauer der Unterbringung Mollaths angeordnet hatte.

Das Verfahren wurde zur erneuten Behandlung und Entscheidung an die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts zurückverwiesen, teilte das OLG mit. Nach Auffassung der dortigen Richter hat das Landgericht Bayreuth in der Sache entschieden, ohne eine erneute Begutachtung Mollaths zu veranlassen. Stattdessen hätten sich die Richter auf ein mehr als zwei Jahre altes Gutachten gestützt. Außerdem ergäben sich aus dem beim Landgericht Regensburg anhängigen Wiederaufnahmeverfahren neue Erkenntnisse.

Auch die neue Lebenssituation Mollaths, der durch die bundesweite Berichterstattung zur öffentlichen Person geworden sei, machen aus Sicht des OLG die erneute Begutachtung nötig. Das Landgericht Bayreuth solle deshalb neu entscheiden.

Mollath sitzt seit 2006 in der Psychiatrie, weil er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben soll. Er sieht sich als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er auf Schwarzgeldgeschäfte hingewiesen habe.

Der Fall Mollath beschäftigte in Bayern schon einen Untersuchungsausschuss des Landtags. Die Opposition forderte wegen einer vermeintlichen Justizaffäre den Rücktritt von Justizministerin Beate Merk (CSU).