Nach großem Widerstand der Opposition und Empörung in der Europäischen Union hat Malta seinen Plan zum Verkauf von Staatsbürgerschaften überarbeitet: Der Preis wird erhöht. Es soll aber für wohlhabende Ausländer weiterhin möglich sein, einen maltesischen Pass zu erwerben. Der Preis soll nun bei 1,15 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte die Regierung geplant, ihre Pässe für 650.000 Euro zu verkaufen.

Zusätzlich müssen die Käufer jetzt auch 350.000 Euro in Immobilien investieren und über mindestens fünf Jahre Anleihen oder Aktien im Wert von 150.000 Euro kaufen. Maximal würden 1.800 Pässe ausgegeben, sagte Ministerpräsident Joseph Muscat. 

Die Änderungen gehen auch auf die Kritik ein, wonach sich Terroristen oder Kriminelle in Malta einen EU-Pass erschleichen könnten. Zum einen soll jeder Antragsteller genau geprüft werden; darüber hinaus sollen alle Namen der Neu-Malteser öffentlich gemacht werden.

Oppositionsführer Simon Susuttil von der Nationalpartei kündigte an, bei der Vorlage des Entwurfs im Januar im Parlament gegen das Vorhaben stimmen zu wollen. Die Nationalpartei will Staatsbürgerschaften höchstens an Ausländer vergeben, die eine Zeit lang in Malta gelebt haben. Allerdings hat sie nicht genügend Mandate, um den Plan zu stoppen.   

Malta liegt nur wenige Dutzend Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt, die immer wieder von Armutsflüchtlingen aus Afrika angesteuert wird.