Nach KritikWeltkrieg-Magazin "Der Landser" wird eingestellt

Die Bauer Media Group stoppt nach Kritik des Simon Wiesenthal Centers die umstrittene Zeitschrift "Der Landser". Vorwürfe der Nazi-Verherrlichung wurden zurückgewiesen.

Die Heft-Reihe Der Landser wird nach Kritik des Simon Wiesenthal Centers eingestellt. Eine unabhängige Prüfung habe zwar ergeben, dass die Publikation im Einklang mit deutschen Gesetzen stehe, teilte die Bauer Media Group mit. Man habe jedoch entschieden, sie nicht fortzuführen.

Die Geschäftsleitung habe die Prüfung zum Anlass genommen, die Hefte mit Soldatengeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg unter dem Aspekt der Portfolio-Strategie zu bewerten. Bauer hatte die Publikation Der Landser 1970 mit dem Erich Pabel Verlag erworben und seitdem weitergeführt.

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Die jüdische Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Center hatte ein Verbot der Landser-Hefte gefordert. Sie verherrlichten den Krieg und verstießen gegen die gesetzlichen Verbote von Nazi-Propaganda und Holocaust-Leugnung.

Die Bauer Media Group erklärte dagegen, der Hamburger Strafrechtler Otmar Kury sei in einem Gutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass in den Heften der Nationalsozialismus weder verherrlicht noch verharmlost werde. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien habe die Publikation wiederholt überprüft und seit mehr als 25 Jahren nicht beanstandet. 

Das Simon Wiesenthal Center bezeichnete die Einstellung des Heftes als "großen Sieg" und die richtige Entscheidung. Weil darin SS-Kämpfer porträtiert worden seien, wären Innen- und Justizministerium andernfalls bald dagegen vorgegangen.

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Leserkommentare
  1. Es kann nicht sein, dass die Fanatiker dort so viel Macht haben. Kann man dieses Irgendwas nicht einfach verbieten so wie man auch diskutiert unliebsame Parteien zu verbieten?

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    Nein, das kann man nicht.

    • dacapo
    • 14. September 2013 7:26 Uhr

    Wenn Sie von "Irgendeinem Etwas" reden, dann nervt das, mindestens ungemein.

    • dacapo
    • 14. September 2013 7:27 Uhr

    Es gibt diese Landser-Hefte noch in Hülle und Fülle, noch genug Lesestoff. Oder haben Sie sie alle schon gelesen?

    Zitat:"Simon Wiesenthal-Zentrum nervt - Es kann nicht sein, dass die Fanatiker dort so viel Macht haben. Kann man dieses Irgendwas nicht einfach verbieten so wie man auch diskutiert unliebsame Parteien zu verbieten?"

    Tja, mit dem Verbieten ist das so eine Sache - das Zentrum hat meines Wissens seinen Sitz in Wien. Wien gehört noch immer zu Österreich - leben Sie mental etwa noch im Großdeutschen Reich?

    Ach ja, wenn alle Parteien verboten würden, die mir "unliebsam" sind.... Aber glücklicherweise ist "unliebsam" ja kein Kriterium für ein Verbot.

    Zusammengefaßt: solange man noch solche Zuschriften lesen kann, wird das nichts mit dem Verbot - Meinungsfreiheit gilt für alle - auch die "unliensamen" Meinungen.

    >>Simon-Wiesenthal-Zentrum nervt
    Es kann nicht sein, dass die Fanatiker dort so viel Macht haben. Kann man dieses Irgendwas nicht einfach verbieten so wie man auch diskutiert unliebsame Parteien zu verbieten?<< Zitatende

    Die Landser-Heftchen nerven Sie offenbar nicht, sondern die "Fanatiker" vom SWZ, die "so viel Macht haben".. Das SWZ hat gar keine Macht, es sei denn, man glaubt an hirnrissige Weltverschwörungen. Mit den "unliebsamen Parteien", die von einem Verbot bedroht seien, meinen Sie sicherlich die NPD. Diese Partei ist nicht "unliebsam", sondern steht ideologisch in der Nachfolge der NSDAP. Allein die Leserempfehlungen zeigen, dass sich die Kommentatorenschaft der einschlägig bekannten Schmuddelblogs hier wieder einmal ein Stelldichein gibt.

    "Simon-Wiesenthal-Zentrum nervt"

    Naja, ohne einen gewissen Druck erzeugt durch Verbände wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum hätte man in Deutschland das Dritte Reich vermutlich zu ungefähr Null Prozent aufgearbeitet.

    Daher, immer fleißig dranbleiben bitte.

    • Gerry10
    • 14. September 2013 7:03 Uhr

    ...Krieg verherrlicht, aber was das betrifft müsste das Simon Wiesenthal Zentrum verlangen 3/4 aller Hollywood Filme zu verbieten.
    Dort scheint die Lösung für alle Probleme der Menschheit Gewalt, Waffen und Krieg zu sein.

    45 Leserempfehlungen
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    So gut ich auf derartige Schundheftchen verzichten kann - noch lieber würde ich auf religiöse Zentren verzichten, die mir sagen wollen was richtig und falsch ist!

    Vor allem wenn diese mit ihrer Kritik Politik machen und nicht um der Sache willens kritisieren!

    ...das hieße ja die Hand abhacken die einen füttert.

    Schon richtig, aber der Landser verherrlicht ja nicht einfach Krieg allgemein, sondern eben einen ganz bestimmten Krieg und unter ganz bestimmten Gesichtspunkten.

    Das is schon noch mal eine andere Stufe an Perfidität.

  2. Neben Bravo, Bussibär und Fernsehwoche passt der Landser nun wirklich nicht ins Portfolio. Ich vermute, dass der Landser in den letzten Jahren eher unbemerkt dahinsiechte. Kaum Kosten, kaum Gewinne. Dank des Simon-Wiesenthal-Zentrums wurde mal jemand in der Chef-Etage darauf aufmerksam, was man da im Keller hat. Den Landser einzustellen war wohl eine leichte Entscheidung: Was nichts bringt, außer schlechte Presse, kann man eigentlich einstellen.

    19 Leserempfehlungen
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    ...dass es den Landser noch gibt. Die Verkaufszahlen waren sicherlich nicht mehr grossartig, und das Simon Wiesenthal Zentrum gab endlich einen Vorwand den Landser einzustellen.

    Ich denke auch, das Heft stand früher unter dem Schutz der Geschäftsführung, hat aber mittlerweile bestimmt keinen Schutzpatron mehr. Da hat dann mal das Controlling hart und kräftig zuschlagen dürfen. Und die Entscheidung sieht dann eher politisch korrekt aus, als betriebswirtschaftlich einfach kühl kalkuliert. Die Leser sterben aus und der Sprung in Geschichten von Golf- und anderen Kriegen wurde versäumt. Damit hat man sich selbst in eine ideologisierte Weltsicht gegeben, die irgendwann den Tod des Produktes nach sich zieht.

    Ein bis Zwei dieser Hefte habe ich mal zu meiner Wehrdienstzeit durchgeblättert (die BW-Bibliothek hatte eine erstaunliche Auswahl); als offen antisemitisch würde ich sie nicht bezeichnen, aber sie neigten zur Naivität (oder zur bewußten Ausklammerung) hinsichtlich des Holocaust und waren definitiv kriegsverharmlosend.

    Was mich aber wurmt: warum kommt der Verlag nicht selbst darauf? Warum müssen Verlage immer ewig herumwieseln, wenn Verlagsphilosophie und Gelderberb konträr zueinanderstehen?

    Drittens ist halt auch die Frage, ob das Verhalten des Simon-Wiesenthal-Centers so geschickt ist. Anstatt offensiv die Einstellung zu verlangen, wäre es vielleicht besser gewesen, Aufklärung zu betreiben und eine Diskussion zu starten, anstatt wieder mal als paternalistischer Moralwächter aufzutreten.

  3. Nein, das kann man nicht.

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    ..."Zentrum" nicht verbieten - man kann es aber ignorieren ;-)

    Viel Lärm um Nichts fällt mir dazu eigentlich nur ein.

    Als Kind/Jugendlicher habe ich gelegentlich eins dieser Hefte gelesen - und aus mir ist kein Nationalsozialist geworden.

    Diejenigen die den Krieg fast schon "verherrlichen" - von ihnen kann man hier des öfteren lesen - gehören auf jeden Fall nicht zu den Lesern des "Landser".

  4. 5. Menno,

    ich hab die immer ganz gern gelesen, wenn ich bei Opa zu Besuch war.

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    • dacapo
    • 14. September 2013 7:26 Uhr

    Wenn Sie von "Irgendeinem Etwas" reden, dann nervt das, mindestens ungemein.

    5 Leserempfehlungen
  5. Das Wiesenthal-Zentrum bezeichnete die Einstellung des Heftes als

    "großen Sieg"

    ...haben se auch ausm Landser.

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    • dacapo
    • 14. September 2013 7:27 Uhr

    Es gibt diese Landser-Hefte noch in Hülle und Fülle, noch genug Lesestoff. Oder haben Sie sie alle schon gelesen?

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, stü
  • Schlagworte Simon Wiesenthal | Justizministerium | Medien | Einstellung | Nationalsozialismus | Weltkrieg
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