Vor der Küste Siziliens sind sechs Flüchtlinge ums Leben gekommen. Nach Angaben der Küstenwache versuchten die jungen Männer, an Land zu schwimmen, nachdem das Fischerboot mit 120 Flüchtlingen an Bord nur 15 Meter vom Ufer entfernt kenterte. Ihre Leichen wurden an einem Strand in der Nähe von Catania entdeckt.    

Bis auf die sechs Ertrunkenen hätten es vermutlich alle an Land geschafft, darunter auch mehrere kleine Kinder, sagte ein Sprecher der Wache. Trotzdem suchten Taucher das Meer um das Boot nach weiteren Toten ab. Die Überlebenden gaben an, sie stammten aus Ägypten und Syrien. Sie wurden von der Polizei in den unweit vom Strand gelegenen Hafen gebracht.

Es sei das erste Flüchtlingsboot aus Afrika, das Catania erreicht habe, sagte der Sprecher. Das sei ein "absolut unüblicher Vorgang". Vermutlich sei das Boot vom Kurs abgekommen. Ein weiteres Flüchtlingsboot erreichte sicher mit rund 90 Menschen die Südostküste Siziliens nahe der Stadt Syrakus.

Zwischen Spanien und Marokko wurden am Samstag fast 90 Bootsflüchtlinge aus Seenot gerettet. 70 von ihnen wurden nach Behördenangaben in die südspanische Stadt Tarifa und 16 weitere nach Marokko gebracht. Am Sonntag waren bereits 39 Einwanderer in der Meerenge von Gibraltar abgefangen worden.

In der Nacht zum Mittwoch waren etwa hundert Einwanderer aus Syrien vor der Küste von Kalabrien gerettet worden. Sie hatten eine zweiwöchige Irrfahrt hinter sich und waren schließlich auf einem elf Meter langen Boot in Küstennähe ausgesetzt worden, bevor die Küstenwache sie entdeckte.

Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen aus Afrika, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Derzeit ist der Andrang aufgrund der guten Wetterbedingungen besonders hoch.