Syrische Einwanderer wollen sich in der nordfranzösischen Stadt Calais mit einer Protestaktion den Weg nach Großbritannien bahnen. Etwa 60 Migranten blockieren den Zugang zu den Schiffen im Hafen von Calais.

Zwei Demonstranten seien auf ein Dach geklettert und hätten gedroht zu springen, sollten die Behörden sie nicht ausreisen lassen, sagte ein Sprecher einer Organisation, die sich für Einwanderer einsetzt. Die Polizei habe sich daraufhin zurückgezogen.

Die Behörden verhandeln nun mit den Syrern, von denen sich mehrere im Hungerstreik befinden. Der Präfekt von Calais hat den Syrern angeboten in Frankreich Asyl zu beantragen. Wegen des Bürgerkriegs in Syrien gäbe es eine "Chance von 95 Prozent", dass ein Asyl-Antrag angenommen werde.   

Ein Asyl-Antrag in Frankreich müsse auch nicht bedeuten, dass man sich dauerhaft in Frankreich niederlassen müsse, sagte der Präfekt. Die syrischen Einwanderer seien Opfer einer "Fehlinformation".   

"Wir möchten mit David Cameron sprechen"

Die Migranten protestieren seit Mittwoch gegen die schlechten Bedingungen in einem provisorischen Auffanglager. Sie hielten Schilder mit der Aufschrift "Bringen Sie uns nach Großbritannien" und "Wir möchten mit David Cameron sprechen".    

Seit Jahren zieht es Einwanderer in Scharen nach Calais. Sie hoffen, von dort aus mit einem Schiff den Ärmelkanal zu überqueren, um in Großbritannien ein neues Leben zu beginnen. Frankreich hat seit Beginn des Jahres 700 Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien Asyl gewährt.