Frankreich : Ermittler wollen Strauss-Kahn wegen Zuhälterei anklagen

Dem früheren IWF-Chef droht ein Prozess wegen Sex-Partys mit Prostituierten. Strauss-Kahn bestreitet die Partys nicht, will aber nichts über die Frauen gewusst haben.
Dominique Strauss-Kahn Ende Juni bei einer Anhörung im französischen Senat © Martin Bureau/AFP/Getty Images

Dominique Strauss-Kahn, der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), wird vermutlich wegen Sex-Partys mit Callgirls der Prozess gemacht. Er solle wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor ein Strafgericht gestellt werden, teilte die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille mit. Bei den Vorwürfen geht es um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen.

Strauss-Kahn bestreitet nicht, an den Sex-Partys in Luxushotels in den Jahren 2009, 2010 und 2011 teilgenommen zu haben. Der frühere IWF-Chef will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte.

Mitte Juni hatte die Staatsanwaltschaft von Lille eine Einstellung des Verfahrens gegen den einstigen Hoffnungsträger von Frankreichs Sozialisten beantragt. Gegen Strauss-Kahn läge nicht genug belastendes Material vor. Die ermittelnden Untersuchungsrichter sahen dies aber anders und erhoben Anklage. Die Staatsanwaltschaft könnte dagegen Rechtsmittel einlegen.

Neben Strauss-Kahn soll zwölf weiteren Verdächtigen der Prozess wegen Zuhälterei gemacht werden.

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