Spanien : Verletzte bei Stierhatz in Pamplona

Beim San-Fermín-Fest hat es am ersten Tag Verletzte gegeben: Vier Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Tierschützer protestieren gegen die Stierhatz.
Bedrohliche Kämpfe beim traditionellen Stierrennen in Pamplona © Susana Vera/Reuters

Beim San-Fermín-Fest im spanischen Pamplona hat der berüchtigte Stierkampf Opfer gefordert: Drei Ausländer und ein Ortsbewohner wurden bei der traditionellen Hatz durch die kopfsteingepflasterten Gassen der nördlichen Grenzstadt leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Die Tierschutzorganisation Peta begleitete das Rennen in Pamplona in protestierender Manier. Auch dieses Jahr kamen Hunderttausende in die Stadt um das Spektakel zu bestaunen.

Während des neuntägigen Festes rennen jeden Morgen ganz in Weiß gekleidete Männer mit roten Schals den 849 Meter langen Stadtparkours entlang. Verfolgt werden sie von 500 Kilo schweren Stieren. Der erste Lauf endete nach einigen Minuten in einer Stierkampfarena, in der die Tiere geschlachtet werden.

Jedes Jahr Wunden und Tote

Zwar finden während des erstmals 1951 ausgerichteten San-Fermín-Festes auch religiöse Prozessionen, Konzerte sowie Trinkgelage in den Straßen statt. Höhepunkt sind jedoch die Stierrennen, bei denen stets Teilnehmer verletzt werden.

Voriges Jahr mussten 38 von ihnen ins Krankenhaus eingeliefert werden, Hunderte wurden mit leichten Verletzungen behandelt. Die meisten Wunden rühren dabei nicht von den scharfen Hörnern der Stiere her, sondern von Stürzen oder weil Läufer von den Tieren über den Haufen gerannt wurden.

Im Jahr 2009 wurde ein 27-jähriger Spanier vor den Augen zahlreicher Touristen von einem Stier aufgespießt und erlag später seinen Verletzungen. Mittlerweile sind Stierkampf und die Straßenhatz auch in Spanien hoch umstritten.

Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Miura und Jaquetón,..........Encierro in Pamplona!

..es erfordert vor allem Mut, Gewandtheit und eine tiefe Kenntnis des Stieres,
um sich ihm zu naehern.

Zumindest uebt diese Tradition einen grossen Reiz auf Amerikaner, Australier,..
und andere aus, sich dieser Herausforderung zu stellen (im Durchschnitt 520
Kilo und mehr!), fuer die oertlichen Gruppen junger Menschen (corredores/
sanfermines) geht es genau nicht darum ihn zu reizen, sondern ein Vorspiel
zu eroeffnen, mit dem Stier zu laufen, sich ihm im Lauf naehern, ihn womoeglich
zu beruehren, ein Spiel mit festgelegten Regeln.