CataniaSechs Flüchtlinge vor der Küste Siziliens ertrunken

Ein Fischerboot mit 120 Flüchtlingen an Bord ist nur 15 Meter vom Ufer entfernt gekentert. Mindestens sechs Menschen starben bei dem Versuch sich zu retten.

Die Leichen der ertrunkenen Flüchtlinge am Strand von Catania

Die Leichen der ertrunkenen Flüchtlinge am Strand von Catania  |  © Dario Azzaro/AFP/Getty Images

Vor der Küste Siziliens sind sechs Flüchtlinge ums Leben gekommen. Nach Angaben der Küstenwache versuchten die jungen Männer, an Land zu schwimmen, nachdem das Fischerboot mit 120 Flüchtlingen an Bord nur 15 Meter vom Ufer entfernt kenterte. Ihre Leichen wurden an einem Strand in der Nähe von Catania entdeckt.    

Bis auf die sechs Ertrunkenen hätten es vermutlich alle an Land geschafft, darunter auch mehrere kleine Kinder, sagte ein Sprecher der Wache. Trotzdem suchten Taucher das Meer um das Boot nach weiteren Toten ab. Die Überlebenden gaben an, sie stammten aus Ägypten und Syrien. Sie wurden von der Polizei in den unweit vom Strand gelegenen Hafen gebracht.

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Es sei das erste Flüchtlingsboot aus Afrika, das Catania erreicht habe, sagte der Sprecher. Das sei ein "absolut unüblicher Vorgang". Vermutlich sei das Boot vom Kurs abgekommen. Ein weiteres Flüchtlingsboot erreichte sicher mit rund 90 Menschen die Südostküste Siziliens nahe der Stadt Syrakus.

Zwischen Spanien und Marokko wurden am Samstag fast 90 Bootsflüchtlinge aus Seenot gerettet. 70 von ihnen wurden nach Behördenangaben in die südspanische Stadt Tarifa und 16 weitere nach Marokko gebracht. Am Sonntag waren bereits 39 Einwanderer in der Meerenge von Gibraltar abgefangen worden.

In der Nacht zum Mittwoch waren etwa hundert Einwanderer aus Syrien vor der Küste von Kalabrien gerettet worden. Sie hatten eine zweiwöchige Irrfahrt hinter sich und waren schließlich auf einem elf Meter langen Boot in Küstennähe ausgesetzt worden, bevor die Küstenwache sie entdeckte.

Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen aus Afrika, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Derzeit ist der Andrang aufgrund der guten Wetterbedingungen besonders hoch.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jk

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    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

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    • fx66
    • 10. August 2013 20:05 Uhr

    Sie meinen bestimmt die arabischen Länder. Doch meines Erachtens geht es um Schwarzafrika.

    Ghana: http://www.geo.de/GEO/nat...

    Kongo: http://zeitgeist.yopi.de/...

    Tansania: http://www.ndr.de/fernseh...

    Bei über 50 souveränen Staaten in Afrika, ist das eine äußerst gewagte Behauptung.

    • fx66
    • 10. August 2013 20:05 Uhr

    Sie meinen bestimmt die arabischen Länder. Doch meines Erachtens geht es um Schwarzafrika.

    Ghana: http://www.geo.de/GEO/nat...

    Kongo: http://zeitgeist.yopi.de/...

    Tansania: http://www.ndr.de/fernseh...

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    • Cu22
    • 11. August 2013 0:11 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/jk

  3. Meine Meinung.

    Für mich sind diese Menschen zum überwältigen Großteil Wirtschaftsflüchtlinge. Ich gebe ihnen keine Schuld, ehrlich gesagt würde ich dasselbe wagen, wenn ich keine Perspektiven in meinem Land habe. Eine Frage habe ich jedoch:

    Wer erzählt diesen Menschen von Europa und wer gibt ihnen ein Weltbild, das sie dazu treibt auf löchrigen, überladenden Nussschalen die Überfahrt zu wagen? Sie müssen doch wissen, das die europäische Wirtschaft ihnen mit ihrer Qualifikation kaum helfen wird. Selbst wenn sie hier sind, haben diese oft schreib- und leseunkundigen keine Chancen auf einen Job. Ich denke man erzählt den Leuten vom "Sozialstaat Europa", wo man ohne arbeiten ein Leben wie ein König führt. Doch wieviel erzählen sie von den eingepferchten Asylbewerbern?

    Für mich sind die Schleusser und Storyteller die Mörder dieser Menschen. Sie erzählen ihnen Halbwahrheiten und treiben sie in den Tod.

    Wichtiger ist nachhaltige Entwicklungshilfe und viel viel viel wichtiger und als erstes zu tun: Ziemlich viele Regierungen in Afrika gehören entfernt, damit das Geld auch ankommt und nicht in die Taschen von Warlords und Co. kommen.

    15 Leserempfehlungen
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    Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen was das für Leute sind die solche Geschichten glauben. Letztens ein Interessanter Artikel über Tschetschenen die Glauben dass man ihnen in der BRD 4000€ Begrüßungsgeld gebe... in Anbetracht der Tatsache dass ca. eine halbe Million Tschetschenen etwa 15€ im Monat verdienen muss doch eigentlich jeder merken dass das im wahrsten Sinn des Wortes zu schön ist um wahr zu sein.

    http://www.spiegel.de/pol...

    Das ist ja lieb, aber wir waren doch schon unfähig, im Balkan rechtzeitig einzugreifen. Schwarzafrika wird weiterhin zwischen Kleptokraten und Gutmenschen, die mit ihrer Nahrungsmittelhilfe die Landwirtschaft zerstören, zerrieben. Wenn wir uns nicht aufraffen können, das Übel an der Wurzel zu packen, bleibt uns nur, die Zugbrücke hochzuziehen. Keine schöne Perspektive.

    Es gibt hier in Europa auch ohne Arbeit eine Perspektive zu leben. Vorallem wenn die Menschen aus Kriegsregionen flüchten in denen es keine Unterkünfte mehr gibt, kein fließendes Wasser mit entsprechenden Folgen für die Hygiene, keine Strukturen mehr wie Ärzte, Schulen oder Polizei. All das könnten diese Menschen in Europa finden. Und mit einer guten Ausbildung könnten eben diese Menschen ihre Familien und evtl. sogar ihrem Heimatland helfen und dort die Lebensbedingungen verbessern.

    Stattdessen werden sie ausgesperrt ("die Zugbrücke [ist bereits] hochgezogen"), was dazu führt, dass die Überfahrt lebensgefährlich ist; Und wenn sie die Überfahrt überleben werden sie eingesperrt wie Vieh. Schieber verdienen dabei mit dem tödlichen Geschäft viel Geld.

    • Statist
    • 13. August 2013 10:44 Uhr

    die Geschichtenerzähler den potenziellen Einwanderern die Wahrheit erzählen, nämlich dass es in Europa Sozialsysteme gibt, sie, wenn sie nicht abgelehnt werden, eine Chance auf Ausbildung und Arbeit haben, dass ihnen entweder kostenlos oder über ein kleines Handgeld genug zur Verfügung gestellt wird, damit sie in Europa was zu Essen haben, und dass es hier Frieden gibt, und Menschenrechte, selbst all das dürfte schon Grund genug sein. Man muss die Leute da nicht mal sonderlich anlügen schätze ich.

    Wenn man denen dann noch die Probleme in Europa verschweigt, z.B. dass die Winter durchaus kalt sein können, und dass sie hier nicht einfach den Wald roden dürfen, um sich ein Haus zu basteln und zu befeuern, auch dass es hier Rassismus gibt (wenn wahrscheinlich im Vergleich zur arabischen Welt auch nur begrenzt), wenn man ihnen nicht erklärt, dass sie hier nicht einfach irgendwie irgendwo arbeiten dürfen, und wenn man ihnen nicht erklärt, dass hier fast alles viel teurer ist als in Afrika, dann muss Europa aus der Entfernung ganz einfach wie das gelobte Land wirken.

    Welche Europäer kennen die Afrikaner denn? die Armen oder eher die reicheren, die mit den Armen in Afrika geschäfte machen wollen, bzw eben die Touristen? Woher soll denen denn klar sein, dass es hier auch Armut gibt?

  4. Bei über 50 souveränen Staaten in Afrika, ist das eine äußerst gewagte Behauptung.

    Antwort auf "[...]"
    • Cu22
    • 11. August 2013 0:11 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/jk

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@ DieZeitmaschine"
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    • fx66
    • 11. August 2013 0:41 Uhr

    [...]

    Ich bezog mich auf den Erstkommentar und wollte belegen, dass es im übertragenen Sinne eine "Ausbeutung" (Kommentar #2) gibt. Nicht mehr, und nicht weniger. Welchen Sinn hat Ihr Kommentar außer dem Dauerbeleidigtsein eines Schuljungen zwischen den Zeilen?

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    • fx66
    • 11. August 2013 1:13 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/jk

    • rap2
    • 11. August 2013 0:21 Uhr

    Die weitaus meisten Menschen hierzulande haben keine Ahnung wie gut es ihnen (leider nur materiell, menschlich, familier und sozial etc etc eher nicht) geht.

    ZB schon nur Schwimmen (der Themenbezug) und Radfahren können ist nicht unbedingt global verbreitet.

    Und nur (eingebildete, bzgl des ersteren) Über-/Unmenschen glauben daß man sich das 42!fache des Weltdurchschnittseinkommens (D 2010, der Weltdurchschnitt!, die Armen haben unter 1$, ist 3$ pro Tag!, mit den richtigen Prioritäten und einer nichtkorrupten Regierung, die zB alle Ressourcen billig an das ausland , zB den Westen, verscherbelt, kann man damit eventuell sogar glücklicher sein) ehrlich erarbeiten kann.
    Ohne massive Naturzerstörung (wir leben nach wie vor zu 100%! von deren Ressourcen), Ausbeutung und Wirtschaftskolonialismus.
    Moderner Rassismus.

    Leider muß ich, wenn ich an Deutschland denke, immer an eine Stelle in der Offenbarung (Bibel, sicherheitshalber) denken, Off 3,17:
    "Du bildest dir ein: 'Ich bin reich und habe alles, was ich brauche!' Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist: arm, blind und nackt. "

    Ängste, Depressionen, Einsamkeit, Neurosen, Koabhängigkeit, Süchte, übertriebenes Konkurrenz-/Vergleichsdenken und viele andere menschliche Probleme sind eigentlich leider heute völlig normal.

    Sehr armes Deutschland.

    Man kann eben nicht gleichzeitig dem Leben (heißt auch Glück) und dem (tendentiell ungerechten) Geld dienen.

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    • H.v.T.
    • 11. August 2013 8:50 Uhr

    "!Leider muß ich, wenn ich an Deutschland denke, immer an eine Stelle in der Offenbarung (Bibel, sicherheitshalber) denken, Off 3,17:
    "Du bildest dir ein: 'Ich bin reich und habe alles, was ich brauche!' Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist: arm, blind und nackt. "
    -----

    Zumindest die Flüchtlinge denken da wohl anders, und zu Recht denken sie anders über Deutschland/Europa, und versuchen also hierher zu kommen.

    Denn es geht nicht nur um ´Geld´, sondern auch um persönliche Freiheiten, medizinische Versorgung und ein halbwegs angenehmes Leben.

    Nicht sofort bei Ankunft erhältlich, das wissen die Flüchtlinge, aber mit einer nicht ganz unbegründeten Hoffnung für später, die sie in ihren Heimatländern nie haben.

    Denn das, was Sie hier an Nachteilen aufzählen, also die verderbte Welt Deutschlands/Europas, wird dort, wo die Flüchtlinge herkommen, nur überdeckt von Hoffnungslosigkeit gepaart mit Unterdrückung und Ausbeutung.

    Leider bedeuten diese Flüchtlingsströme aber auch, dass der aktive und leistungsfähige, aber nach Freiheit suchende Mensch die dortige Gesellschaft zurück läßt. Ein Exodus der dortigen Gesellschaften ungeheuren Ausmaßes, der eine positive Veränderung dort nicht zuläßt.

    Nun gut, natürlich kommen nicht immer nur die Besten.

    http://www.adopted.de/pag...
    'ADOPTED vermittelt familiär bindungslosen, erwachsenen Europäern Pateneltern in Afrika. Großfamilien warten bereits auf die bevorstehende Zusammenführung mit ihren neuen Familienmitgliedern.

    In einer westlichen Welt, in der Werte wie Geborgenheit, Zugehörigkeit und Zusammenhalt verloren gegangen sind, bringt ADOPTED Menschen auf persönlicher und emotionaler Ebene jenen näher, die diese Werte pflegen. Großfamilien in Afrika erklären sich bereit, für Europäer symbolische Patenschaften zu übernehmen, da sie überzeugt sind, helfen zu müssen.'

    Adopted ist ursprünglich als reines Kunstprojekt von Gudrun F. Widlok ins Leben gerufen, ist aber mittlerweile für einige Europäer zur Realität geworden. Darüber gibt es einen mehrfach preisgekrönten Film http://www.arte.tv/guide/... hier der Trailer http://www.adopted.de/pag...

    Ich gebe Ihnen in Vielem recht, glaube aber, daß es nicht darum geht, Deutschland pauschal als geistig und emotional arm abzuurteilen.

    Es wäre m.M.n. schon sehr viel gewonnen, würde die eigene Normalität nicht für normal gehalten, müßten andere Normalitäten nicht negiert und abgewehrt werden, sondern wäre man dankbar für das hohe Maß an Sicherheit und Privilegien, in das wir in Deutschland ohne jedes eigene Zutun hineingeboren wurden.

    • fx66
    • 11. August 2013 0:41 Uhr
    8. [...]

    [...]

    Ich bezog mich auf den Erstkommentar und wollte belegen, dass es im übertragenen Sinne eine "Ausbeutung" (Kommentar #2) gibt. Nicht mehr, und nicht weniger. Welchen Sinn hat Ihr Kommentar außer dem Dauerbeleidigtsein eines Schuljungen zwischen den Zeilen?

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    Eine Leserempfehlung
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  • Quelle AFP, Reuters, dpa, fz
  • Schlagworte Bootsflüchtling | Flüchtling | Hafen | Marokko | Spanien | Syrien
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