Die türkische Polizei ist erneut mit Gewalt gegen Demonstranten auf dem Taksim-Platz in Istanbul vorgegangen. Bei dem neuen Protest am Vorabend seien 13 Menschen festgenommen worden, berichteten türkische Medien. Unter den Demonstranten waren demnach auch Mitglieder einer Gruppe, die sich für die Rechte von Tieren einsetzt.

Die Polizei war am Samstag bis in die Nacht mit mehreren Wasserwerfern rund um den Taksim-Platz im Einsatz. Größere Zusammenstöße gab es aber nicht.

Die türkische Regierung steht wegen des harten Vorgehens gegen Demonstranten international in der Kritik. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte deshalb dazu aufgerufen, dem Land kein Tränengas mehr zu liefern.

Die Tageszeitung Hürriyet berichtet, es gebe nun Pläne der Regierung, selbst Tränengas in der Türkei herzustellen, um sich auf einen möglichen Boykott vorzubereiten. Der Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei, TÜBİTAK, hat demnach einen Bericht zur Herstellung von Tränengas an die Polizei übergeben. Gespräche mit Firmen könnten schon kommendes Jahr beginnen.

Die Protestwelle in der Türkei hatte sich im Sommer an Plänen der Regierung entzündet, die den Gezi-Park am Rande des Taksim-Platz bebauen will. Sie richten sich inzwischen aber vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.