An Schulen und Universitäten gehört Diskriminierung zum Alltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes . Demnach fühlt sich jeder vierte Schüler oder Student mit Migrationshintergrund diskriminiert. Sechs Prozent der Befragten mit einer Behinderung gaben an, benachteiligt, ausgegrenzt oder gemobbt worden zu sein. Auch homosexuelle Schüler berichteten von Beleidigungen.

Im Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sind Diskriminierungen der Studie zufolge ebenfalls alltäglich. Schüler werden demnach wegen ihrer türkischen oder arabischen Abstammung oft beschimpft, homosexuellen Schülern werde durch Beleidigungen auf dem Schulhof häufig jedes Selbstwertgefühl genommen. Alle Formen von Diskriminierung wirken sich dem Bericht zufolge negativ auf die Leistungen der Schüler aus. Die Studie ist die erste umfassende Untersuchung dieser Art in Deutschland.

Von schwierigen Bedingungen berichteten Eltern behinderter Kinder oder Eltern mit Migrationshintergrund etwa bei der Einschulung oder der Aufnahme ihrer Kinder in integrative Einrichtungen. Bei Bewerbungen um Jobs und im Arbeitsleben klagten Betroffene über Benachteiligungen wegen ihres Geschlechts oder Alters, über die Nicht-Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen oder über Vorbehalte gegen Menschen mit Behinderung. Auch negative Einstellungen zu Menschen nichtdeutscher Herkunft hinderten viele Betroffene daran, einen adäquaten Beruf zu finden.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes forderte als Konsequenz aus der Studie, an Schulen und Hochschulen müssten unabhängige Beratungsstellen eingerichtet und die bestehenden Beschwerdestellen in Unternehmen gestärkt werden. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle , Christine Lüders, erklärte, Deutschland könne es sich "langfristig nicht leisten", ganze Gruppen von Schülern nicht chancengerecht am Bildungserfolg teilhaben zu lassen. Sie forderte die Einrichtung unabhängiger Stellen für Schulen und Hochschulen, die Betroffenen rasche Hilfe anbieten.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU) , sagte, eine Ausgrenzung von Migranten wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion dürfe "nicht toleriert werden". Gleichwohl sei Deutschland für Migranten heute aber "ein Land der Möglichkeiten". Auf dem Arbeitsmarkt habe bei vielen Arbeitgebern in den vergangenen Jahren "ein Umdenken zur Haltung gegenüber Migranten erreicht werden" können, sagte Böhmer .