MissbrauchGroßbritannien untersucht sexuelle Übergriffe durch Polizisten

Gegen 169 Mitarbeiter der britischen Polizei laufen Untersuchungen: Sie sollen die Lage von Verbrechensopfern ausgenutzt und Frauen und Jugendliche missbraucht haben.

In Großbritannien sollen zahlreiche Fälle von sexuellen Übergriffen aufgeklärt werden, die durch Polizisten und Mitarbeiter der Polizei verübt wurden. Derzeit laufen Untersuchungen gegen 169 Polizeimitarbeiter, die Frauen und Jugendliche sexuell bedrängt haben sollen, berichtet der Guardian. Die Vorwürfe reichen demnach von Voyeurismus und Fehlverhalten im Umgang mit Opfern von Kriminalität bis zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung.

Bei den Opfern handelte es sich dem Bericht zufolge in vielen Fällen um Frauen oder Jugendliche, die sich in einer besonders schutzbedürftigen Position befanden – etwa Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen oder Drogen- und Alkoholabhängige.

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Wie der Guardian berichtet, wurde bei einem Treffen auf höchster Ebene der Polizeiführung angeordnet, das Problem mit Nachdruck anzugehen. Die Londoner Polizei hat interne Untersuchungen eingeleitet, um sexuelle Übergriffe zu prüfen. 36 Fälle würden dabei zurzeit untersucht, 16 Polizeibeamte der Londoner Polizei vor Gericht gestellt.

Kritiker bemängeln dem Bericht zufolge aber, dass insgesamt nur 31 der Fälle von einer unabhängigen Beschwerdekommission geprüft werden. Die restlichen Fälle würden von der Polizei selbst untersucht. Das verunsichere die Opfer, zitiert die Zeitung eine Anwältin, die betroffene Frauen vertritt. Die Untersuchungen müssten so durchgeführt werden, dass die Betroffenen das Vertrauen in die Polizei behielten.

Bisher haben dem Bericht zufolge 38 der 43 Polizeibezirke aus England und Wales Informationen über die laufenden Untersuchungen gegen Mitarbeiter bereitgestellt. Fünf Bezirke, darunter Leicestershire und Northamptonshire, halten die Daten zurück.

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Leserkommentare
    • J-M
    • 10. August 2013 10:56 Uhr

    Vor allem nach den Vorfällen bei der BBC (auch wenn sie vermutlich nicht mehr verbindet, als dass sie in England stattfanden). Aber es ist auch gut, dass zumindest eine unabhängige Kommission eingesetzt worden ist. [...]

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    Eine Leserempfehlung
    • mugu1
    • 10. August 2013 11:10 Uhr

    ...ihre Mitbürger zu schützen, zu Tätern werden, hat das immer eine besondere mediale Präsenz. Verdientermaßen. Polizisten oder wer auch immer, welche die ihnen zum Schutz, zur Betreuung etc. Anvertrauten missbrauchen, sind für mich einfach nur die Perverse und gewöhnliche Verbrecher und gehören weggesperrt. So lange wie möglich.

    Es ist gut, dass hier ermittelt wird, dass hier gehandelt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass wirklich schonungslos und rigoros vorgegangen wird. Und nicht nach dem leider auch vorhandenen Prinzip des "Gegen Kollegen ermitteln ist Verrat!", also abblocken was geht.

    Positiv ist da, dass es ja offensichtlich bereits Polizisten gibt, die sich vor Gericht zu verantworten haben. Ich hoffe wirklich, dass alle Fälle am Ende einwandfrei aufgeklärt werden: ob nun zu Gunsten der Beschuldigten oder zu deren Ungunsten. Denn man muss auch vorsichtig sein: Hier und da könnte es sich auch um falsche Beschuldigungen handeln.

    Was m.E. absolut nicht geht, ist das Verhalten der 5 Bezirke, die ihre Kooperation anscheinend verweigern. Es riecht geradezu ziemlich übel nach Verschleierung, nach Vertuschung. Das von mir oben genannte Prinzip des "Verrats" wäre da dann noch die mildeste Verdachtsform als Grund. Die schlimmste wäre, dass hier bewusst Personen gedeckt werden sollen.

    Ich hoffe, es gibt eine Möglichkeit, diese starrsinnigen 5 Bezirke zu zwingen, ihre Daten preiszugeben. Der Wahrheit wegen. Der Opfer wegen. Um soches in Zukunft möglichst zu vermeiden.

    3 Leserempfehlungen
    • Atan
    • 10. August 2013 11:43 Uhr

    angeben durch Freigabe von Zahlen die Untersuchung mit Vorurteilen zu belasten.
    Wie auch immer, im "Guardian" kann man nachlesen, wie verbreitet das Problem in einzelnen Polizeibehörden ist.
    http://www.theguardian.co...

    Was vielleicht für Deutschland interessant wäre, ist diese nationale Kommission IPCC, die wohl in ganz England und Wales ermitteln kann. Wir hatten ja einige Klagen in letzter Zeit zu gewalttätigen Übergriffen in Deutschland; ein Ermittler in schwerwiegenden Fällen, der z.B. bei der Bundesanwaltschaft sitzt, würde für einige Bundesländer mit "verdächtigem" Ruf wie Bayern oder Sachsen ganz nützlich sein.

    8 Leserempfehlungen
  1. gibt es vermutlich überall. Schließlich sind sie Staats»gewalt«. Und wer Gewalt innehat und sich Kontrollen und Aufsicht entziehen kann, der richtet sie halt gegen Ohnmächtigere – einfach nur, weil es möglich ist. [...]
    Würde der Schulterschluss des Schweigens in dieser Kumpanei durchbrochen, kämen sicher allerhand gruselige Rechtsverstöße zum Vorschein, und die Polizei könnte durch Aufarbeitung und Sanktionen langfristig vertrauenswürdiger werden.


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    • fx66
    • 10. August 2013 16:56 Uhr

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    Man erinnere sich an die Leibesvisitation in München. Bei einem Kursus zum Thema: Gewaltfreiheit & Zivilcourage, den u.a. ein Jugendpolizist abgehalten hat, verschwindet vermeintlich ein 5€ Schein. Daraufhin unterzieht die Polizei die ganze Klasse einer Leibesvisitation.... skandalöser Vorfall (http://www.sueddeutsche.d...)

    Ergebnis: http://www.sueddeutsche.d...

    Ich denke wer mit so viel Macht ausgestattet ist wie eben z.B. die Polizei, tut tatsächlich "weil man kann". Extrem kluge Strukturen mit unabhängigen, moralischen Instanzen innerhalb solcher Gruppen, könnten solche Tendenzen in Schach halten, glaube ich!
    Und auch von jung an, lernen zu hinterfragen, nicht alles was autoritär um die Ecke kommt, als gegeben hinnehmen.
    Schade, dass den Münchner SchülerInnen, kein Vorbild deren Rücken gestärkt hat!

    Wiederhergestellt/ds

    • Tofuxl
    • 10. August 2013 22:25 Uhr

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    • Den2
    • 13. August 2013 2:36 Uhr

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  2. Bewegungsprofile, Handytelefonate, gespeicherte Videoüberwachung, isn´t it.

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    ... jetzt wo diese ganze Möglichkeiten zur Verfügung stehen, kann man doch unlängst die Aufklärungsquote bei Amtsmissbrauch, Polizeigewalt und sonstigem Fehlverhalten Offzieller erhöhen - anstatt routiniert Anklagen fallen zu lassen, so wie hier in Deutschland.

    Ach, ich habe jetzt ganz vergessen, diese ganzen Maßnahmen richten sich ja gegen den Bürger und nicht gegen die Sicherheitskräfte; wie in autoritären Staaten üblich.

  3. ... jetzt wo diese ganze Möglichkeiten zur Verfügung stehen, kann man doch unlängst die Aufklärungsquote bei Amtsmissbrauch, Polizeigewalt und sonstigem Fehlverhalten Offzieller erhöhen - anstatt routiniert Anklagen fallen zu lassen, so wie hier in Deutschland.

    Ach, ich habe jetzt ganz vergessen, diese ganzen Maßnahmen richten sich ja gegen den Bürger und nicht gegen die Sicherheitskräfte; wie in autoritären Staaten üblich.

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    • fx66
    • 10. August 2013 16:56 Uhr
    7. [...]

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  4. 8. [...]

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    • fx66
    • 10. August 2013 17:41 Uhr

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  • Quelle ZEIT ONLINE, ff
  • Schlagworte Polizei | Vergewaltigung | Zeitung | England | Großbritannien | Wales
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