Eine Woche nach der SPD hat nun auch die CDU Wahlplakate vorgestellt. Fünf Motive will die Wahlkampfleitung auf Großflächen zeigen, hinzu kommen mehrere Slogans, die im Hochformat an Laternenmasten hängen sollen.

Dieser erste Teil der Wahlkampagne – weitere Motivserien sollen folgen – stellt in CDU-gerechtem Orange die Themen Familie, Arbeit, Altersvorsorge, Wachstum und den Euro in den Vordergrund. Mit dem Slogan "Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig", deutet die Partei an, dass sie nicht nur die klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation für eine Familie hält.

Die Christdemokraten werben mit dem Slogan "Solide Finanzen sind wichtig. Weil wir an morgen denken" für solide Haushalte – oder auch eine tragfähige Altersvorsorge. Zu sehen sind eine ältere Frau und ein Kind. Ein junges Paar, versehen mit Mofa-Helmen, illustriert auf einem anderem Motiv den Slogan: "Wachstum braucht Weitblick. Und einen stabilen Euro."

Ein Porträt der Parteichefin und Kanzlerkandidatin Angela Merkel, ergänzt mit dem Spruch "Gemeinsam erfolgreich", ist für die Laternenmastwerbung vorgesehen. Broschüren und Mini-Faltblätter, die in den kommenden Wochen verteilt werden sollen, zeigen vor allem Merkel von ihrer persönlichen Seite. So stellt sie sich unter anderem als Opernliebhaberin, begeisterte Gärtnerin und Köchin dar. 

Im Verlauf der Woche sollen die Plakate deutschlandweit zu sehen sein. Bundesweit wird die Partei nach Angaben von Generalsekretär Hermann Gröhe insgesamt fast 9.000 Plakatflächen aufstellen. Den Gesamtetat für die Wahlkampagne bezifferte er auf etwa 20 Millionen Euro.

Vor wenigen Tagen hatte die SPD als erste große Partei ihre Plakate vorgestellt. Eher ernst dreinschauende Menschen – teils Darsteller, teils echte Personen – werben für den Mindestlohn, für mehr Kitaplätze, für bezahlbare Mieten und den Kampf gegen Armut. Hinzu kommen Plakate, die die Kanzlerin mit Ministern zeigen. Mit diesen Motiven will die SPD die Kompetenz der schwarz-gelben Koalition infrage stellen. 

Das Motiv für den Mindestlohn, das einen Mann in blauer Latzhose mit einem Besen und eine Frau im Arbeitskittel mit Putzutensilien zeigt, erregte den Ärger der Gebäudereinigerinnung. Der Branchenverband sah seine Mitarbeiter im falschen Zusammenhang abgebildet – der Mindestlohn sei das falsche Thema, hieß es.  

CDU-Generalsekretär Gröhe arbeitete während der Präsentation der Motive im Konrad-Adenauer-Haus einen Unterschied der SPD-Plakate zu seiner eigenen Wahlkampagne heraus: Auf den SPD-Plakaten seien keine freundlich blickenden Menschen zu finden, sagte er auf die Frage eines Journalisten.