Bei einer Massenpanik vor einem Hindu-Tempel in Indien sind mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer liege bei mindestens 91, sagte ein Polizeivertreter. Bei dem Unglück während des Navaratri-Festes im Bezirk Datia im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh seien zudem mehr als Hundert Menschen verletzt worden.

Die Panik brach auf einer Brücke vor dem Tempel aus, wie ein hochrangiger Polizeibeamter sagte. Zuvor hätten Gerüchte die Runde gemacht, die Brücke über dem Fluss Sindh drohe einzustürzen, weil sie von einem Traktor gerammt worden sei. Es werde befürchtet, dass zahlreiche Menschen in den Fluss gestürzt seien. Aus Polizeikreisen verlautete, auf der Brücke hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 20.000 Menschen aufgehalten.

Derzeit wird in vielen Teilen Indiens das hinduistische Fest Durga Puja gefeiert, während dem zahlreiche Gläubige zum Beten in Tempel gehen. Vor allem am letzten Tag des neuntägigen Festivals ist das Gedränge oft groß. 

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur Ians, die Polizei habe mit Bambusstöcken auf die Menschen eingeschlagen, um die Massen in Schach zu halten. Das habe die Panik noch verschlimmert. Die Behörden weisen die Anschuldigungen zurück. 

Der Nachrichtensender NDTV berichtete, dass wahrscheinlich weitere Menschen ums Leben kamen, als sie von der Brücke sprangen. Auch könnte die Zahl der Opfer laut den Behörden weiter steigen, da sich noch zehn Verletzte in Lebensgefahr befinden.

Im dicht besiedelten Indien kommt es immer wieder zu Massenpaniken während Festivals und an Pilgerorten. Am Rande des größten Hindu-Pilgerfestes Maha Kumbh Mela starben im Februar in Allahabad 36 Menschen. Im Jahr 2008 starben mehr als 220 Menschen vor dem Chamunda-Tempel bei Jodhpur.