Papst Franziskus hat sich in einem Brief an die Teilnehmer des G-20-Gipfels im russischen St. Petersburg  gewandt. Das "sinnlose Unterfangen einer militärischen Lösung" in Syrien müsse aufgegeben werden, schrieb er an Gastgeber Wladimir Putin. Stattdessen sollten die Konfliktparteien "mit Mut und Entschlossenheit" eine friedliche Lösung suchen, einstimmig unterstützt von der Weltgemeinschaft.

Die Vertreter der G-20-Staaten dürften nicht "untätig" bei der Suche nach einer Friedenslösung bleiben, um "ein Massaker zu verhindern",  hieß es laut Vatikansprecher Federico Lombardi in dem Schreiben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Oberhaupt der Katholischen Kirche in die politische Weltlage einmischt. Vor wenigen Tagen hatte sich der Papst über Twitter schon zum Syrien-Konflikt geäußert und gefordert: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg!"

Die Krise in Syrien gehört faktisch zu den wichtigsten Themen auf dem Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in St. Petersburg.  Viele westliche Länder machen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad für den Einsatz von Chemiewaffen am 21. August nahe der Hauptstadt Damaskus verantwortlich. Die USA und Frankreich drohen mit einem Militärschlag. Besonders Russland stellt sich dagegen und blockiert eine einheitliche Haltung im UN-Sicherheitsrat.