Katholische Kirche : Vatikan mischt sich in Limburg ein

Kardinal Lajolo aus Rom reist zum kritisierten Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Es sei ein brüderlicher Besuch zur Rückenstärkung, sagt das Bistum.

Der Vatikan greift einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) zufolge in den Konflikt um die Lebens- und Amtsführung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst ein. Kardinal Giovanni Lajolo werde sich am Montag ein Bild von dem Streit machen.

Das Limburger Bistum bestätigte zwar den geplanten Besuch Lajolos, bestritt aber, dass es sich dabei um eine "Apostolische Visitation" handle. "Das dient der Rückenstärkung für den Bischof", sagte ein Sprecher. Lajolo plane keine Untersuchung oder Absetzung, "sondern der Besuch dient dem brüderlichen Gespräch." Das Bistum verwies auf ein Unterstützungsschreiben von Kardinal Ouellet.

In dem Brief heißt es, der Heilige Stuhl habe volles Vertrauen in die Amtsführung des Bischofs. Gleichwohl seien der Unfriede in der Diözese ernst zu nehmen und die Reaktionen der Medien nicht zu übersehen.

Tebartz-van Elst wird seit längerem wegen seines Führungsstils und angeblicher Verschwendung kritisiert. Dabei geht es unter anderem um die stark gestiegenen Kosten für seinen neuen Bischofssitz. Erst am Freitag war der Limburger Bischof ein Protestbrief mit rund 4.400 Unterschriften von Kirchenmitarbeitern, Priestern und Gläubigern überreicht worden.

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