StudieDeutsche halten nur mittelmäßig zusammen

Die Toleranz gegenüber fremden Lebensmodellen geht in Deutschland zurück, das Vertrauen in Institutionen steigt, laut einer Studie. Ebenso das Gerechtigkeitsempfinden.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist nur mittelmäßig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Für ihren "Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt" haben Sozialwissenschaftler der Jacobs University Bremen Daten aus zwölf internationalen Erhebungen ausgewertet, die bis ins Jahr 1989 zurückreichen.       

Deutschland liegt nach der Auswertung der Daten von 2009 bis 2012 von 34 Staaten auf Platz 14. Im Fünf-Jahres-Zeitraum davor sogar nur auf Platz 18.

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Hinter dem Begriff gesellschaftlicher Zusammenhalt verbergen sich Teilbereiche wie Vertrauen in Mitmenschen, Toleranz und Gerechtigkeitsempfinden. Das mittelmäßige Ergebnis für Deutschland führen die Wissenschaftler unter anderem darauf zurück, dass unterschiedliche Lebensmodelle in der Gesellschaft inzwischen weniger akzeptiert würden. Stephan Vopel von der Bertelsmann-Stiftung sagte, die Identifikation mit der eigenen Nation sei geringer als in anderen Staaten.  

Gestiegen seien dagegen das Gerechtigkeitsempfinden der Deutschen und ihr Vertrauen in Institutionen. Das Vertrauen in Banken nahm ab.

Vorbehalte gegenüber Einwanderern nehmen zu

Als gute Rahmenbedingungen für einen starken Zusammenhalt nannten die Forscher höheren Wohlstand, größere Einkommensgleichheit und die Entwicklung zur Wissensgesellschaft. Zuwanderung und Globalisierung seien dabei keine Hindernisse. Skandinavier, Australier und Nordamerikaner halten laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung stärker zusammen als die Deutschen. Platz eins belegt Dänemark, Schlusslicht der Untersuchung ist Rumänien

Für bedenklich halten die Forscher laut der Süddeutschen Zeitung die im internationalen Vergleich sinkende Bereitschaft der Deutschen, Vielfalt in ihrem Land zu akzeptieren. Vor allem gegenüber Einwanderern gebe es mehr Vorbehalte.     

Als Bewertungskriterien legten die Bremer Forscher neun Bereiche fest: Soziale Netze, Vertrauen in Mitmenschen, Akzeptanz von Diversität, Identifikation, Vertrauen in Institutionen, Gerechtigkeitsempfinden, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Anerkennung sozialer Regeln sowie gesellschaftliche Teilhabe. Grundlage für die Studie waren vor allem Umfragen, außerdem flossen Faktoren wie die jeweilige Wahlbeteiligung in den Ländern und ihre Korruptionsraten ein.

Neben allen EU-Staaten (ohne Kroatien) sind Australien, Israel, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweiz und die USA Teil der Studie.

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Leserkommentare
  1. Studien zeigen deutlich, dass in inhomogene Gesellschaften die Akzeptanz des Sozialstaats abnimmt.

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    sehr deutlich zeigt.

    inhomogene Gesellschaft bitte?

    Man hat gute Nachrichten für Libertäre und Marktfetischisten: man spielt die Leute erfolgreich gegeneinander aus. Das ist wichtig, will man nicht selbst irgendwann in hohem Bogen hinaus fliegen.

    Übrigens: die größte Angst und größte Panik verbreitet in gewissen Kreisen immer noch das "Kommunistische Manifest" von Karl Marx und Friedrich Engels. Gespenster sind halt nicht tot zu kriegen - das zeichnet sie aus.

    Es ist richtig: Bislang haben Studien, in der Tat absolut alle Studien über den Zusammenhang zwischen Heterogenität und Gemeinschaftlichkeit gezeigt, dass mit zunehmender "Diversität" der Zusammenhang in der Gesellschaft abnimmt- Je vielfältiger die Gesellschaft, desto geringer die Solidarität/Gemeinschaftlichkeit.

    Das ist ja auch logisch. Warum sind homogene Staaten mit homogenen Bevölkerung so ungleich stabiler und konfliktärmer wie multiethnische Staaten?

    Warum kam es in Polen, dass doch so viel ärmer, und sozial ungleicher ist, so viel weniger Sozialstaat und auch mehr Jugendarbeitslosigkeit hat als das reiche Schweden,nicht zu solchen Krawallen, wie wir sie vor einigen Wochen erlebten.

    Die Studienautoren der vorliegenden Studie erkennen diesen Forschungsstand auch nein, negieren diesen aber mit dem Verweis auf "unsere Daten" ....

  2. "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" ist immer ein Zusammenhalt gegen die, die nicht zur Gesellschaft gehören.

    Ansonsten nennt man es nämlich schlicht Nächstenliebe.

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    Natürlich ist es ein schöner Traum, dass es einen Zusammenhalt von Menschen geben sollte, wo niemand ausgeschlossen ist. Eine einzige Weltgesellschaft, in der "schlicht Nächstenliebe" herrscht. Die Welt eine einzige große Gemeinschaft, in der jeder jedem hilft.

    Glauben Sie im Ernst, dass Solidarität auf dieser Ebene im gleichen Maßstab funktionieren würde wie in den jetzt bestehenden Gesellschaften? Wenn in eine weltweit solidarische Krankenversicherung einbezahlt werden müsste und für die, die viel einzahlen, nur Leistungen auf niedrigstem Niveau bleiben? Es ist sehr altruistisch, davon zu träumen, dass die Menschen ihren Lebensstandard radikal reduzieren, um mit allen Menschen auf der Welt zu teilen - nur wie realistisch ist es, dass Menschen in aller Welt bereit dazu wären? Dass Menschen in Deutschland auf breiter Basis bereitwillig hohe Steuern zahlen, damit die weltweite Infrastruktur aufgebaut werden kann? Die Gelder fließen dann z.B. in den Straßenbau in Afrika, während für die im weltweiten Maßstab hervorragenden deutschen Straßen kein Geld notwendig ist. Hier würde erst wieder Geld fließen, wenn der Zustand der Straßen auf einem weltweit unterdurchschnittlichen Niveau wäre.

    Dass es gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Ebene von Staaten gibt, ist ein enormer Fortschritt. Wo dieser nicht existiert, ist zu beobachten, dass es Zusammenhalt lediglich auf Familien-, Sippen- oder Clan-Ebene gibt. Der allgemeine Lebensstandard ist dort entsprechend gering.

    ... Zusammenhalt ist nicht zwangsläufig gegen Personen gerichtet, sondern gegen Widrigkeiten des Lebens – Armut, Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit, Naturkatastrophen etc. Hier solidarisch Menschen den Rücken zu stärken sehe ich als "Zusammenhalt".

  3. nachvollziehen.

    "Mitnehmer" wie Wullf bekommen Ehrensold und Steuersünder wie Hoeneß (wohl) Bewährung.
    Ist man Mitglied einer Gang, gibt es bei Gewalttaten aus Angst der Richter lieber auch Bewährung.
    Bei all diesen Dingen "hängt" der normale Bürger.
    Während Banken und Großunternehmen eigentlich alles machen dürfen, werden Bäckerreien wegen Steuerbetrug geschlossen, die 1000€ in der Bilanz nicht nachweisen können.
    Die Polizei versetzt normales Wasser mit Tränengas und hindert Bürger gerne mal daran ihr demokratisches Streikrecht auszuleben, von der Polizeigewalt gar nicht zu Reden.

    Wo da das Gerechtigkeitsempfinden her kommt ist für mich ein Rätsel.

    Aber es ist wahrscheinlich wie mit den Umfragen für Studenten.
    Heute hat auch der beste Dozent meiner Freundin die schlechteste Bewertung bekommen, weil nur 10 von über 70 ihn bewertet haben und da waren meist die, die ihn nicht leiden konnten.

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    Vielleicht sind Menschen wie Wullf und Hoeneß ja eher der Normalfall in der BRD. Ich kenne sehr viele Menschen mit dieser "Mitnehmer-Mentalität" und Steuerhinterziehung ist ja eher Volkssport denn Ausnahmeerscheinung.

    Und vielleicht identifizieren sich viel mehr Menschen mit autonomen Lebensmodellen wie "Gangs", Rotlichtmilieus, Clubszene etc. als es in den öffentlich Rechtlichen den Anschein macht.

    Was objektiv "normal" ist (sollte es sowas überhaupt geben), kann man aus seiner subjektiven Sicht nur schwer einschätzen.

  4. Warum soll es bedenklich sein, dass die Toleranz gegenüber Fremden abnimmt?
    Man sollte dies eher, als "natürlich" werten, denn wie ist denn die Wahrnehmung seit mehreren Jahren:

    Gerade aktuell Bushido.
    Salafisten.
    Teile der Wirtschaft würde lieber gestern als heute "ausl. Fachkräfte" anwerben, obwohl es inl. Kräfte geben würde, etc..
    Nur mal als Beispiele.

    Woher soll denn bitte die Toleranz kommen, wenn einem latent ein diffuses Bedrohungsgefühl vermittelt wird?

    Schaue man sich doch mal an wie andere Staaten reagieren wenn sie sich "bedroht" fühlen.

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    Wie der Vorkommentator schon sagte:
    Bushido ist Deutscher.
    Dazu: Unter den Salafisten gibt es auch Deutsche, sogar ohne MiHiGru.
    Das Anwerben ausl. Fachkräfte ist für Sie ein Problem? Dann schulen Sie doch bitte die deutsche Fachverkäuferin oder die Lagerarbeitern zur Ingenieurin um.

    Ich halte nichts von solchen Umfragen, weil sie in der Regel über einen allzu großen Kamm scheren, aber Sie bestätigen das Ergebnis nahezu perfekt.

  5. Vielleicht sollten auch die Medien einmal in sich gehen, dazu eine Preisfrage:

    Was unterscheidet die "Familientragödie" vom "Ehrenmord"? Eben.

    Das schreibe ich bewusst in der ZEIT, die xenophobe Hasspresse aus dem Springer-Verlag hat eh eine andere Agenda.

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    • Suryo
    • 16. Juli 2013 11:38 Uhr

    "...Was unterscheidet die "Familientragödie" vom "Ehrenmord"? Eben."

    In welcher biodeutschen Familie setzt sich denn die Familie an einen Tisch und berät dann, ob und wie man eine durchgebrannte Tochter umbringen kann, damit die Ehre wieder hergestellt und man sich vor den Nachbarn wieder sehen lassen kann? Eben.

    Dessenungeachtet sehe ich den Zusammenhang nicht. Ich persönlich finde die schwindende Toleranz besorgniserregend. Denn sie richtet sich natürlich nicht nur gegen Ausländer, sondern auch und insbesondere auch gegen die anderen "kleineren" Gruppen der Gesellschaft: die Mittelklasse z.B. fährt in Deutschland seit Jahren einen immer schärferen Kurs der sozialen Abgrenzung gegen die Unterschichten. Die Beschneidungsdebatte zeigte, wie viele Menschen bereit sind, andere Menschen oberlehrerhaft zu ihrem "Glück" zu zwingen. Letzten Endes zeigen selbst Rauchverbote, wie gern Nichtbetroffene anderen Regelungen aufzwingen und sich weigern, deren Standpunkt einzunehmen. Wo Toleranz schwindet, schwindet natürlich auch der gesellschaftliche Zusammenhalt.

    Ein "Ehrenmrord" ist ein "Urteil", dass durch eine Gruppe explizit oder implizit über eine Dritte gefällt wurde.

    Eine Familientragödie ist eine geplante oder ungeplante Tat, der keine "juristische Rechtfertigung" zugrunde liegt.

    Wenn jemand eine "Bluttat" zum Nachteil anderer begeht oder einen "erweiterten Suizid" dann wird er nicht vorher große Rechtgfertigungsüberlegungen anstellen und diese in "Traditionen" suchen.

    Außerdem sind "Ehrenmorde" gezielt gegen konkrete Familienangehörige als Bestrafung gerichtet.

    Dort eine Gleichsetzung mit einem außer Kontrolle geratenem Beziehungskonflikt zu vollziehen.
    Ist eine Verharmlosung des Instituts der "Ehrenmorde".

    Wir bitten alle Diskutierenden, zur Diskussion des konkreten Artikelthemas zurückzukehren. Danke, die Redaktion/sam

    was ihr Kommentar mit dem Artikel zu tun haben soll aber wenn sie eine Antwort möchten: eine "Familientragödie" ist meist auf die psychischen Defekte einer Person zurückzuführen, die es ihr nicht erlauben Wut, Trauer, Enttäuschung über eine gescheiterte Beziehung oder sonstwie vermurkstes Leben zu "verarbeiten", was sich dann in einem triebhaften Akt der Rache entlädt. Die Motive sind aber nicht kulturell und sozial eingebettet. Beim "Ehrenmord" hingegen sieht meist eine Gruppe(!) von Personen die Sittlichkeit der Gemeinschaft verletzt. Die Ermordete wird dabei als Schandfleck betrachtet, den es zu bereinigen gilt. Ganz großer Unterschied ist also, dass sie den Täter bei einer "Familientragödie" die Tat niemals im nachhinein rationalisieren sehen werden im Sinne von "es musste gemacht werden". Meist richtet sich der Täter danach auch selbst, ein weiterer eklatanter Unterschied dieser beiden Phänomene.

    Wir bitten alle Diskutierenden, zur Diskussion des konkreten Artikelthemas zurückzukehren. Danke, die Redaktion/sam

    • fx66
    • 16. Juli 2013 11:17 Uhr

    "Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist nur mittelmäßig."

    Welch' Ironie, dass diese Aussage ausgerechnet von der Bertelsmann-Stiftung kommt. Der neoliberale Thinktank schlechthin, der selbst Grundschulen studientechnisch in Konkurrenz setzt.

    Erstmal informieren, was Bertelsmann-Stiftung bedeutet.

    > Bertelsmann Umfrage: Der „Glaube“ an die „Soziale Marktwirtschaft“ hat
    > kaum noch ein Fundament

    > Häufig gestellte Fragen: Welche Ziele verfolgt Bertelsmann in der
    > Hochschulpolitik?

    > „Herrschaft durch Meinungsmache? – Einfluss und Interesse des
    > Bertelsmann-Konzerns an der Ökonomisierung des Bildungssystems.“

    http://www.nachdenkseiten...

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    Ihre linke Propaganda hat seit 200 Jahren nur Unfug hervorgebracht.

    • fx66
    • 16. Juli 2013 14:44 Uhr

    Und Sie? Ein BILD-Leser, der sich auf der linken Zeit verirrt hat? Es zwingt Sie niemand zu bleiben.

    Und wo wäre Ihre Argumentationskette ohne die gute alte BILD?

    haben Sie keine anderen schlagenden Argumente?

    "Welch' Ironie, dass diese Aussage ausgerechnet von der Bertelsmann-Stiftung kommt. Der neoliberale Thinktank schlechthin, der selbst Grundschulen studientechnisch in Konkurrenz setzt."
    --------------------
    Nein, es ist vielmehr Ironie, dass Sie dieses als "Ironie" betiteln.

  6. ist den Deutschen jahrzehntelang ausgetrieben worden. Regt sich irgendwo ein allerletzter Rest von Selbstbehauptungswillen oder gar Nationalstolz, muß dieser im Keim erstickt werden, nach dem Motto "Wehret den Anfängen". [...]
    Der Nachteil ist, daß der "Zusammenhalt in der Gesellschaft" dort höher ist , wo Menschen sich stärker mit ihrer Nation identifizieren. Das lese ich zwischen den Zeilen dieses Artikels heraus. Und Zusammenhalt in der Gesellschaft ist doch angeblich erstrebenswert. Identifikation mit der Nation aber ist zu verdammen. Was tun? Klassisches Double-Bind-Problem.

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um neutrale Formulierungen. Danke, die Redaktion/sam

    27 Leserempfehlungen
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    ...und hat nichts mit dem Zusammenhalt einer Gesellschaft zu tun.
    Unsere Vorfahren sind auch ohne Nation gut zurecht gekommen.
    Die Ursachen sind viel vielseitiger als ein wie auch immer geartetes Nationalgefühl.

    gepaart mit massiver und unkontrollierter Einwanderung muß zu solchen Entwicklungen führen. Wo soll der Zusammenhalt herkommen? Am Ende steht eine Gesellschaft wie in den USA, ohne Solidarität, ohne Gemeinsinn, Konkurrenz aller gegen alle. Ich nehme an, das ist auch das Ziel. Eine solche aufgelöste Gesellschaft läßt sich dann problemlos im europäischen Suppentopf verrühren.

    Entfernt. Der Kommentarteil, auf den Sie sich kritisch beziehen, wurde inzwischen entfernt. Danke, die Redaktion/sam

    ... war das nicht der Stolz für diejenigen, die sonst nichts haben, auf das sie stolz sein können?

    Ist ja eine wahnsinnige Leistung in einer Nation geboren worden zu sein, bravo! Darauf kann man definitiv stolz sein, ein Teil davon zu sein und sich schön - denn das ist die Rückseite des Nationalstolzes - von anderen 'niederen' Gruppen/Personen/Nationen/Religionen/Ethnien abgrenzen kann. Denn dafür liefert der Nationalstolz Rechtfertigung. Nationalstolz ist eine Krankheit, die schnell den Geist von Menschen befällt und in grausame Verbrechen und einem fehlenden Gerechtigkeitssinn ausarten kann.

    Können Sie mir ein Land zeigen, in dem ein gesteigerter Nationalstolz, in irgendeiner Hinsicht zu etwas Gutem geführt hat?

    Die USA? Wo Nächstenliebe nur in der Bibel vorkommt?
    Über Deutschland brauchen wir ja gar nicht erst zu reden, und über all die weiteren, hauptsächlich durch 'Nationalstolz' getragenen tyrannischen Staaten ebensowenig.

    Nichts für ungut, aber ich bin schon froh, dass die Deutschen zumindest in der Hinsicht die Weisheit besitzen (aus historischer Erfahrung), um Leuten, die von Nationalstolz schwadronieren, skeptisch zu begegnen.

    • em-y
    • 17. Juli 2013 3:03 Uhr

    "Der Nachteil ist, daß der "Zusammenhalt in der Gesellschaft" dort höher ist , wo Menschen sich stärker mit ihrer Nation identifizieren."

    Die Australier sind z.B. sehr nationalistisch, vom gesellschaftlichen Zusammenhang ist aber meines Erachtens nicht so viel zu erkennen. D.h. man klopft sich gern selbst auf die Schulter, wir sind ja so eine tolle Nation, das beste Land auf der Welt, andererseits gilt jeder für sich und jeder gegen jeden. Das dient zwar der Aufwertung des einzelnen (als Mitglied so einer tollen Nation bin ich zwangsläufig auch toll), ob es aber unbedingt zum verstärkten Zusammenhalt führt? Man ist neidisch auf die, die mehr haben, mag die 'Eliten' nicht und man tritt gern nach unten. Jeder, der anders ist als ich ist mit Vorsicht zu genießen, am besten er wäre gar nicht da und von meinen Steuergeldern soll er auch nix haben. Man will keine armen Leute in der Nachbarschaft, keine Asylanten, keine Aborigines - die könnten ja die Immobilienpreise kaputt machen, gell. Von Rassismus will ich schon gar nicht reden.

    Alles in allem scheint's mir ja nicht viel anders zu sein als in Deutschland (so manchen Kommentaren in online Foren nach zu urteilen).

    Ich wüsste gerne, anhand welcher Fragen die Stärke des gesellschaftlichen Zusammenhangs ermittelt wurde.

    Entfernt. Kritik an Formulierungen sowie Inhalt der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/sam

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sig
  • Schlagworte Studie | Bertelsmann Stiftung | Einwanderung | Globalisierung | Solidarität | Umfrage
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