Papst Johannes Paul II. wird heiliggesprochen. Das dafür notwendige Dekret unterzeichnete Papst Franziskus am Freitag im Vatikan. Zusammen mit dem 2005 verstorbenen gebürtigen Polen soll auch Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen werden. Dazu entschied das Kirchenoberhaupt der Katholischen Kirche, die Kardinäle aus aller Welt zu einem sogenannten Konsistorium einzuberufen, um den Schritt zu besiegeln.

Noch steht das Datum für die feierliche Zeremonie nicht fest. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, die Heiligsprechung könnte "bis zum Jahresende" geschehen. In Vatikan-Kreisen ist bereits der 8. Dezember im Gespräch – der Tag der Unbefleckten Empfängnis.

Für eine Heiligsprechung müssen Kandidaten in der katholischen Kirche zunächst seliggesprochen werden. Für beide Stufen ist die Anerkennung eines Wunders notwendig. Vor einigen Tagen hatte die zuständige Kardinalsversammlung Johannes Paul II. ein zweites Wunder zugesprochen und somit den Weg zur Heiligsprechung frei gemacht. Es soll sich um die Heilung einer Frau aus Costa Rica handeln, die an einer Hirnverletzung litt.

Das erste vom Vatikan anerkannte Wunder des Papstes war die Heilung einer Nonne von der Parkinson-Krankheit. Dafür war Johannes Paul II. 2011 seliggesprochen worden. Die endgültige Entscheidung darüber, ob einer seiner Vorgänger selig oder heiliggesprochen wird, liegt beim Papst.

Bei Papst Johannes XXIII. etwa verzichtete das Kirchenoberhaupt auf die für gewöhnlich notwendige Vollbringung eines Wunders. Der Italiener hatte im Jahr 1962 das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet, das als Schritt der Kirche in Richtung Moderne galt.