Der sieben Jahre gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebrachte Gustl Mollath plant eine Strafanzeige wegen Betrugs gegen ein Mitglied seines Unterstützerkreises. Das bestätigte Mollaths Anwalt Gerhard Strate gegenüber der ZEIT. 

Die beiden werfen dem Gestalttherapeuten Fritz Letsch vor, Mollath Geld vorzuenthalten, das mit dem Versprechen gesammelt worden sei, ihn persönlich zu unterstützen. Insgesamt geht es um 27.000 Euro. 

Bis Ende 2012 hatte die Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie ein Spendenkonto geführt und das Geld an Mollath ausgezahlt. Der Verein zbb e.V., der seit Anfang 2013 das neue Spendenkonto betreibt, und dem Letsch vorsteht, verweigert die Auszahlung des Geldes jedoch mit der Begründung, die Vereinssatzung erlaube nur die Unterstützung von Projekten der politischen Bildung.

"Leistungen erbringen, um Geld zu bekommen"

"Mollath kann nicht einfach sagen, ich will das Geld. Gustl muss Beratungsleistungen erbringen, um Geld zu bekommen", sagte zbb-Vorstand Fritz Letsch der ZEIT. Den Betrugsvorwurf wies er zurück.

Letsch zufolge ist ein Teil der 27.000 Euro an Mollaths Anwältin Erika Lorenz-Löblein geflossen. Der größere Teil sei noch da und solle in die "Breitenarbeit" gegen das Psychiatriesystem investiert werden.

Bis vor Kurzem stand auf der Webseite des Unterstützerkreises noch der Text: "Die Spenden werden ausschließlich für Gustl Mollath und seine Unterstützung verwendet." Mittlerweile fehlt dort jeder Hinweis auf ein Spendenkonto.