Das Haus in München, in dem sich die Wohnung Gurlitts befindet © Lennart Preiss/Getty Images

Der Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt ist vom Amtsgericht München unter Betreuung gestellt worden. "Ich kann bestätigen, dass das Amtsgericht München eine vorläufige Betreuung angeordnet hat und dass jetzt in den nächsten Tagen und Wochen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen weitere Prüfungen und Entscheidungen ergehen werden", sagte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl. Es sei ein erfahrener Betreuer für den 80-Jährigen bestellt worden.

Gurlitt soll sich gegenwärtig in einer Klinik in Deutschland aufhalten. Die dortigen Ärzte hätten den Antrag gestellt, ein Betreuungsverfahren aus gesundheitlichen Gründen einzuleiten, sagte Zierl. Er betonte, dass es sich um eine vorläufige Maßnahme handele. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus. Gutachten seien bereits in Auftrag gegeben. 

In der Wohnung Gurlitts im Münchner Stadtteil Schwabing hatten die Behörden im Frühjahr 2012 die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt beschlagnahmt, der einer von Hitlers Kunsthändlern war. Erst in diesem Herbst war der spektakuläre Fund mit mehr als 1.000 Werken publik geworden. Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Rund 300 Bilder, bei denen es keinen solchen Verdacht gibt, sollte Gurlitt zurückbekommen – die Rückgabe gestaltet sich bisher aber schwierig.

Gegen Gurlitt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Augsburg wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung. Hierbei spielt die vorläufige Betreuung aber keine Rolle.