Polizisten führen den Verurteilten ab, der sein Gesicht mit einem Tuch verhüllt. © Prakash Singh/AFP/Getty Images

Im Prozess um den Tod der von mehreren Männern vergewaltigten indischen Studentin hat ein Gericht einen ersten Angeklagten schuldig gesprochen. Wie die BBC berichtete, wurde der junge Mann, der zum Zeitpunkt der Tat siebzehn Jahre alt war, des Mordes und der Vergewaltigung schuldig befunden. Er muss drei Jahre in Jugendarrest.

Nach Überzeugung des Gerichts war er Teil einer Gruppe, die im Dezember 2012 in Neu-Delhi eine 23-jährige Studentin in einem Bus vergewaltigt, mit einer Eisenstange malträtiert und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen hatte. Die junge Frau starb später an ihren schweren Verletzungen.    

Die Familie des Opfers hatte gefordert, den Angeklagten, der inzwischen volljährig ist, nach Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen. In dem Fall hätte ihm – wie den anderen Beschuldigten – die Todesstrafe gedroht. Er bestreitet, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Auch die anderen Angeklagten weisen die Vorwürfe gegen sie zurück. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe war im März tot in seiner Zelle gefunden worden. Nach Polizeiangaben beging er Selbstmord.  

Der Tod der jungen Inderin hatte weltweit Entsetzen ausgelöst und in Indien eine Debatte über Gewalt gegen Frauen angestoßen. Die Regierung verschärfte die Strafen Sexualstraftäter und richtete im ganzen Land Schnellgerichte ein, die sich ausschließlich mit Gewalttaten gegen Frauen befassen.