Das Strafverfahren gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung ist gegen eine Geldauflage von 20.000 Euro vorläufig eingestellt worden. Das teilte das Oberlandesgericht in Hamburg am Montag mit.

Der Beschluss sei mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ergangen. Diese hatte noch Ende Oktober abgelehnt, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am 10. Oktober bei dem Amtsgericht einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst wegen zwei eidesstattlicher Falschaussagen beantragt. Der Bischof soll im Zusammenhang mit einem Erste-Klasse-Flug nach Indien falsche Angaben an Eides statt abgegeben haben. Der Beschluss sei mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ergangen und nicht anfechtbar, teilte das Gericht mit. Wenn der Beschuldigte die Auflage erfülle, werde die Tat nicht weiter verfolgt werden. Der Beschluss zur Einstellung fiel bereits am 13. November, wurde jedoch erst heute öffentlich gemacht.

Der Bischof war nicht nur wegen des Indien-Fluges stark unter Druck geraten. Der Bau seiner Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg hatte sich um ein Vielfaches der ursprünglichen Planung verteuert. Der Papst entzog ihm vorerst die Führung der Amtsgeschäfte. Der beurlaubte Bischof hat sich deshalb in ein Benediktiner-Kloster in Bayern zurückgezogen.

Erst am Wochenende hat die Diözesenversammlung des Bistums Limburg in einer Erklärung deutlich gemacht, dass sie einem Neuanfang mit ihrem umstrittenen Bischof keine Chance geben will. Das Vertrauensverhältnis zwischen Tebartz-van Elst und seiner Diözese sei "zerstört", ein Neubeginn mit dem Bischof erscheine deshalb nicht möglich, heißt es in der Erklärung der gewählten Vertretung der Katholiken des Bistums. Anfang des Jahres dürfte die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Limburger Bischofs fallen. Tebartz-van Elst zog sich nach den Vorwürfen gegen ihn aus der Öffentlichkeit zurück und hält sich derzeit in einem Benediktiner-Kloster in Bayern auf.