Unbekannte haben auf dem Baugelände einer Moschee in Leipzig fünf blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt. Der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen, sagte eine Polizeisprecherin. Ein fremdenfeindliches Motiv werde nicht ausgeschlossen.

Zunächst war die Feuerwehr wegen eines Mülltonnenbrandes alarmiert worden. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte dann die Schweineköpfe und riefen die Polizei. Ob es sich bei der auf dem Boden verteilten roten Flüssigkeit um Schweineblut handelte, war laut Polizei noch nicht abschließend untersucht.

Die islamische Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat will im Leipziger Stadtteil Gohlis eine Moschee mit Minaretten errichten. Die Gemeinde ist die erste muslimische mit Kirchenstatus – vergleichbar mit der Jüdischen oder den christlichen Gemeinden.

Diskussionen über den Moschee-Bau

Es wäre der erste Moschee-Bau Ostdeutschlands außerhalb Berlins. Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. Ein entsprechender Antrag liegt bereits vor. Das Bauvorhaben hat in der Stadt erhebliche Diskussionen ausgelöst.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilte die Tat. "Die Stadt Leipzig ist geschockt von diesem widerwärtigen Anschlag", sagte der SPD-Politiker. Eine solches Vorgehen, das die Grundlagen des Zusammenlebens der Religionen erschüttert, sei "nicht hinnehmbar".

Der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, äußerte sich nach der Tat unbeeindruckt. "Das bringt uns nicht außer Fassung", sagte er der Leipziger Volkszeitung. Er finde es aber sehr traurig, dass sich Menschen auf eine solche Ebene begeben. Die Gemeinde war auch Anfeindungen von NPD, Gewerbetreibenden und Anwohnern ausgesetzt gewesen, als sie eine Moschee in Berlin-Pankow errichten ließ.

Die rechtsextreme NPD versuchte wiederholt, das geplante Projekt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Anfang November hatten sich einige Hundert Demonstranten einem Aufmarsch der NPD entgegengestellt.

Die ursprünglich in Indien entstandene Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als friedliche islamische Erneuerungsbewegung. Sie hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder und mehr als 30 Moscheen.