Bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind mindestens sieben Menschen gestorben. Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen den Brand in der Fabrik in Sripur am Rande der Hauptstadt Dhaka. Ausgelöst wurde das Feuer nach Angaben von Augenzeugen durch eine defekte Strickmaschine, die schon mehrfach in Brand geraten war, in der Vergangenheit aber immer von den Arbeitern selbst gelöscht werden konnte.

Die meisten der rund 3.000 Menschen, die in der Aswad-Knit-Composite-Fabrik arbeiten, waren offenbar schon nach Hause gegangen, als das Feuer ausbrach. Mindestens sieben Menschen konnten sich laut Feuerwehr jedoch nicht mehr retten. Einige Opfer sollen so stark verbrannt sein, dass die Rettungskräfte sie bislang nicht identifizieren konnten. Zunächst war von neun Toten die Rede gewesen.

Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben erst nach einer Stunde am Unglücksort. Weil es in der Gegend nur wenig Wasser gebe, sei es zudem schwierig gewesen, das Feuer zu löschen. Erst am Mittwochmorgen war der Brand unter Kontrolle.

In Textilfabriken in Bangladesch gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Unglücke. Im November waren bei einem Brand in einer Fabrik in Dhaka 111 Arbeiter getötet worden. Beim Einsturz eines Fabrikgebäudes in Savar starben im April mehr als 1.100 Menschen. Es war das schwerste Industrieunglück in der Geschichte des Landes. Seitdem protestieren Textilarbeiter immer wieder gegen ihre Arbeitsbedingungen sowie die Niedrigstlöhne.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Die rund 4.500 Fabriken im Land produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf rund 20 Milliarden Euro jährlich.