In Nigeria sind bei einem Massaker an einer Schule mindestens 28 Menschen gestorben, die meisten davon Schüler. In einer entlegenen Schule im Nordosten des Landes trieben die Angreifer in der Nacht Schüler und Lehrer im Schlafgebäude zusammen, warfen Sprengsätze und eröffneten das Feuer, wie Augenzeugen berichteten. Hinter der Attacke wird die islamistische Sekte Boko Haram vermutet, gegen die das nigerianische Militär derzeit eine Offensive führt.

Die Nachrichtenagentur AFPberichtet sogar von 42 Toten und beruft sich dabei auf einen Krankenhausmitarbeiter. Ziel des Angriffs war eine weiterführende Internatsschule in Mamudo im nigerianischen Staat Yobe. Sicherheitskräfte würden im Buschland um die Schule nach Kindern suchen, die vor den Angreifern geflohen seien, sagte ein Krankenhausmitarbeiter. Sechs Schüler mit Schusswunden seien gefunden worden und würden im Krankenhaus behandelt.

Ein Anwohner äußerte den Verdacht, Boko Haram habe sich mit dem Blutbad für eine Razzia der Regierungstruppen vom Donnerstag rächen wollen, bei der in der Nähe von Mamudo 22 Sektenmitglieder getötet worden waren. 

Im Kampf gegen die islamistischen Rebellen hatte der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan im Mai über Yobe sowie die ebenfalls im Nordosten des Landes gelegenen Staaten Adamawa und Borno den Notstand verhängt. Zusätzliche Soldaten wurden entsandt, um die Aufständischen zurückzudrängen.

Der Gewalt der Boko Haram sind in den vergangenen vier Jahren laut Schätzungen 3.600 Menschen zum Opfer gefallen. Der Name der Sekte bedeutet übersetzt "westliche Bildung ist böse". In den vergangenen Monaten wurden bei Angriffen auf Schulen schon Hunderte Schüler getötet.