Missbrauch : Großbritannien untersucht sexuelle Übergriffe durch Polizisten

Gegen 169 Mitarbeiter der britischen Polizei laufen Untersuchungen: Sie sollen die Lage von Verbrechensopfern ausgenutzt und Frauen und Jugendliche missbraucht haben.

In Großbritannien sollen zahlreiche Fälle von sexuellen Übergriffen aufgeklärt werden, die durch Polizisten und Mitarbeiter der Polizei verübt wurden. Derzeit laufen Untersuchungen gegen 169 Polizeimitarbeiter, die Frauen und Jugendliche sexuell bedrängt haben sollen, berichtet der Guardian. Die Vorwürfe reichen demnach von Voyeurismus und Fehlverhalten im Umgang mit Opfern von Kriminalität bis zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung.

Bei den Opfern handelte es sich dem Bericht zufolge in vielen Fällen um Frauen oder Jugendliche, die sich in einer besonders schutzbedürftigen Position befanden – etwa Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen oder Drogen- und Alkoholabhängige.

Wie der Guardian berichtet, wurde bei einem Treffen auf höchster Ebene der Polizeiführung angeordnet, das Problem mit Nachdruck anzugehen. Die Londoner Polizei hat interne Untersuchungen eingeleitet, um sexuelle Übergriffe zu prüfen. 36 Fälle würden dabei zurzeit untersucht, 16 Polizeibeamte der Londoner Polizei vor Gericht gestellt.

Kritiker bemängeln dem Bericht zufolge aber, dass insgesamt nur 31 der Fälle von einer unabhängigen Beschwerdekommission geprüft werden. Die restlichen Fälle würden von der Polizei selbst untersucht. Das verunsichere die Opfer, zitiert die Zeitung eine Anwältin, die betroffene Frauen vertritt. Die Untersuchungen müssten so durchgeführt werden, dass die Betroffenen das Vertrauen in die Polizei behielten.

Bisher haben dem Bericht zufolge 38 der 43 Polizeibezirke aus England und Wales Informationen über die laufenden Untersuchungen gegen Mitarbeiter bereitgestellt. Fünf Bezirke, darunter Leicestershire und Northamptonshire, halten die Daten zurück.

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