In Rumänien dürfen Straßenhunde künftig getötet werden. Das Verfassungsgericht des Landes wies eine Klage gegen ein kurz zuvor vom Parlament verabschiedetes Gesetz ab. Nun fehlt nur noch die Unterschrift von Staatspräsident Traian Băsescu, damit das von Tierschützern kritisierte Gesetz in Kraft treten kann. Das Parlament hatte mit der Neuregelung auf einen tragischen Zwischenfall reagiert, bei dem ein vierjähriges Kind nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einem Straßenhund totgebissen worden war.

Das vom Verfassungsgericht genehmigte Gesetz sieht vor, dass die Kommunen die eingefangenen Hunde lediglich 14 Tage lang in Tierheimen versorgen müssen und sie anschließend einschläfern dürfen. Eine Verpflichtung zum Töten dieser Tiere besteht nicht, die Kommunen dürfen sie über diesen Termin hinaus weiter versorgen, falls deren Tierheime dafür Kapazitäten haben. Vorgesehen ist zudem, dass die Hunde nur mit Methoden getötet werden dürfen, die diesen keine Qual verursachen.

Rumäniens Parlament habe mit dem neuen Gesetz Beanstandungen berücksichtigt, die das Verfassungsgericht im Jahr 2012 gegen ein anderes Gesetz zum Umgang mit Straßenhunden formuliert hatte, sagte der Vorsitzende Verfassungsrichter Augustin Zegrean. Das betreffende Gesetz war damals vom Verfassungsgericht gekippt worden.

Solange das neue Gesetz nicht in Kraft ist, gilt wie bisher, dass die herrenlosen Tiere nur dann eingeschläfert werden dürfen, wenn sie nachweislich unheilbar krank oder aggressiv sind. Allein in Bukarest sollen etwa 65.000 Straßenhunde leben. Jährlich werden Tausende Menschen von Tieren gebissen.