Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will mit dem bundesweit ersten Coffeeshop gegen Drogenhandel kämpfen. Das Parlament habe einen Antrag für ein Modellprojekt am Görlitzer Park in Kreuzberg beschlossen, teilte die Grünen-Bezirksfraktion mit. 

Nun werde mit Beratungsstellen und Anwohnern ein Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erarbeitet. Dieses Amt muss erlauben, dass Cannabis kontrolliert verkauft werden darf.

In Deutschland ist es verboten, Drogen zu verkaufen. Der Bezirk hofft daher auf eine Ausnahmegenehmigung aus öffentlichem Interesse. Die Prohibitionspolitik der letzten Jahrzehnte sei gescheitert, sagte die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). "Wir müssen jetzt ungewöhnliche Lösungen denken."

Herrmann hatte Anfang August angekündigt, sich dafür einzusetzen, dass ein Coffeeshop im Görlitzer Park erlaubt werde. Mit dessen Hilfe wolle sie einschränken, dass im Park mit Drogen gehandelt wird. Allein bis Ende Juli 2013 unternahm die Polizei rund 60 Sondereinsätze im Görlitzer Park. "Dabei wurden 428 Personen überprüft und 170 Strafanzeigen gestellt", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Coffeeshops sind Läden, in denen der Verkauf bestimmter Drogen geduldet wird. Bekannt sind diese Marihuana-Cafés vor allem aus den Niederlanden